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Töpfer#

Bild 'Toepfer_gr'

Die Volkskunde des Werkstoffs Ton unterscheidet nach der Technik der Herstellung und des Brennens: 

Irdenware - einfache, verschieden hart gebrannte Tonwaren ohne Glasur 
• Hafnerware - glasierte Irdenware 
• Steinzeug - dichte Tonware mit klingend-hartem Scherben, der sich mit Stahl nicht ritzen lässt. Die Brenntemperatur wird bis zum Sintern erhöht, wodurch die Körnchen schmelzen und die Masse an der Oberfläche "zusammenbäckt" 
Majolika - mehrfach gebrannt, glasiert und bemalt 
• Steingut - Mischung aus fettem Ton, Quarz (Feuerstein) und Feldspat ergibt im scharfen Brand einen weißen Scherben, dem in einem zweiten Brand die Glasur aufgeschmolzen wird. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts in Wedgewood, England, in großen Mengen erzeugt 

Die Schöpfungsgeschichte erzählt von Gott als erstem Töpfer: "Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden …" (Gen 2,7). Dennoch zählte der Töpfer zeitweise zu den "unehrlichen Berufen". Sein Standort war vom Vorkommen des Rohmaterials bestimmt, wegen der Feuergefahr musste er außerhalb des Dorfes siedeln.

Töpferarbeit war Handarbeit, größere Gefäße wurden ursprünglich aus aufeinander gelegten Tonrollen gefügt. Töpferscheiben (horizontal drehende Scheiben aus Holz oder Metall) erleichterten die Arbeit. Langsam drehende Töpferscheiben, per Hand in Drehung versetzt helfen beim Erstellen von Keramiken aus mehreren Tonstücken (Aufbauen). Schnell drehende Töpferscheiben ermöglichen die Technik des Hochziehens. Mangels Transportmöglichkeiten war der Absatz der Töpferware lange Zeit regional beschränkt und es lassen sich je nach Herstellungsort Besonderheiten in Form und Dekoration feststellen. Alltags- und Vorratsgefäße wurden bis zur industriellen Produktion von Emaillegeschirr im 19. Jahrhundert aus Ton hergestellt. Bis heute bekannt und als Souvenir beliebt sind die Plutzer aus Stoob im Burgenland.


Quelle: Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 316, 399, 526, 776, 813 f., 820

Bild: Töpferei-Vorführung im ehem. Niederösterreichischen Museum für Volkskunde, Groß-Schweinbarth. Foto: Alfred Wolf, 2000