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Freimarken 1867#

Sondermarke#

Briefmarke, Freimarken 1867
© Österreichische Post

Das Jahr 1867 war ein großer Einschnitt in der Geschichte der Habsburgermonarchie. Der Österreichisch-Ungarische Ausgleich machte aus dem Kaisertum Österreich die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, und das hatte naturgemäß auch Auswirkungen auf das Postwesen. Die Freimarkenausgabe 1867 trägt diesem Umstand Rechnung.

Ungarn war nun im Rahmen der verfassungsrechtlichen Realunion ein selbstständiger, gleichberechtigter Staat, das gemeinsame Staatsoberhaupt Franz Joseph I. herrschte als Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn. Ab 1. Mai 1867 gab es somit auch eine selbstständige ungarische Postverwaltung. Die Freimarkenausgabe 1867 ist aber dennoch eine „bildgleiche Ausgabe“, die in beiden Postverwaltungen Verwendung fand. Die Währungsbezeichnung „Kr.“ für Kreuzer bzw. Krajczar war für beide Länder passend. Diese Freimarkenserie wurde am 1. Juni 1867 mit den Werten von 2, 3, 5, 10 und 15 „Kr.“ für Ungarn (zu dem auch Siebenbürgen gehörte) ausgegeben. Im österreichischen Kaiserreich war sie erst nach dem Aufbrauchen der vorangegangenen Briefmarkenserien erhältlich. Die Nominalwerte von 25 und 50 Kr. wurden am 1. September 1867 ausgegeben. Gültig waren die Marken in Ungarn („Transleithanien“) bis 31. Juli 1871, im österreichischen „Cisleithanien“ bis 31. Oktober 1884.

Die Freimarken 1867 zeigen wiederum wie in der Ausgabe von 1860 den Kopf des Kaisers nach rechts gewendet, allerdings nun mit deutlich erkennbaren Gesichtszügen. Das Bildnis des Kaiserkopfes ist von einem Perlenkreis eingerahmt, um diesen herum sind geschwungene Ornamente dargestellt. Der Nominalwert steht unterhalb des Bildmotivs. Das Design der 50-Kreuzer-Marke ist deutlich anders als das der anderen Werte.

Gedruckt wurden die Freimarken auf Schalterbögen zu je 100 Stück bzw. zu 80 Stück bei der 50-Kreuzer-Marke, beide Schalterbögen waren mit einem Wasserzeichen versehen. Man unterscheidet dabei den „groben“ und den „feinen Druck“: Bis Ende 1874 wurde relativ dickes, raues Papier verwendet, die grobe Charakteristik entstand beim Druck durch die Verwendung einer Textilunterlage auf der Gegenwalze. Ab 1874 wurde ein dünneres und glatteres Papier eingesetzt. Bei den 5-Kreuzer-Werten werden außerdem zwei Typen unterschieden: Die Type II entstand ab 1872 durch die Verwendung eines neuen Urstöckels. Innerhalb der Typen I und II unterscheidet man nochmals genauer nach unterschiedlichen Druckdetails in Variante a und b. Freimarken im „feinen Druck“ und in der Type II gibt es somit nur in den österreichischen Ausgaben, da die ungarischen nur bis 1871 in Umlauf waren. Exemplare der Freimarken 1867, die im ungarischen Gebiet verwendet wurden, sind bei Sammlern aufgrund der recht kurzen Gültigkeitszeit besonders beliebt. Zudem gibt es bei den Freimarken 1867 im feinen Druck sehr viele Zähnungsvarianten.

Der aktuelle Markenblock aus der Serie „Klassikausgaben“, eine Gemeinschaftsausgabe mit Ungarn, zeigt eine braune Freimarke zu 50 Kreuzern sowie eine 5-Kreuzer-Marke Type I im groben Druck in einem rötlichen Farbton.