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Ein bedrohliches Szenario #

Bericht für deutsches Verkehrsministerium liefert Horrorprognose: Auf Basis neuer Klimastudien scheint ein Anstieg des Meeresspiegels bis zu 1,70 Meter möglich. #


Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Kleinen Zeitung (Freitag, 12. Mai 2017)


Überflutung eines Küstengebiets
Überflutete Küstengebiete als Bedrohung der Zukunft
Foto: AP

Steigende Meeresspiegel sind ein Problem, das die Menschheit in Zukunft massiv beschäftigen wird, so lautet seit Langem der Tenor vieler Klimaexperten. Wie der Norddeutsche Rundfunk nun unter Berufung auf einen internen Bericht für das deutsche Bundesverkehrsministerium berichtet, könnte es aber noch schlimmer kommen: Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sollen die ohnehin alarmierenden bisherigen Anstiegsszenarien des UNKlimarats noch zu optimistisch sein. Das BSH warnt das Ministerium konkret davor, dass „ein höherer Anstieg des Meeresspiegels deutlich über einen Meter hinaus bis hin zu 1,70 Meter bis zum Ende des Jahrhunderts mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen zu sein scheint“. Diese Annahme fußt auf der Auswertung aktueller Klimastudien. Was den Küstenschutz betrifft, könne dies dazu führen, dass „bereits getroffene Anpassungsmaßnahmen modifiziert werden oder sogar neue in Angriff genommen werden“ müssten. Sollten die arktischen und antarktischen Eisschilde kollabieren, sei dann ein noch höherer Meeresspiegelanstieg denkbar, bilanziert das BSH. Die Vereinten Nationen nennen im aktuellsten Klimareport aus dem Jahr 2013 als pessimistischstes Szenario einen Meeresspiegelanstieg von 52 bis 98 Zentimeter bis zum Jahr 2100. Auf dieser Basis planen in Deutschland derzeit auch noch Bund und Länder. Die derzeitigen Sicherungsmaßnahmen würden zumindest bis 2050 nötigen Schutz vor Überflutung bieten, flache Küstenregionen würden jedoch immer verletzlicher.

Kleine Zeitung, Freitag, 12. Mai 2017

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