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Der "Eiserne Vorhang" an March und Pinka#

Der sogenannte "Eiserne Vorhang" wurde 1950 errichtet. Er bestand aus 2-3 m hohen Stacheldrahtzäunen und wurde 24 Stunden pro Tag bewacht. In der Zeit bis 1989 versuchten tausende Slowaken, die March zu durchschwimmen oder sogar mit Hilfe eines Fluggeräts zu überwinden. Den hunderten Toten wurde unmittelbar vor der Thebener Burg ein eindrucksvolles Mahnmal gesetzt. Es zeigt an der slowakischen Seite simulierte Einschusslöcher, während unter einem symbolischen "Hoffnungskreuz" an der Innenseite der Säulen die Namen der Opfer eingraviert sind.


Mahnmal an der Marchmündung vor Theben © P. Diem
Mahnmal an der Marchmündung

Mahnmal für die Toten an der March © P. Diem
Vor der Ruine von Devin/Theben

Liste der Opfer © P. Diem
Liste der Opfer

Marchmündung heute © P. Diem
Friedliche Marchmündung heute

'Einschüsse' © P. Diem
"Einschüsse"

--> Fotos: P. Diem

Am Rand von Pressburg befand sich in Zeiten des Eisernen Vorhangs ein Funk-Stützpunkt der DDR-Stasi. Von dort aus konnte zum Beispiel der Telefonverkehr in Wien abgehört werden.

Es gab einen "Saphir 2" genannten Funk-Stützpunkt der DDR-Stasi in Devínska Nová Ves, einem Stadtteil am Rande von Pressburg, auf einer Anhöhe. Von dort aus wurde in den siebziger und achtziger Jahren der Funkverkehr im Raum Wien abgehört. Es war ein Objekt des tschechoslowakischen Geheimdienstes. Aber dort saßen auch die Funk-Spezialisten der ostdeutschen Stasi.

Schlecht erhaltene Gedenkstätte © P. Diem
Gedenkstätte mit kaputtem Wachturm
Vergammelter Bunker © P. Diem
Schlecht erhaltene Gedenkstätte

Der "Eiserne Vorhang" an der ungarisch-österreichischen Grenze#

Drei Zaunsysteme wurden in den Jahren zwischen 1948 und 1989 in Ungarn errichtet. Es war Winston Churchill, der den Begriff politisch konnotierte, als der britische Premierminister 1946 erstmals von einem eisernen Vorhang sprach. Zwei Jahre später war er Realität. In wenigen Wochen wurde die erste Generation errichtet, die Steher aus Holz, dahinter der Minengürtel, versteckt unter der Vegetation, und danach der penibel sauber gehaltene Sandstreifen, um Spuren zu sichern.

Mit dem Ungarnaufstand 1956 wurde der Zaun auf ungarischer Seite abgebaut, und die Soldaten wurden dazu herangezogen, unter Lebensgefahr die Minen einzuholen. Nach der Niederschlagung der Freiheitsbestrebungen wurde ein neuer Zaun - diesmal mit Betonstehern - errichtet. Der Minengürtel war jetzt nicht zwei, sondern fünf Meter breit.

Zwei Millionen Tretminen wurden ausgelegt. Ein Stabhochsprungmeister aus Polen wollte über die ungarisch-österreichische Grenze flüchten und wurde dabei von Minen zerrissen. „Die zweite Version war die schlimmste", sagt Sándor Goják, der ein kleines Museum bei Felsöggsatár and der ungarisch-österreichischen Grenze betreibt.

Der Fluss Pinka, der hier siebenmal zwischen Österreich und Ungarn wechselt, spülte damals nach Hochwässern Minen nach Österreich, wodurch zwei Kinder getötet wurden. Ab 1970 wurden das Minensystem geräumt und die dritte Zaungeneration erbaut. Diese verlief nun je nach Topografie und Grenzverlauf ein großes Stück weiter landeinwärts, sodass der Zaunverlauf in Ungarn 120 Kilometer kürzer war als die tatsächliche Grenze. Grenznahe Ortschaften lagen nun zwischen Zaun und Staatsgrenze und durften nur mit Sondergenehmigung betreten werden. Das System zwischen 1970 und 1989 kam aus der Sowjetunion und war ein elektrischer Zaun, wobei das Signalkabel mit 24 Volt geladen war. Eine Leuchtrakete löste sich, und das Signal wurde an die nächstgelegene Militärstation weitergeleitet. Soldaten und Hunde „empfingen" die Flüchtenden hinter dem Zaun, als sich diese oftmals schon in Sicherheit wähnten. „Wie viele Menschen, Soldaten und Einheimische, bei Fluchtversuchen starben, werden wir nie genau eruieren können, denn alle fünf Jahre wurden alle Akten vernichtet."

Weiterführendes#

Vasfüggöny Múzeum
H-9794 Felsöcsatär http://www.vasfuggonymuzeum.hu
Öffnungszeiten: 1. April bis 30. Oktober täglich 10-19 Uhr

Quelle#

  • Mella Waldstein - mit freundlicher Genehmigung der n.ö. Kulturzeitschrift "morgen" Juni 2010

Aus der Geschichte des Eisernen Vorhangs#

Am Ende des Zweiten Weltkrieges haben auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 die drei Spitzenpolitiker der damaligen Zeit, Roosevelt, Churchill und Stalin, eine Übereinkunft bezüglich der Berührungslinie ihrer d.h. der amerikanischen, englischen und russischen Truppen getroffen, um eventuellen Problemen bei deren Aufeinandertreffen vorzubeugen. Der Ausdruck „der Eiserne Vorhang“ stand ursprünglich für eine Brandschutzbarriere im Kino oder Theater. Verallgemeinert wurde er jedoch erst durch den berühmten Vortrag von Winston Churchill über die „Kraft des Friedens“, den er am 5. März 1946 bei der Annahme des Ehrendoktorats im Westminster College in Fulton/Missouri gehalten hat: „From Stettin in the Baltic to Trieste in the Adriatic, an iron curtain has descended across the Continent. Behind that line lie all the capitals of the ancient states of Central and Eastern Europe. Warsaw, Berlin, Prague, Vienna, Budapest, Belgrade, Bucharest and Sofia, all these famous cities and the populations around them lie in what I must call the Soviet sphere, and all are subject in one form or another, not only to Soviet influence but to a very high and, in many cases, increasing measure of control from Moscow. Athens alone - Greece with its immortal glories - is free to decide its future at an election under British, American and French observation“ Seither wurde der Begriff „der Eiserne Vorhang“ in den Jahren 1946-1990 zum Symbol für das geteilte Europa – wobei der eine Teil unter dem sowjetischen Einfluss war und der andere zur westlichen Verteidigungsallianz, in der die freie Marktwirtschaft das Sagen hatte, gehörte. In den Staaten östlich des Eisernen Vorhangs waren sozialistische (pro-sowjetische) Regierungen installiert worden, die sich ständig durch militärische Macht bedroht fühlten und im Warschauer Pakt (1955-1991) organisiert waren. Es gab jedoch zwei Ausnahmen – das ehemalige Jugoslawien, das relative Freiheit behalten konnte und Albanien, welchem es gelungen war, sich vom sowjetischen Einfluss zu befreien und in den 60er Jahren eine Allianz mit China zu bilden. Beide Länder wurden jedoch durch kommunistische Regierungen geführt. Gegen Westen vom Eisernen Vorhang sind Schweden, Finnland, Irland, Liechtenstein, Österreich und Schweiz militärisch unabhängig und neutral geblieben. Die Länder Westeuropas waren in der Europäischen Gemeinschaft und der EWG organisiert. Die Staaten östlich vom Eisernen Vorhang bildeten den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW, 1949-1991). Der Ausdruck der „Eiserne Vorhang“ wurde nur für die Bezeichnung der bewehrten Grenzen in Mitteleuropa, nie aber zur Benennung ähnlicher Grenzen zwischen kommunistischen und kapitalistischen Staaten in Asien, benutzt. Obwohl etwa die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea dem „legendären“ Eisernen Vorhang schon sehr ähnelt. Als eine Art Abwandlung für den „Eisernen Vorhang“ gibt es auch den Begriff „Bambusvorhang“ als Beschreibung der Beziehungen zwischen dem Westen und Rotchina sowie der Begriff „Kaktusvorhang“, der im Jahr 1961 auf Befehl von Fidel Castro durch die kubanische Armee gepflanzt wurde.

Aus der Geschichte des Grenzgebietes#

Pannonischer Limes, Foto: Ziegelbrenner. Aus: Wikicommons unter CC
Pannonischer Limes
Foto: Ziegelbrenner. Aus: Wikicommons unter CC
Junge Menschen unter zwanzig können sich heutzutage kaum mehr vorstellen, wie das Grenzgebiet zwischen Österreich und der heutigen Slowakei nur ein paar Jahre vor ihrer Geburt ausgesehen hat. Die Linie des Eisernen Vorhangs stellt eine ziemlich seltene Erscheinung in der Geschichte des Grenzgebietes dar. Am nächsten hierzu war vielleicht noch die Limes Romanus, die die Römer vor den Angriffen der „Barbaren“ schützen sollte. Ein Bestandteil davon war unter Anderem auch das heute österreichische Carnuntum und das heute slowakische Kastell Gerulata in Rusovce (südlich von Pressburg), die ursprünglich vor allem als Militärlager dienten.

Wichtige Handelsrouten der Geschichte:
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1. Bernsteinstraße (der Begriff taucht zuerst beim Tacitus und Plinius dem Älteren auf), welche Südeuropa mit dem Baltikum verband
2. Donaustraße, welche die Gebiete um das Schwarze Meer mit Mitteleuropa verband
3. Böhmische Straße – Achse: Prag-Brünn-Skalica-Tyrnau-Gran

Diese Straße hat stark an Bedeutung im 14. Jahrhundert gewonnen, als der böhmische König Johann von Luxemburg mit dem ungarischen König Karl I. Robert von Anjou ein Abkommen über das Umgehen von Wien schloss. Dies geschah wegen dem Stapelrecht, das Wien seit dem Jahr 1221 besaß und das die ungarischen und böhmischen (über slowakische kann man zu der Zeit noch kaum sprechen) Handelsleute in eine schwierige Lage brachte. Die Böhmische Straße erleichterte aber nicht nur den Transport von Gütern, sondern auch die Verbreitung von wichtigen Informationen – die meisten Neuigkeiten erfuhr man im Mittelalter oft nur auf einem Markt.

Kurze Geschichte der Grenzmarkierungen#

Im Mittelalter wurden Grenzen zwischen Ländern meistens durch natürliche „Grenzzeichen“ markiert – etwa durch Steine, Felder, Bäume, Bäche, Flüsse usw. Im Gebiet des Böhmerwaldes wurden in die Rinde der Bäume die als „Grenzbäume“ vorgesehen waren, Wappen, römische Zahlen oder sogar Galgen geritzt. Während der Regierung Maria Theresias wurde u.a. auch eine Zollreform durchgeführt und eine ständige Bewachung der Grenze bestellt. Eine natürliche Grenze zwischen dem Königreich Ungarn und dem Erzherzogtum Österreich (innerhalb der Habsburgischen Monarchie) stellten die Flüsse Donau und March dar.

Verbindungen über die March#

Trotz verschiedenen historischen Ereignissen bestand zwischen dem Gebiet der heutigen Slowakei und des heutigen Österreich immer eine Verbindung, ob es sich um eine Brücke oder eine Fähre handelte. Eine der ältesten Verkehrsverbindungen bildet jene zwischen Moravský Svätý Ján und Hohenau, die bis ins 8. Jh. zurückgehen soll. Im 19. Jh. hat es dort eine hölzerne Brücke gegeben, die während der Kriege mit Preußen verbrannt wurde, sodass an ihrer Stelle eine Pontonbrücke errichtet wurde. Die Verbindung zwischen Záhorská Ves (Ungeraiden) und Angern kann man ins 16. Jh. datieren. Die hölzerne Brücke die die Herrschaft Angern aufrechterhielt, eröffnete den Weg bis nach Malacky. Eine Fähre verkehrte mindestens seit der Mitte des 17. Jh. zwischen Ve`lké Leváre (Großschützen) und Drösing, zwischen Stupava (Stampfen) und Marchegg sowie zwischen Gajary und Dürnkrut. Von der österreichischen Seite wurde diese Verbindung vor allem durch die nach Mariental pilgernden Menschen genutzt, von der slowakischen Seite durch die auf der österreichischen Seite Arbeitenden. Da Maria Theresia ihre Sommer in Schlosshof verbrachte, ließ sie im Jahr 1771 in der Nähe eine hölzerne Brücke über die March bauen, die ihr anderes Ende bei Devínska Nová Ves (Theben-Neudorf) hatte. Leider wurde diese Brücke im Jahr 1809 durch Eisschollen zerstört. Anstelle von dieser ließ der Graf Pálffy vier Jahre später eine andere Brücke erbauen, diese wurde während der Kriege mit Preußen aber ebenfalls zerstört. Eine dritte Brücke über die March auf derselben Stelle fiel wiederum den angestauten Eisschollen zum Opfer. Die einzige Brücke, die nach 1945 existent blieb, war die Brücke Devínska Nová Ves – Marchegg aus dem Jahr 1848. Die auf 25 Rundbogen stehende Brücke bildete den damals größten bekannten Eisenbahnbau. Im 19. Jh. wurde sie gesprengt, dann aber wieder renoviert – heute verkehren über sie Züge zwischen Bratislava Hauptbahnhof und Wien Südbahnhof.

Erste Tschechoslowakische Republik#

Die CSR ist am 28.10.1918 nach der Verkündigung des Nationalen tschechoslowakischen Komitees entstanden. Geographisch gesehen gehörten zu ihr: Länder der ehemaligen böhmischen Krone und der nördliche Teil des ehemaligen ungarischen Königreiches (die heutige Slowakei und Karpatenukraine) Die Grenzen des neuen tschechoslowakischen Staates wurden auf der Pariser Friedenskonferenz in den Jahren 1919-1920 bestätigt. An den neu festgesetzten Grenzen arbeitete die so genannte finanzielle Grenzwache. Ihr Wirkungsbereich war nicht nur der Grenz- sondern auch der Zollgebiet. Die neu entstandene Grenze verhinderte jedoch keinesfalls die engen geistigen (Wallfahrten nach Mariánka / Mariental – bei Stupava, östlich Marchegg, bekanntester Marienwallfahrtsort der Slowakei) und kulturellen Verbindungen – welche unter Anderem auch der Grund dafür waren, dass die im Grenzgebiet wohnenden Menschen ein paar Worte aus der jeweils anderen Sprache übernahmen.

Die tschechoslowakische Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg#

Gleich nach dem Zweiten Weltkrieg schien es, dass die Bewachung der Staatsgrenze an die Tradition der ersten Tschechoslowakischen Republik anknüpfen werde. Die Finanzwache wurde erneuert und lange Abschnitte der tschechoslowakischen Staatsgrenze wurden durch 5.600 Beamte gesichert. Ihre Hauptaufgabe war es, nicht nur Schmuggel, sondern auch illegales Überschreiten der Grenze zu verhindern. Der Grenzabschnitt zwischen der heutigen Slowakei und Österreich hat bis zum Sommer 1948 eine vergleichsweise leichte Möglichkeit zur Emigration ermöglicht, trotz der Tatsache, dass bereits im Mai 1948 die Bewachungsabteilung des Nationalsicherheitskorps entstanden ist. In den Jahren 1948-1950 ist es 23.354 Personen gelungen, aus der Tschechoslowakei zu fliehen. In der Gesamtheit betrug die Länge der Grenze Tschechoslowakei – Österreich aufgrund des Pariser Vertrags 132 km (davon betrug der „trockene“ Abschnitt 34 km und der „nasse“ 98 km).

Der Ausbau des Eisernen Vorhangs in der ehemaligen Tschechoslowakischen sozialistischen Republik#

Seit Februar 1948 wurden langsam alle Einzelhöfe und Wirtshäuser in der Nähe der Grenze liquidiert. Über Personen, die die Tschechoslowakei illegal verließen, begann der Staatssicherheitskorps (Štátna bezpečnosť - ŠtB) detaillierte Aufzeichnungen zu führen. Das militärische Modell der Bewachung der Grenze, der aus ihr einen beinahe undurchdringlichen Wall geschaffen hat, wurde im Jahr 1951 eingeführt.

Am 11. Juli 1951 wurde das Gesetz Nr. 69/1951 über den Schutz der Grenze genehmigt. Auf der tschechoslowakischen Seite des Eisernen Vorhangs gab es insgesamt etwa 300 Opfer durch Erschießen, Straßensperren, Hochspannungsdraht, Minen usw. An der slowakisch-österreichischen Grenze wurden mehr als 62 Personen getötet. Die wirkliche Zahl ist nicht bekannt. In einem geheimen Befehl des Innenministers Karol Bacilek aus dem Jahr 1952 hieß es, derartige "Agenten" sollten an unbekannten Orten, die nie von ihren Verwandten gefunden werden sollten, begraben werden. Von den Grenzschutzsoldaten starben etwa 648 Personen im Dienst, aber die meisten von ihnen durch Selbstmord, tragische Ereignisse oder durch „freundliches Feuer“ anderer Soldaten. Während den Feuergefechten mit Flüchtlingen starben nur 12 von ihnen.

Entsprechend dem oben erwähnten Gesetz wurden Grenzzonen errichtet. Die verbotene Zone begann meistens bis zu 2 km von der Staatsgrenze entfernt. Sie wurde durch weiße Tafeln mit folgender schwarzer Schrift gekennzeichnet: Vorsicht, verbotene Zone, kein Zutritt! Die Tiefe der Grenzzone betrug bis zu ca. 6 km. Das Grenzgebiet wurde von weißen Tafeln mit folgender roten Inschrift bezeichnet: Achtung, Grenzzone, Eintritt nur mit Genehmigung!

Aussehen und technische Einrichtungen#

Es gab drei Zäune - der erste Zaun war ca. zwei Meter hoch, er bestand aus Stacheldraht. Diese Drahtsperre wurde auch in einigen Abschnitten vermint. Ein weiterer Zaun mit einer Höhe von 220 cm stand ab 1955 unter einer Spannung von 3000 bis 6000 Volt. Der letzte Zaun diente als Barriere gegen wilde Tiere, damit diese nicht zum elektrischen Zaun kamen. Zwischen den Zäunen gab es eine geeggte Zone von ca. 20 m, die es ermöglichte, Spuren festzustellen. Nur in den Dörfern, die in unmittelbarer Nähe (Devin, Vysoká pri Morave, Záhorská Ves und Suchohrad) der Grenze lagen, war es nicht möglich, eine derartige Kontrollzone zu installieren. Für effektiveres Aufspüren von Flüchtlingen dienten Suchlichter und Stolperdrähte. Wurde ein Stolperdraht berührt, löste sich eine Signalrakete.

Die slowakisch-österreichischen Grenze wurde von 11 Brigaden mit 278 Offizieren, 713 Unteroffizieren und 909 Grenzsoldaten bewacht. Letztere verfügten über Pistolen, Maschinenpistolen und Maschinengewehre, Gewehre und andere Waffen (Panzerfäuste etc.). Sie hatten Suchhunde und Kampfhunde. Für die visuelle Überwachung des Terrains gab es 72 Wachtürme. An Orten, wo ein häufiges Überschreiten der Grenze festgestellt worden war, wurde eine Beleuchtung eingebaut. Bis 1953 wurden 4800 Schützengräben und 863 Tunnels errichtet.

Broschüre 'Eiserner Vorhang' - Devin/Theben
Broschüre "Eiserner Vorhang" - Devin/Theben
Broschüre 'Eiserner Vorhang' - Devin/Theben
Broschüre "Eiserner Vorhang" - Devin/Theben

Die Ideologie des Grenzschutzes, Vertreter, Public Relations#

Die Grenzsoldaten versuchten zunächst, die Unterstützung der lokalen Bevölkerung zu gewinnen. Sie organisierten Brigaden, die bei Bauvorhaben und in der Landwirtschaft halfen, sie führten Filme vor und veranstalteten Unterhaltungsprogramme. Für junge Menschen organisierten sie Truppen von jungen Grenzsoldaten. Im Jahr 1971 halfen Kinder, 5 Flüchtlinge aufzuhalten. Durch die sozialistische Propaganda indoktriniert, sahen viele Bewohner in der Grenzbewachung eine Garantie für ihre Sicherheit.

Neben den Grenzbewohnern wurde ein breites Netz von Informanten und Agenten, die für ihre Dienste bezahlt wurden, eingerichtet. Im Jahr 1957 hatte die 11. Brigade 176 Agenten und Informanten, ja sogar auf der österreichischen Seite (z.B. den Agenten Norbert, damals Gastwirt im Dorf Kittsee. Er übermittelte 165 Berichte, für die er mit 39.250 Schilling belohnt wurde). Daneben gab es auch Aushilfs-Grenzsoldaten, die aus Freiwilligen ausgewählt wurden. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bestand aus Beobachten und Herumlaufen. Der tatsächliche Kampfeinsatz der Grenzsoldaten stand unter Aufsicht eines Offiziers, der zuständig war für politische Zuverlässigkeit und Disziplin und der sein eigenes Netzwerk von Mitarbeitern organisierte.

Geglückte Grenzflucht#

Erfolgreiche Grenzüberschreitungen wurden als "Diskontinuität" bezeichnet. Die Grenzsoldaten hatten sich darum zu kümmern, dass „Diskontinuität“ nur ganz ausnahmsweise vorkommt. Aus Statistiken wissen wir, dass es z. B. im Jahr 1962 etwa 82 Fälle von Störungen gab, aus denen drei „Diskontinuitäten“ resultierten.

Erfolglose Flucht#

Motto: "Die Grenze ist keine Flaniermeile"! (Husák)

Wie sich aus den bisherigen Statistiken ergibt, war Diskontinuität nur sehr selten erfolgreich. Leider verloren dennoch einige Dutzend Menschen ihr Leben. Im Dezember 1952 in den Abendstunden, kroch eine Gruppe von Flüchtlingen unter einem Draht bei Jarov Bažantnica durch und lief bis zur Grenze. Darauf kamen sie unter Beschuss von Grenzsoldaten, die 459 Schüsse aus Gewehren und 90 Kugeln aus Panzerfäusten auf sie abgaben. Sie töteten vier Flüchtlinge (einschließlich eines 15-jährigen Mädchens) und verletzten einen 5 Jahre alten Buben. Das politische Sekretariat des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei verlieh eine Auszeichnung für Tapferkeit an die Mitglieder des Grenzschutzes, die die Liquidation und Inhaftierung von Bürgern bewerkstelligt hatten ...

Manchmal wurde die Verfolgung auch an der österreichischen Grenze fortgesetzt, wie es im Fall von Emil Lukovsky aus Zahor passierte. Hinter der Grenze konnten die Grenzsoldaten nicht offiziell eingreifen, weil es als Störung eines ausländischen Staates beurteilt werden würde. Inoffizielle Interventionen aber gab es, weil Grenzsoldaten durch Belohnungen in Form Urlaub oder Beförderung motiviert wurden. Während seiner Flucht erreichte Emil Lukovsky die March. Dort, bei dem Versuch, über den Fluss schwimmen, feuerten die Grenzbeamten 116 Schüsse aus Gewehren und Panzerfäusten auf ihn. Sie gaben später zu, dass Lukovsky bereits auf österreichischem Gebiet gewesen war. Schwer verwundet lag Lukovsky auf österreichischem Boden, was zu einem Problem für das ehemalige Regime auf internationaler Ebene führen hätte müssen. Dennoch schwammen Helfer ans österreichische Ufer und brachten den schwer verwundeten Lukovsky zurück auf das Gebiet der Slowakei. Nach seiner Operation klagte ihn die Regierung der Republikflucht an. Im Hinblick auf seine schweren Verletzungen mit bleibenden Folgen, wurde er "nur" in einer geschlossenen medizinischen Einrichtung isoliert.

Eines der letzten Opfer war ein Bürger der DDR, Peter Saurien, der am 21. April 1989 in Petržalka versuchte, die Grenze mit seinem Lada zu überqueren. Als ein Wachmann mit einem diplomatischen Auto vorfuhr, versuchte auch der Lada, die Linie zu überqueren. Die Grenzbalken schnitten das Dach vom Auto, wodurch ein DDR-Bürger getötet und ein zweiter schwer verletzt wurde.

Abenteuerliche Fluchtformen#

Trotz der starken Verteidigung gelang es mehreren Personen auf oft sehr abenteuerlichen Wegen die CR / CSSR zu verlassen. Eine Methode bestand darin, von einem Donauschiff zu springen. So z. B. 1956, als ein unbekannter Reisender eine Panik auslöste, indem er rief, ein Kind sei von Bord gegangen. Er sprang vollbekleidet in den Fluss und es gelang ihm, ans österreichische Ufer zu schwimmen.

Im Jahr 1980 war ein weiterer Grenzübergang erfolgreich mit viel Glück durch zwei Flüchtlinge in Jarovcie. Ihre Spuren wurden fälschlicherweise so interpretiert, als wären sie wieder auf slowakische Gebiet zurückgekehrt.

Im Mai 1985 entdeckte ein Tourist aus der ehemaligen DDR einen hohen Nussbaum nahe der Drahtsperre. Er sprang aus der Höhe von mehreren Metern hinunter, überwand die Sperre und erreichte schwimmend österreichisches Gebiet.

Eine der spektakulärsten Formen war eine Flucht durch einen Sprung von einem Drachenflieger, der vom Sandberg aus gestartet war.

Nach jeder Flucht wurden die Gründe ausgewertet. Als häufigste Ursachen wurden schlechte Erziehung, organisatorische Mängel, wenig Bereitschaft zum Handeln, Zögern, gegen Flüchtlinge zu handeln, Fahrlässigkeit während des Dienstes genannt.

Vom Eisernen Vorhang zum Grünen Band#

Wachturm bei St. Margarethen
Wachturm - Foto: Dietfried Olbrich
Im Sommer 1989 trafen sich die Außenminister von Österreich und Ungarn, Alois Mock und Gyula Horn, um feierlich die Grenzbarrieren zwischen ihren Ländern aufzuheben. Es war der erste Schritt zu den grundlegenden Veränderungen, die auf unserem Gebiet nach der sanften Revolution im Jahre 1989 aufgetreten sind.

Der hier abgebildete Wachturm steht an der Straße von St. Margarthen aus in direkt südlicher Richtung (nach Sopron), wo am 19. 8. 1989 das sog. Paneuropäische Picknick mit einer ersten Grenzöffnung stattgefunden hat.

Geschichte des Grünen Bandes#

Ökologische Forschungen in der Grenzlandschaft, vor Beendigung des Eisernen Vorhangs durch westliche Wissenschaftler haben die reiche Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt in diesen Regionen nachgewiesen. Im November 1989 organisierte die bayerische Tochter des „Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland“, eine der wichtigsten deutschen Umweltorganisationen, ein Treffen der deutschen Umweltschützer an beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. Damals einigten sich die deutschen Umweltschützer auf die Tatsache, dass die ehemalige innerdeutsche Grenze eine Region von außerordentlichem natürlichem Reichtum darstellt, die besonderen Schutz verdient. Die Teilnehmer an der Sitzung gebaren die Idee eines einzigartigen ökologischen Netzwerks. Das Grüne Band wurde nicht nur das erste gemeinsame Projekt der deutschen Umweltschützer, sondern auch ein einzigartiges Naturdenkmal in der jüngeren deutschen Geschichte.

Die Idee des Grünen Bandes Europa wurde 13 Jahre davor, im Zusammenhang mit dem Landschaft-Projekts des innerdeutschen Grünen Bandes geboren. Im Rahmen dieses Projektes hatten mehrere Künstler die Idee eines symbolischen West-Ost-Tores aus natürlichen Materialien als Symbol der Symbiose und Kunst an der ehemaligen Ost-West- Grenze in Deutschland geboren (siehe Foto).

Das Projekt eines europäischen Grünen Bandes wurde während einer Sitzung der World Conservation Union (IUCN) und der Deutschen Gesellschaft für Naturschutz im ungarischen Nationalpark Fertö-Hanság im September 2004 begründet.

Quelle#

Broschüre, erhältlich im Fremdenverkehrsamt Devínska Nová Ves (Theben-Neudorf)