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Ein Herz für Hörgeräte #

Augenmerk auf Akustik: Gestern Abend bekam Waltraud Schinko-Neuroth den Handelsmerkur für ihr unternehmerisches Lebenswerk. #


Mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von der Kleinen Zeitung (Mittwoch, 19. Oktober 2016)

Von

Markus Zottler


Waltraud Schinko-Neuroth
2011: Staffelübergabe an den Sohn. Unten: Mit 29 steht Waltraud Schinko-Neuroth an der Neuroth-Spitze
Foto: NEUROTH

Die Wörter rieseln gewohnt dynamisch, zeitlich eng aneinandergereiht, aber leiser als sonst aus dem Telefon. „Er schläft gerade“, flüstert Waltraud Schinko-Neuroth. „Er“ ist der aufgeweckte eineinhalbjährige Enkelsohn, der täglich den Bahnhof in Basel besuchen will und am liebsten schon jetzt einen „Toyota“ fahren möchte, wie die stolze Oma schmunzelnd von den ersten Wörtern des Kleinen erzählt.

Weil der Enkelsohn bald ein Geschwisterl bekommen wird, konnte die ab morgen 67-Jährige gestern Abend auch nur per Videobotschaft Danke sagen. In Graz hatte die Wirtschaftskammer Waltraud Schinko-Neuroth zuvor mit dem Handelsmerkur für das unternehmerische Lebenswerk ausgezeichnet. Ein Lebenswerk, das Kundenfokus und eben jene Familie als zentrale Themen kennt.

Gleich nach der Matura steigt die Wienerin in die von Großtante Paula 1907 gegründete Firma ein, 1979 erklimmt Waltraud nach dem Tod des Vaters die Unternehmensspitze des Hörakustik-Spezialisten. Die engagierte Unternehmerin verlegt den Firmensitz von Wien ins liebliche Schwarzautal und beginnt mit 29 Jahren die ersten Zeilen einer großen Expansionsgeschichte zu schreiben. Fachinstitut folgt auf Fachinstitut, alleine in Österreich sind es heute 120. 32 Jahre führt Schinko-Neuroth das Familienunternehmen, 2011 gibt sie die Geschäfte an Sohn Lukas ab. Tochter Julia verantwortet das Frankreich-Geschäft, und Gregor, der älteste Sohn, sitzt an der Aufsichtsratsspitze.

Die Entkoppelung war für die Mutter nicht immer einfach, heute ist sie stolz, dass sie in der Firma „nicht mehr abgeht“. Zu einem Zeitpunkt, wo Neuroth auch in der Schweiz, in Liechtenstein, Slowenien oder Kroatien wirtschaftlich Fuß gefasst hat. „Gemeinsam mit ihrem Mann“ habe Schinko-Neuroth in der Akustik „Pionierarbeit geleistet“, erklärt Handelsobmann Gerhard Wohlmuth die Merkur- Wahl. Was das Unternehmen in Vertrieb und Ausbildung leiste, sei „wegweisend“.

Apropos wegweisend. Noch einmal zurück zur Familienplanung: Im Dezember werden die Neuroths nämlich schon wieder wachsen. Dann zieht ein Bernhardiner als Vierbeiner Nummer fünf in Schwarzau ein.

Kleinen Zeitung, Mittwoch, 19. Oktober 2016