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Die Entwicklung der non-print Medien 1945-1995, gesehen aus dem Jahr 2018#

H. Maurer, Anmerkungen Oktober 2018

Einleitung#

Unter genau dem Titel dieses Aufsatzes, also unter Die Entwicklung der „Non-Print“ Medien1945 - 1995Hermann Maurer19951945 - 1995 habe ich, zu einem Zeitpunkt an dem das Internet noch keine wirkliche Bedeutung hatte, einen Bericht über die Entwicklung bis dahin und die vorhersehbare Zukunft geschrieben.

Ich hatte diesen kurzen Beitrag ganz vergessen. Ein Freund von mir, der Schriftsteller, Künstler und Philosoph Martin Krusche machte mich unlängst darauf aufmerksam, und dass ich damals nicht so falsch lag. Beim Lesen des Beitrags war ich selbst etwas überrascht: Dass die Entwicklung bis 1995 einigermaßen korrekt wiedergegeben ist kann man erwarten, aber in drei Punkten machte ich Aussagen, bei denen ich mich freue, Entwicklungen vorhergesagt zu haben, die inzwischen eingetroffen sind:

Erstens#

Das Fernsehen hat die Welt grundlegend verändert, und in vieler Hinsicht nicht zum Besseren. (a) In Entwicklungsländern (wie z.B. in dem 1960 noch friedlich und zufriedenem Nepal) weckten die Elektrifizierung und das Fernsehen Wünsche nach Dingen die man sah, aber nicht haben konnte, und schaffte damit Unzufriedenheit (bis heute). Oft ist eben Unwissen besser als Wissen! Nicht umsonst heißt es: „Was man nicht weiß, macht einem nicht heiß“; (b) In vielen anderen Ländern veränderte das Fernsehen die Gesellschaft: Weit entfernt von dem hohen Ziel mehr Wissen und Bildung zu schaffen zerbrach es die Gespräche, oft mit Spielen verbunden, innerhalb von Familien oder mit Freunden zu Gunsten eines passiven Konsums oft sehr mäßiger Filme oder Beiträge. Wenn jemand mehr Argumente benötigt, bitte das Buch von Neil Postmann „Wir amüsieren uns zu Tode“ lesen! Ich zitiere mich mehr oder minder wörtlich selbst aus dem erwähnten Beitrag: „Jetzt entsteht eine Art von weniger passiven Medien. Es bleibt zu hoffen, dass netzbasierende Medien Gesellschaft durch ihre aktive und kommunikative Komponente positiv beeinflussen werden. Hoffnung allein ist aber wohl zu wenig. Wir sollten auf dauernde und gegebenenfalls steuernde Eingriffe nicht verzichten: Wir haben darauf schon - beim Fernsehen - verzichtet. Es ist sehr fraglich, ob das klug war.“

Zweitens#

Ich prognostizierte, dass das Fernsehen mit einigen wenigen Programmen verschwinden würde zugunsten einer fast unbeschränkten Auswahl von Programmen hoher technischer Qualität (auch 3D, mit Schirmen mit viel besserer Auflösung als klassische Fernsehgeräte sie zur Verfügung stellen) aus dem Internet. Wenn man bedenkt, dass schon über 50% des Konsums von Filmen über Netflix kommt, wenn man YouTube betrachtet, wenn man die überbordenden Sozialen Netze wie Facebook betrachtet, dann ist wohl auch diese Prognose schon fast Realität geworden.

Drittens#

Eine große Menge von anonymen oder marktschreierisch angebotenen Informationen verbessert NICHT den Informationsstand, sondern kann eher verwirren. Das wird inzwischen allgemein anerkannt, siehe nur den Beitrag in der Wiener Zeitung vom 19. Oktober. Ich zitiere: „Insofern ist es schon tragisch, wenn einerseits immer mehr politische Teilhabe gefordert wird, der Bürger sich aber nicht argumentativ fundiert mit Wissen ausstatten kann, weil er die Masse an Information nicht kanalisieren und bewerten kann.“

Österreich braucht daher eine Datenbank wie das Austria-Forum#

Es ist das genau der Grund warum fundiertes Wissen wie es das Austria-Forum bietet nicht nur sinnvoll ist, sondern ausgebaut werden muss, so dass zu allen wichtigen Themen fundierte Beiträge von Fachleuten vorliegen. Es ist zu hoffen, dass dieser Ausbau mit Hilfe des BMBWF über die Universitäten des Landes in allen Bereichen, darunter natürlich auch die wichtigen technischen Aspekte möglich sein wird, wie in dem Kurzbeitrag über die Bedeutung des Austria-Forums erläutert.