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Notiz 028: Wer nicht wirbt, der stirbt#

von Martin Krusche

Bevor die heurigen Jubiläumsfahrzeuge auf den Markt kamen, der Haflinger und die Daisy (Moped DS 50), war dieser Markt schon gut aufbereitet. Österreich hatte das nötige Vertriebsnetz und die wichtigen Servicestellen quer durchs Land. Es ist ein interessantes Stück Sozialgeschichte, wenn man beachtet, wie damals im Rahmen der Volksmotorisierung Österreichs die Werkstätten in Anzahl und Dimension wuchsen, teilweise zu soliden Autohäusern wurden, die bis heute bestehen.

1956: Inserat im Steirischen Bauernkalender (Archiv Martin Krusche)
1956: Inserat im Steirischen Bauernkalender (Archiv Martin Krusche)

Es war auch seinerzeit üblich, Neufahrzeuge mit einem Händlerhinweis zu versehen. Erst einmal aufgeschraubte Plaketten, dann zunehmend Abziehbilder, Aufkleber, heute würde man Sticker sagen. Ich könnte eine eigene Stilkunde verfassen, die diese Details behandelt. Dazu finde ich sehr sehenswert, auf welche Weise sich die Inserate verändert haben, gleichermaßen graphisch wie in den wörtlichen Werbebotschaften.

Typische Händlerplakette, im robusten Schraubstil angebracht. (Foto: Martin Krusche)
Typische Händlerplakette, im robusten Schraubstil angebracht. (Foto: Martin Krusche)

Ich hab hier als erstes Motiv ein kleines Insert aus dem Steirischen Bauernkalender des Jahres 1956 gewählt. Solche Einschaltungen waren in diversen Publikationen häufig zu finden. Die Fahrzeuggrafiken kamen von der Steyr-Daimler-Puch AG. So konnten regionale Betriebe günstig auf sich aufmerksam machen. An diesem kleinen Beispiel erkennt man die Tendenz: es gab die unterschiedlichen Fahrzeugarten unter einem Dach.

Bei manchen Anbietern konnte man sich auf einem Platz umfassend zwischen Fahrrädern, Mopeds, Rollern, Motorrädern, PKW und Traktoren umsehen, während die LKW aus Steyr eher eigene Verkaufsstellen hatten. Allerdings sich motorisch bei den frühen LKW-Modellen viel mit den Traktoren. Es mag wohl die Größe der verfügbaren Werkstätten über das Fahrzeugangebot entschieden haben. Freilich wurde damals bei Platzmangel einfach im Freien gearbeitet, auch im Winter.

So warb der Mischkonzern im Jahr 1949. („Motorrad“, Archiv Martin Krusche)
So warb der Mischkonzern im Jahr 1949. („Motorrad“, Archiv Martin Krusche)

In dem Zusammenhang fand ich ein Inserat sehr interessant, das die STDPAG im Oktober 1949 geschaltet hatte. Da waren die ersten Traktoren und LKW schon verfügbar, auch Fahrräder und Motorräder. (Das erste Moped folgte dann 1954, das Puch-Schammerl 1957.) Der Mischkonzern warb mit solchen Graphiken für das gesamte Fahrzeugangebot, hier im Magazin „Motorrad“. (Klicken Sie die Illustration an, um sie zu vergrößern, damit Sie die Details gut sehen können!)

Die Worte und Zeichen Steyr + Puch waren also ständig präsent, sei es über die Fahrzeuge auf den Straßen, sei es in Magazinen und Zeitschriften. Der Haflinger rollte in ein dicht besetztes Feld, auf dem die Marke permanent wahrgenommen werden konnte; auch wenn er selbst über viele Jahre im Privatbesitz praktisch kaum vorkam, sondern hauptsächlich als Militärfahrzeug. Aber den heutigen Rang der Marke und des Fahrzeuges versteht man besser, wenn man diese Kontinuität kennt.