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Österreichisches Museumsgütesiegel, © http://www.museumsguetesiegel.at

Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank#

1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 3 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 3


Die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) besteht seit 1816. Ihr derzeitiges Hauptgebäude - einen "Palast des Geldes" samt Druckerei - plante Leopold Bauer 1913. Der Erste Weltkrieg verhinderte das großzügige Projekt. Danach kam nur der noch bestehende Teil am Otto-Wagner-Platz zur Ausführung. Darin befindet sich seit den 1980er Jahren das Geldmuseum. Es dokumentiert die Entwicklung des Geldwesens von den Anfängen bis in die Gegenwart und macht Währungspolitik im Spiegel der Geschichte einem breiten Publikum zugänglich.

Das Geldmuseum Wien gehört mit dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums und des Grazer Landesmuseums Joanneum zu den größten numismatischen Sammlungen Österreichs. Zu den rund 200.000 Objekten zählen 30.000 Münzen, Bestände zur Geschichte des österreichischen Papiergeldes, wie Banknoten, Druckplatten, Zeichnungen und Entwürfe sowie andere Zahlungsmittel. Seit den 1980er Jahren bestehen im Erdgeschoß der OeNB zwei Schauräume, deren Gestaltung 1999 und 2003 modernisiert wurde. Das Museum bietet bei freiem Eintritt Führungen durch die Dauerausstellung und Sonderausstellungen, sowie Workshops, besonders für Jugendliche. Seit September 2018 präsentiert sich das Geldmuseum neu. Die ständige Ausstellung umfasst neun Themengruppen:

Knopfsichel aus der Bronzezeit

Tauschhandel
Erste Nachweise finden sich vor 30.000 Jahren. In manchen Regionen ist Tauschhandel auch heute üblich. Zu den Zahlungsmitteln zählten Naturalien ebenso wie aufwändig gestaltete Metallobjekte.

Bild 'Münzen'

Münzen
Die ersten Münzen, aus Edelmetall mit eingeprägten Bildern, entstanden im 7. Jahrhundert v. Chr. in der heutigen Türkei. Mit der griechischen Kolonisation verbreitete sich das Münzwesen im Mittelmeerraum, die Römer entwickelten es den Erfordernissen eines Großreiches entsprechend weiter.

Papiergeld
Die Anfänge des Papiergeldes liegen in China. In Spanien verwendete man im 15. Jahrhundert Geldscheine als Notgeld. Im 17. Jahrhundert führten Schweden, England und Frankreich Banknoten als Zahlungsmittel ein. Seit 1816 ist die Erzeugung und Ausgabe von Banknoten eine Aufgabe der österreichischen Notenbank.

Die Geschichte der Notenbank
1816 erfolgte die Gründung der privilegirten oesterreichischen National-Bank. 1821-1823 wurde in der Herrengasse das erste Bankgebäude errichtet, dem 1856-1860 das von Heinrich Festel geplante Bank- und Börsengebäude folgte. Das heutige OeNB-Hauptgebäude war 1925 fertiggestellt. Nach der Liquidation 1938 erfolgte 1945 die Wiederbegründung der OeNB. 1995 wurde sie ein Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken. Seit 2000 ist die Republik Österreich alleinige Eigentümerin der OeNB, zu der auch die Münze Österreich zählt.

Silber und Gold. Die Währungsreserven
Währungsreserven dienen der Gestaltung der Währungspolitik. Mit der Zunahme des Papiergeldumlaufs übernahmen die Währungsreserven der Notenbanken die Wertsicherung. Zur Zeit der Gründung der OeNB basierte die österreichische Währung, wie seit dem Mittelalter, auf Silber. Als dieses an Wert verlor, trat Gold als Währungsreserve an seine Stelle. Dies ist auch in der Gegenwart, in geringem Ausmaß, der Fall.

Flachbett-Kreditkarten-Imprinter

Un-Bar. Der Zahlungsverkehr
In Österreich spielt Bargeld nach wie vor eine große Rolle. Dennoch wächst der unbare Zahlungsverkehr ständig. "Buchgeld", Einlagen bei Banken, entstand in seiner heutigen Form im 17. Jahrhundert, als niederländische und norddeutsche Kaufleute einen bargeldlosen Zahlungsverkehr aufbauten. Jetzt werden die Transaktionen fast nur elektronisch abgewickelt. Dazu dienen u.a. Bankomatkarten und die in Östereich 1980 eingeführten Kreditkarten.

Zu teuer, zu billig. Preisstabilität
Stabile Preise und eine dauerhaft niedrige Inflation (ca. 2 %) sind das Ziel des Eurosystems. Die Sicherung der Preisstabilität zählt zu den wichtigten Aufgaben der Zentralbanken.

Testen und Prüfen. Finanzmarktstabilität
Ein stabiles Banken- und Finanzsystem gibt Sparern, Anlegern und Kreditnehmern Sicherheit. Im Lauf der Geschichte kam es immer wieder zu Spekulationsblasen. Als erste gilt die Tulpenmanie in den Niederlanden in den 1630er Jahren. Eine Blumenzwiebel soll 87.000 € gekostet haben. Im Zuge der Wiener Weltausstellung 1873 erschütterte der Börsenkrach die internationale Finanzwelt. 2007 platzte in den USA eine Immobilienblase. Auch der Euroraum war betroffen. 2009 schlitterte das Euro-Währungsgebiet in eine Rezession.

Sparen, Anlegen, Ausgeben. Der Umgang mit Geld

Mit dem Durchbruch der Geldwirtschaft gewann das Sparen an Bedeutung. Erst im 19. Jahrhundert entstanden kommerzielle Sparkassen. Die erste Aktie stammt aus dem Jahr 1288 aus Schweden, dort gab es 1612 auch die erste Börse. Die klassischen Urkunden werden nicht mehr verwendet, Depotbanken verwalten die Anteile digital.

Quelle:
Das Geld. Katalog des Geldmuseums Wien, 2018.

Bilder:
Pressefotos der OeNB

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