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Klimawandel und Gerechtigkeit#

ForscherInnen der Uni Graz gehen der Frage nach, wer für historische Emissionen und damit auch für deren Konsequenzen verantwortlich ist#

In einem FWF-Projekt befassen sich Grazer ForscherInnen mit der Frage der Klimagerechtigkeit.
In einem FWF-Projekt befassen sich Grazer ForscherInnen mit der Frage der Klimagerechtigkeit.
Foto: skeeze/pixabay.com

Wer von den heute Lebenden ist für historische Emissionen verantwortlich – und damit auch für deren Konsequenzen? Und welche Verpflichtungen leiten sich daraus ab? Antworten auf solche heiklen Fragen wurden in einem Projekt des Wissenschaftsfonds FWF gesucht. Dabei haben Grazer ForscherInnen sowohl juristische als auch philosophische und politische Argumentationen unter die Lupe genommen und neue Theorien entwickelt.

Verhandlungen über Klimaziele gestalten sich meist langwierig und zäh. Vielleicht auch deshalb, weil es dabei um so schwierige Themen wie Gerechtigkeit geht. Im Wesentlichen dominieren derzeit zwei Prinzipien. Erstens die kompensatorische Gerechtigkeit, das heißt, wer Emissionen verursacht, zahlt im Gegenzug Geld dafür. Und zweitens gibt es das Prinzip der distributiven Gerechtigkeit. Das bedeutet, dass Emissionsrechte pro Kopf gleich verteilt werden sollen.

Doch wendet man diese Prinzipien auf historische Emissionen an, stellen sich einige ethische Fragen. Denn wer von den heute Lebenden ist für die oftmals unwissentlich erfolgte Verschmutzung durch vorherige Generationen verantwortlich? Und wie kann bei der aktuellen Verteilung von Emissionen berücksichtigt werden, dass die heutige hohe Lebensqualität in einigen Teilen der Welt überhaupt erst auf Grundlage historischer Emissionen geschaffen wurde? Das FWF-Projekt "Klimagerechtigkeit. Die Signifikanz historischer Emissionen" an der Universität Graz ist diesen Fragen nachgegangen und dabei auch auf überraschende Antworten gestoßen.