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Leuchtende Gentech-Farbe aus Tiefseequallen im Kunstunterricht#

Im Rahmen eines Sparkling Science Projektes entwickelten Schüler gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Salzburg einen weltweit einzigartigen Malfarbstoff. Das Projekt BIO KoSMoS war heuer einer der Preisträger beim diesjährigen U19 - create your world - Prix Ars Electronica.#

Leuchtende Gentech-Farbe
Leuchtende Gentech-Farbe
Foto: Universität Salzburg

In einem zweijährigen Wissenschafts- und Kunstprojekt halfen Schülerinnen und Schüler fünf österreichischer Schulen (ORG Gmunden, BRG Reutte, BRG Judenburg, BRG St. Johann im Pongau, Musisches Gymnasium Salzburg) unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Michael Wallner vom Fachbereich Molekulare Biologie der Universität Salzburg und der künstlerischen Leitung von Mag. Reinhard Nestelbacher einen weltweit einzigartigen Malfarbstoff zu entwickeln und zu erzeugen.

Im Rahmen des Förderprogramms Sparkling Science des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gelang es den Schülern in künstlerisch-wissenschaftlichen Arbeitsgruppen, das in Tiefseequallen entdeckte Protein GFP (green fluorescence protein) in großen Mengen im Labor herzustellen und zu reinigen.

Um das Protein auch als Malfarbe für die künstlerische Gestaltung einzusetzen wurden unterschiedliche Varianten von GFP, die in verschiedenen Farben fluoreszieren können, in Versuchen modifiziert, vermischt und getestet. Schließlich konnten mehrere mal- und haltbare, hell leuchtende Farbvarianten entwickelt werden. Ungewöhnlich bei der neuen künstlerischen Farbe ist deren Leuchtkraft unter anregendem UV-Licht. Dieser Effekt hat auch die Besucher der ars electronica besonders begeistert.

Es war jedoch nicht das Ziel, diese Farbe lediglich herzustellen, sondern daraus Bilder anzufertigen. Die Schüler schufen einzigartige leuchtende Biotech-Kunstwerke! Werke, die auch die Jury des Prix Ars Electronica überzeugten. Darüber hinaus wurden Experimente mit einem Drucker oder Plotter durchgeführt. Auch hier entstanden tolle Kunstdrucke mit den leuchtenden Gentech-Farben.

Das Förderprogramm Sparkling Science ermöglicht es Forscherinnen und Forschern, wissenschaftliche Projekte gemeinsam mit Schulen durchzuführen. Der wissenschaftliche Leiter des Projektes, Dr. Michael Wallner von der Universität Salzburg lobt den mutigen Schritt, ein Projekt im Innovationsbereich zwischen Wissenschaft und Kunst zu fördern und ist überzeugt, dass sich die viele Arbeit für alle gelohnt hat: bei der Ausstellung während des Festivals der Ars Electronica wurde dem Projektteam die Leuchtfarbe in interaktiven Workshops förmlich „aus der Hand gerissen“.

Die künstlerische Projektleitung hatte Mag. Reinhard Nestelbacher von den Flying Labs. „Mit diesem Kunst-Biologie-Projekt haben wir eine Plattform für einen innovativen und spannenden Bildungsansatz geschaffen“, betont Projektleiter Michael Wallner. Im Sinne einer offenen Wissenschaft gemeinsam mit Schulen seien sehr ungewöhnliche Ideen entwickelt worden, so Wallner. Mittlerweile plant das Projektteam, das neue Malmaterial auch zu vermarkten.

Für die Damen und Herren von den Medien können am Freitag, den 11. November Laborexperimente mit diesen Farben an der Naturwissenschaftlichen Fakultät gemeinsam mit Schülern aus dem Musischen Gymnasium gezeigt werden. Bei Interesse bitte Dr. Wallner oder Mag. Nestelbacher kontaktieren.