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Systemischer Ansatz zur Rettung heimischer Fischarten dringend erforderlich #

Die Ökosysteme der Flüsse und Bäche kommen zunehmend unter Druck. Die Bestände zahlreicher heimischer Fischarten schrumpfen, manche Arten sind bereits vom Aussterben bedroht. Es bedarf weiterer Grundlagenforschung, um eine Trendumkehr zu schaffen. #

Die Lebensräume heimischer Fischarten werden kleiner. Manche Arten wie Störe sind bereits bedroht.
Die Lebensräume heimischer Fischarten werden kleiner. Manche Arten wie Störe sind bereits bedroht.
Foto: © Inst. f. Hydrobiologie und Gewässermanagement

Die heimischen Gewässer sind von den Auswirkungen des Klimawandels massiv betroffen. Aquatische Ökosysteme reagieren häufig sehr früh auf sich verändernde Bedingungen und steigende Wassertemperaturen. „Die Maßnahmen, die wir dringend ergreifen müssen, müssen umfassend sein und benötigen einen systemischen Ansatz, der die Wirkzusammenhänge differenzierter analysiert und prognostiziert“, betont Thomas Hein, Leiter des Instituts für Hydrobiologie und Gewässermanagement der Universität für Bodenkultur Wien.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich der Lebensraum heimischer Fischpopulationen zunehmend verkleinern wird. Höhere Temperaturen können einen Leiteffekt haben, das heißt, Fischarten wandern aus ihrem bisherigen Lebensraum ab, bevor noch die für sie eigentlich letalen Wassertemperaturen erreicht werden. Wärmere Bäche und Flüsse können auch den Ausbruch und den Verlauf von Krankheiten wie der Prolifertativen Nierenkrankheit (PKD) begünstigen, von der besonders Forellen betroffen sind.

„Der Bestand der Donau-typischen Leitarten hat in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen, speziell die Nase und die Barbe“, so Hein. In manchen Stauraumbereichen beträgt die Dichte des Vorkommens nur noch rund 10% im Vergleich zu den vergangenen 25 Jahren, obwohl Verbesserungsmaßnahmen teilweise gesetzt wurden. Noch dramatischer ist die Situation bei den Stören. Zwei der sechs Störarten in der Donau sind in den letzten Jahren ausgestorben, in Österreich gibt es nur noch eine Art, den Sterlet, der durch das Wiederansiedlungsprogramm „Life Sterlet“ vorm Aussterben geschützt werden soll.

Artenreichtum und Wasserqualität stehen in unmittelbarem Zusammenhang. „In einem Ökosystem wie einem Fließgewässer, hat jedes einzelne Lebewesen eine wichtige Funktion für die Balance des Gesamten“, erläutert Hein. Daher sei das 200-Millionen-Förderpaket des Bundes zur Renaturierung heimischer Bäche und Flüsse begrüßenswert, aber der Rahmen sollte sich an den Notwendigkeiten orientieren. Hein: „Es besteht weiterhin Handlungsbedarf. Wir brauchen Grundlagenforschung, um die multiplen Stressoren noch exakter analysieren und damit gezielter agieren zu können. Wir befinden uns in einer tiefen Biodiversitätskrise und dürfen jetzt nicht lockerlassen, wenn wir das bereits Erreichte nicht wieder gefährden und eine Trendumkehr schaffen wollen.“

https://life-sterlet.boku.ac.at

http://www.interreg-danube.eu/approved-projects/measures

Kontakte:#

Univ. Prof. Dr. Thomas Hein
Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement
Universität für Bodenkultur Wien
thomas.hein(at)boku.ac.at
+43 1 47654-81201

Dipl.-Ing. Dr. Thomas Friedrich
Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement
thomas.freidrich(at)boku.ac.at
+43 1 47654-81244

Dipl.-Ing. Dr. Günther Unfer
Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement
guenther.unfer(at)boku.ac.at
+43 1 47654-81213