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Die Entwicklung der Wappen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie#

von Peter Diem und Michael Göbl


Die Wappen von Maria Theresia und Josef II. (1765)#

Maria Theresia
Maria Theresia
Maria Theresia: Nach dem Tod ihres Gemahls Kaiser Franz I. wurde 1765 das Große Wappen von Maria Theresia, nunmehr als Kaiserinwitwe, einer Regulierung unterzogen. Der schwarze nimbierte Doppeladler wird von der Kaiserkrone überhöht und trägt auf der Brust einen Hauptschild, auf dem die Kronen der Königreiche Ungarn und Böhmen liegen. Der Hauptschild enthält einen kleineren Schild mit den Wappen: Steiermark, Kärnten, Krain, Habsburg, Tirol, Kiburg, Görz,Gradisca und BurgaFranz I.u. Sein Herzschild trägt das Wappen von Österreich (Bindenschild). Der Hauptschild enthält drei Reihen mit acht Feldern. In der oberen Reihe:die Wappen der Königreiche Ungarn (von Altungarn, Dalmatien, Kroatien undSlavonien geviert, Neuungarn im Herzschild), Spanien (von Kastilien, Leon, Aragon und Sizilien geviert), Böhmen (von Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz geviert, Böhmen im Herzschild). In der mittleren Reihe:Siebenbürgen und Württemberg/Schwaben. In der unteren Reihe: Herzogtum Burgund (von Brabant, Limburg, Luxemburg und Flandern geviert, Altburgund im Herzschild). Von Lombardei, Mailand, Guastalla und Mantua gespalten. In der eingepfropften Spitze Parma und Piacenza. Das achte Feld ist von Jerusalem, Toskana, Neu-Anjou und Baar geviert mit Lothringen im Herzschild.



Josef II.
Josef II.

Joseph II.: Nach dem Tod seines Vaters wurde Joseph II. 1765 Kaiser und unterzog dasGroße Wappen einer Regulierung. Der schwarze nimbierte Doppeladler wird von der Kaiserkrone überhöht und trägt auf der Brust einen Hauptschild, auf dem die Kronen der Königreiche Ungarn und Böhmen liegen. Der Adler hält Schwert und Zepter im rechten und den Reichsapfel im linken Fang. Den Hauptschild umgibt die Kollane des Ordens vom Goldenen Vlies, darunter der militärische Maria-Theresien-Orden und der ungarische St. Stephans-Orden. Der Hauptschild enthält einen kleineren Schild mit den Wappen: Steiermark, Kärnten, Krain, Württemberg, Schwaben Habsburg, Tirol, Gradisca, Görz und Burgau. Sein Herzschild trägt das Wappen von Österreich und Lothringen gespalten. Der Hauptschild enthält drei Reihen mit acht Feldern. In der oberen Reihe: die Wappen der Königreiche Ungarn (von Dalmatien, Kroatien, Slavonien und Galizien/Lodomerien geviert, Alt- und Neuungarn im Herzschild), Spanien (von Kastilien, Leon, Aragon und Sizilien geviert), Böhmen (von Mähren, Schlesien,Ober- und Niederlausitz geviert, Böhmen im Herzschild). In der mittleren Reihe: Toskana und Siebenbürgen. In der unteren Reihe: Herzogtum Burgund (von Brabant, Limburg, Luxemburg und Flandern geviert, Altburgund im Herzschild). Von Lombardei, Mailand, Guastalla und Mantua gespalten. In der eingepfropften Spitze Parma und Piacenza. Das achte Feld ist von Neu-Anjou, Baar, Geldern und Brabant geviert, von ? und Falkenstein gespalten, in der eingepfropften Spitze, Jerusalem im Herzschild.

Franz I. (1804) Kaiser von Österreich#

Kleines Wappen 1804
Kleines Wappen 1804

Mittleres Wappen 1804
Mittleres Wappen 1804

Großes Wappen 1804
Großes Wappen 1804

Kleines Wappen 1804

Einem von der Deutschen Kaiserkrone überhöhten und nimbierten Doppeladler wurde ein Brustschild mit gekröntem Doppeladler und Bindenschild als Brustschild aufgelegt. Auf dem Brustschild ruht die stilisierte österreichische Kaiserkrone.

Mittleres Wappen 1804
Die Adlerflügel wurden zweimal halbkreisförmig mit den Wappen belegt, rechts von: Ungarn Galizien, Venedig, Siebenbürgen, Mähren/ Schlesien; links: von Böhmen, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Tirol und Schwaben.

Großes Wappen 1804
Besteht aus dem großen deutschen Rückenschild, einem Mittelschild, einem Herzschild und vier Nebenmittelschilden. Die Deutsche Kaiserkrone befindet sich über dem Rückenschild, die stilisierte österreichische Kaiserkrone über dem Hauptschild. Die alte Reichskrone zusammen mit der stilisierten Rudolfinischen Hauskrone als Herzschild auf Doppeladlern: Der Bindenschild dient erstmals als allumfassendes Symbol des Gesamtstaates Österreich.

Franz II., (1806) Ende des Heilien Römischen Reiches#

Kleines Wappen 1806
Kleines Wappen 1806

Mittleres Wappen 1806
Mittleres Wappen 1806

Großes Wappen 1806
Großes Wappen 1806

Kleines Wappen 1806
Der Herzschild ist dem Kreuz des deutschen Ritterordens aufgelegt und enthält das genealogische Wappen des Hauses Habsburg (gespalen von Habsburg/Österreich/Lothringen)

Mittleres Wappen 1806
Der Herzschild ist dem Kreuz des deutschen Ritterordens aufgelegt und enthält das genealogische Wappen von  Habsburg (gespalten von Habsburg/Österreich/Lothringen). Seitenschilde, rechts: Ungarn, Galizien, Salzburg, Siebenbürgen, Mähren/Schlesien;links: Böhmen, Niederösterreich, Krakau, Würzburg/Franken, Steiermark, Kärnten.

Großes Wappen 1806
Weggelassen werden die Wappen der abgetretenen Provinzen; aufgenommen wurden die Wappen der Sekundo- und Tertiogenituren des Hauses Habsburg. Aufzugeben waren die Wappen folgender Territorien: Schwaben, Eichstätt, Passau, Brixen, Lindau, Tirol, Breisgau, Ortenau, Montfort, Hohenems, Ober- und Niederhohenberg, Bregenz, Sonnenberg, Rothenfels, Blumeneck, Hofen, Verona, Vicenza und Padua.
Neuaufgenommen werden: Würzburg und Franken sowie der deutsche Ritterorden. Der Bindenschild wurde wieder weggelassen und dafür erstmals das sogenannte genealogische Wappen des Hauses Habsburg verwendet. Die spanischen und lothringischen Anspruchswappen wurde beibehalten, die Wappen der galizischen Länder breitgefächert: 
Neben Galizien und Lodomerien kamen zur Darstellung: Krakau als Großherzogtum, Massovien, Sandomir, Wolhynien, Auschwitz, Lublin, Zator, Podlachien und Brzesz.

Franz I. Österreichischer Kaiser (1815)#

Aufgrund des Pariser Friedens wurden verschiedene frühere abgetretene Länder wieder mit Österreich vereinigt. Regulierung des mittleren Titels und Wappens.

Kleines Wappen 1836
Kleines Wappen 1836

Mittleres Wappen 1836
Mittleres Wappen 1836

Großes Wappen 1836
Großes Wappen 1836

Kleines Wappen 1836
Das Kreuz des dt. Ritterordens fällt weg. Das Wappen enthält nur noch den genealogischen Schild des Hauses Habsburg

Mittleres Wappen 1836
Das Kreuz des deutschen Ritterordens fällt weg. Enthält nur noch den genealogischen Schild des Hauses Habsburg und die auf den Adlerflügeln aufgelegten zehn Seitenschilde: rechts: Ungarn, Lombardei/ Venedig, Niederösterreich, Siebenbürgen, Mähren/Schlesien; links: Böhmen, Galizien, Salzburg, Steiermark/Kärnten, Tirol|

Großes Wappen 1836
Dieses wurde unreguliert beibehalten und für die nächste Thronbesteigung zurückgestellt.

Ferdinand I. (1836)#

Kleines Wappen 1836
Keine Änderung

Mittleres Wappen 1836
Das mittlere Wappen enthält als Brustschild den genealogishen Schild des Hauses Habsburg und die auf den Adlerflügeln aufgelegten elf Seitenschilde. Rechts: Ungarn, Lombardei/Venetien, Illyrien, Siebenbürgen, Mähren/Schlesien; links: Böhmen, Galizien, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark/Kärnten; unten Mitte: Tirol

Großes Wappen 1836
Dieses wird zum letzten Mal reguliert 

Franz Joseph I.(1848)#

Keine Änderungen beim kleinen Wappen, im mittleren Wappen Ausscheiden des Wappens der Lombardei/Venedig, dafür erhält die Steiermark, die bisher mit Kärnten den Schild teilte, einen eigenen Schild.

Kleines Reichwswappen
Kleines Reichswappen 1815-1915
Mittleres Wappen 1867
Mittleres Wappen 1867

Franz Joseph I. (1866)#

Das Kleine Wappen bleibt gleich.
Das Mittlere Wappen enthält als Brustschild den genealogischen Schild des Hauses Habsburg; die auf den Adlerflügeln aufgelegten elf Seitenschilde sind wie folgt. Rechts: Ungarn, Galizien, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark; links: Böhmen, Illyrien, Siebenbürgen, Mähren/Schlesien, Kärnten/Krain; unten Mitte: Tirol.
Das Große Wappen wird nicht mehr verwendet.

Franz Joseph I. (1915)#

Im Hinblick auf den Zustand der Monarchie kommt es 1915 zur Entwicklung von sogenannten "gemeinsamen", "österreichischen" und "ungarischen" Wappen (jeweils in einer kleinen und mittleren Form). 1916 wird der ungarische Wappenschild um ein kroatisches Feld vermehrt. Siehe hiezu die Entwicklung des Bundeswappens