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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 239 -
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2391. Februar 1842 holland anziehen will, dann ging ich in die Pergola, robert le diable, einen Augenblick zu orloff, dann zu reviczky, wo auch resi thurn war, und die gräfin r. mich in eines ihrer gewöhnlichen gespräche über liebe, treue etc. etc. verwickelte, dont je cherchais de ne tirer de mon mieux, dann machte ich eine visite bey montfort, sprach da mit ihm, Prinz Wasa, gräfin Bertolini und hélène Würtemberg, und ging endlich zu clotilde hinab, welche sich gegen ihren Willen durch meyendorf hatte verleiten lassen, ins theater zu gehen, ich mußte da frau von meyendorf zur orloff begleiten, um von ihr Abschied zu nehmen, da sie morgen fortgeht, etc. Als die damen gingen, ging ich auch, und nach hause. clotilde schickte mich Anfangs fort, da ihre leute noch nicht zu hause wären, und als ich nach einer viertelstunde wie- der kam, blieb ich dann bis gegen 2 uhr bey ihr, fand sie aber ganz traurig und verstimmt, wiewohl nicht gegen mich, über die beständigen dummen Witzeleyen und späße, welche sie meinetwegen von den lapuchins, meyen- dorf etc. erdulden muß, und besonders über das dumme geschwätz Bonet- tas, welcher ihr, ein altes Weib wie er ist, beynahe offene vorwürfe darüber machte, das Alles ist ihr jetzt ganz besonders unangenehm, car elle tient à rèhabilites sa réputation devant la monde, et ne vent pas paraître d’avoir un amant. [florenz] 1. februar 2 uhr mittags gestern war ein kalter trauriger tag, ganz wie ein deutscher Winter, son- nenschein, aber ein schneidender eiskalter Wind und in der frühe ein wenig gefrorner schnee, in meinem Zimmer erstarre ich vor kälte trotz feuer und kamin, alle Posten sind ausgeblieben, selbst aus dem süden, was wird aus meiner Abreise werden? das fängt nun an mich sehr zu beunruhigen, wegen spaurs und des erzherzoges, zudem fürchte ich auch, daß mir bey einem längeren Aufenthalte mein geld ausgehe, denn hier im Wirthshause ist es furchtbar theuer, und ich habe in meiner eile dummer Weise versäumt ei- nen credit-Brief mitzunehmen. gegen 1 uhr ging ich zu graf reviczky, der noch immer gichtbrüchig und podagrisch in seinem lehnstuhle sitzt, bald nach mir kam eine alte Be- kannte des grafen, Baronin Palotsay, sammt ihrem sohne, worüber denn großer Jubel war. dann ging ich einen Augenblick zu schnitzer hinab und dann nach hause zu clotilde, die ich sehr beschäftigt fand mit der Wahl eines costumes für den Ball bey lady holland. um 3 uhr fuhr sie aus und schickte daher ihre visiten fort, ich wollte noch einen Augenblick tête-à-tête mit ihr bleiben, aber sie jagte mich ohne umstände weg. ganz verstimmt ging ich dann ein Bischen in dem infamen Wetter auf den lungarno und dann zu orloff, wo ich eine halbe stunde blieb, und dann noch einige visiten par carte machte etc.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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