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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 243 -
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2433. Februar 1842 droit und ging von selbst zu ihr hinüber, die kaum erst auf war und erst nach einigen minuten heraus kam und frühstückte. Bald nachher kamen visi- ten ohne ende, und unter andern meine Antipathie metzburg, er erzählte, daß in diesen tagen ein österreichischer courier bey radicofani angefallen worden sey, daß man ihm aber nichts genommen hätte, und als ich dazu die ganz unschuldige und natürliche Bemerkung machte, daß er wahrscheinlich nichts bey sich gehabt hätte, entbrannte Baron metzburg in diplomatischem Amtseifer und schien sehr piquirt über eine solche irreverentiöse Zumu- thung, was sind doch diese Attachés und commis für ein unausstehliches und lächerliches geschlecht! gegen 3 uhr ging ich mit froloff weg und auf einen moment zum confi- seur doney mir den magen zu verderben. dann wollte ich zu uechtritz, be- dachte aber unterweges, daß Wasa, wie ich höre, samstags einen Ball geben, auf welchen ich nicht eingeladen zu werden wünsche, da clotilde ganz ge- wiß nicht gebethen wird, überhaupt macht die gute Prinzessinn dummhei- ten ohne Zahl und récherchirt und negligirt gerade die leute, die sie nicht sollte. gräfin lottum hat ihr gleich bey ihrer Ankunft eine visite gemacht, und dabey blieb es, die Prinzessinn bath sie nie zu einer ihrer soiréen. ich kehrte also um und ging zu vieusseux, Zeitungen lesen. – – um 1/2 5 uhr ging ich auf den lungarno, wo eine dichtgedrängte menschenmasse auf und ab wogte, es war feyertag und das herrlichste Wetter, welches man denken kann, ich ließ mich einige Zeit von dem gedränge hin und herbewegen. An- fangs allein, dann mit Allegri, flanirte dann noch mit diesem ein Bischen herum, und brachte ihn sur le chapitre intarissable de ses amours, oder ei- gentlich seiner Bewerbung um eine gräfin divier, ein ziemlich überstande- nes russisches fräulein, die er ihres geldes wegen gerne heirathen möchte, sie scheint aber nicht anbeißen zu wollen. dann ging ich nach hause, aß um 6 uhr ganz allein au coin de mon feu, machte später toilette und ging ins theater, Anfangs einen Augenblick zu orloff, und dann zu hélène Würtemberg, die ich ganz allein in der montfort- schen loge sitzen sah, bey ihr blieb ich dann sehr lange, später kam der ex- könig1 mit gräfin Bertolini, ich sprach lange mit dem erstern, er setzte mir, depuis des malheureux, d.h. depuis 1815 habe er vœu gemacht, nirgends mehr hinzugehen als ins theater, und bey sich zu empfangen, maintenant tout cela s’est apaisé, sagte er, mais alors et devotes premiers tems il y avait une masse de haines contre nous etc. Wiewohl Jerôme sehr wenig napoleo- nisch aussieht, so machen die Worte d’un personnage historique doch immer einen besondern eindruck. 1 Jerôme Bonaparte fürst v. montfort, Bruder napoleon i. und 1807–1813 könig von West- falen.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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