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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 275 -
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27519. April 1842 lichtenstein, und ich suche mit fleiß die Zerstreuungen nicht auf, sondern nehme nur das, was ich nicht wohl lassen kann, denn ich habe es nothwen- dig, meine gedanken und meine energie beysammen zu halten, und dazu sind die hiesigen routs nicht geeignet. [Wien] 19. April da ich bisher immer keine Zustellung oder sonstige mittheilung von Baron kübeck erhielt, ging ich gestern zu seinem Praesidialsecretair Baron gerin- ger, welcher mir sagte, kübeck hätte sich über mein mémoire, jedoch ohne dieses mitzutheilen, ämtlich an graf mittrowsky gewendet und über meine bisherige verwendung, fähigkeiten und kenntnisse so wie darüber ange- fragt, ob Wahrscheinlichkeit vorhanden wäre, daß ich den benöthigten län- geren urlaub erhalten würde. so willkommen mir einerseits dieser schritt ist, da er von einem ernstlichen Willen Baron kübeck’s zeugt mich zu unter- stützen, so befürchte ich doch andererseits, daß mittrowsky, pointilleux wie er ist, es übel aufnehmen dürfte, daß ich nicht ihm zuerst davon gesprochen habe, und deßhalb wäre es mir lieber gewesen, wenn ich von dieser Anfrage kübecks früher wäre in kenntniß gesetzt worden, um dann gleichzeitig oder noch vorläufig mit mittrowsky darüber sprechen zu können. ich verfügte mich daher sogleich zum Praesidialsecretair dieses letzteren, sprach mit ihm über das vorgefallene, wovon er noch keine kenntniß hatte, und ließ mich zu einer Audienz aufschreiben. da werde ich ihn dann geradezu, und ohne zu thun als wüßte ich etwas von kübecks Anfrage, um die erlaubniß bitten, jenen urlaub nachzusuchen. im übrigen ist seit meinem letzten zur förderung meiner Pläne nicht viel geschehen, ausgenommen daß ich wieder mit mehreren leuten gespro- chen oder mich in verbindung gesetzt habe, welche mir Aufschlüsse und nachweisungen, wie ich sie brauche, ertheilen können. nebstdem hoffe ich, die Papiere des verstorbenen friedrichsthal (der mit unterstützung der staatskanzlei centralamerika bereiste und sich in Yucatan den tod holte, er starb am 3. märz dieses Jahres in Wien), welche in einer chaotischen unord- nung seyn sollen, zur durchsicht und ordnung zu erhalten. von triest habe ich noch immer keine Antwort, und in einer gleichen ungewißheit bin ich rücksichtlich des druckes meiner schrift durch hoffmann und campe, als ich auch in dieser hinsicht ohne alle Briefe bin.1 Was mich aber jetzt wirklich zu quälen anfängt, ist die länge, in welche sich alle meine dießfälligen verhandlungen hinausziehen, und die unge- 1 in einem Brief vom 16.4.1842 aus mailand informierte sein mittelsmann, der Buchhändler Welsch, Andrian, das manuskript sei der vorsicht halber über leipzig geschickt worden, von wo es dem hamburger verleger avisiert worden sei (k. 114, umschlag 663).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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