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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 309 -
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30911. Juni 1842 stehe, auf jeden fall leichter als jetzt, da die sache noch nicht ganz reif ist und es vielleicht noch weniger scheint. doch aber kann ich mich auf diese ungewisse hoffnung nicht verlassen, sondern muß, unabhängig von einer solchen, allenfalls im letzten Augenblicke zu gewärtigenden, Beysteuer das nöthige reisegeld von 16–20.000 fl. cm zusammen kriegen, und das ist eben die schwierigkeit. Wegen der von cotta zu erwartenden Zuschüsse muß ich mich nun an die- sen selber wenden, doch will ich dieses früher nicht thun, als ich nicht unse- rer Abrede gemäß kolb in Augsburg einen Aufsatz (über dessen gegenstand ich selbst noch nicht im reinen bin) werde eingesendet haben, und dazu will ich wieder kolb’s rückkehr aus den Bädern abwarten, welche wohl nicht vor Anfang August erfolgen wird. ohnehin dürfte die Angelegenheit mit cotta, die wohl größtentheils durch kolb gehen wird, bald beendiget seyn, da wir über die hauptsachen bereits im reinen sind. so stehen meine Actien, ziemlich viel hoffnung, aber auch viel grund zu Befürchtungen, soviel aber weiß ich wenigstens, daß sich für den Augenblick in Wien durchaus nicht mehr hätte machen lassen. geldunterstützungen von seite der regierung zu begehren, hätte mir, da man meine Anträge zwar beyfällig und aufmunternd, aber doch sonst ziemlich gleichmüthig aufnahm, eher geschadet und auf keinen fall zu einem resultate geführt, das kann, wie gesagt, nur im letzten momente und wenn die sache inzwischen mit der gehörigen österreichischen Bedächtigkeit und langsamkeit erwogen worden seyn wird, und auch dann nur vielleicht geschehen, eine unterstützung von hofe läßt sich in meiner lage leichter durch Andere, als selbst begehren, und die erzherzoge Johann und stephan, auf die ich beynahe ausschließ- lich rechnete, waren auf lange Zeit verreist. Alles Andere aber als geldun- terstützungen hat man mir versprochen, und wird man mir, daran zweifle ich nicht, gewähren. dagegen hat mir meine reise das gute gewährt, daß sie mein Projekt zur kenntniß unserer obersten lenker gebracht hat, woran sie sich daher eventualiter erinnern und darüber nach der maxime: nonum prematur in annum, brüten können, daß ich mich jenen herrn, und zwar wie ich hoffe, von einer vortheilhaften seite, bekannt machte, daß ich weiß, daß mein Antrag mit Anerkennung und dank aufgenommen, mir höchst wahrscheinlich in der Zukunft vortheil und ehre bringen und nach kräften unterstützt werden wird (früher fürchtete ich mich hauptsächlich vor einer bureaukratisch wegwerfenden mißbilligung, wie ich sie Anfangs bey har- tig fand). mit diesen resultaten nun bin ich zufrieden und halte die Wiener reise für keine verlorene. die taglioni tanzt noch immer. letzthin war die Prinzessinn Wasa hier, uechtritz, mutter und tochter, haben sie recht kindisch und zum großen Aerger galen’s bereits in Bologna verlassen, so daß sie ohne alle damen hier
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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