Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 365 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 365 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Bild der Seite - 365 -

Bild der Seite - 365 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Text der Seite - 365 -

36522. Februar 1843 überwiegenden Bedeutsamkeit seiner Beschäftigung durchdrungener und an dieser ein interesse nehmender Bureaumann zu werden und auf meine anderweitigen speculationen, worin ich so ganz meinen Beruf und meine neigung verspüre, zu verzichten, und doch ist es nur ein solcher mann, dem die bureaukratische carrière lorbeeren verheißen kann. Warum also nicht lieber gleich seine Parthie nehmen, und ehe es zu spät ist abtreten? dage- gen sagte ich mir wieder, daß meine existenz in diesem falle, besonders seit mein vermögen in beständiger Abnahme begriffen ist, durchaus nicht gesichert wäre, eine lohnende Wirksamkeit im inneren sey unter den ge- genwärtigen verhältnissen unseres vaterlandes in einer außerämtlichen stellung nicht möglich, und zwar um so mehr, als ich nicht einmahl durch meine geburt einem der größeren staatskörper unserer monarchie (Böh- men, ungarn etc.), in welchen sich nun doch ein geistig nationales leben regt, angehöre, nach Art so mancher unzufriedener sprudelköpfe mich in die reihen der ultraliberalen skribler zu werfen, würde mir schon aus dem grunde nicht conveniren, weil es mir in der öffentlichen meinung den ruf der consequenz, das moralische gewicht eines festen, leidenschaftslosen charakters unwiderbringlich rauben würde, und ich würde dieses aus man- nigfaltigen gründen für das größte unglück ansehen, meine nun schon zu tief eingewurzelten aristokratischen und unabhängigen gewohnheiten wür- den mich überall hin begleiten und mir manchen Weg versperren, manche menschen abstoßen, wie ich denen unter so veränderten verhältnissen be- gegnen würde, und eine bloß wissenschaftliche, nicht unmittelbar praktische Beschäftigung würde mich nicht befriedigen. Als facit alles diesen blieb, daß ich am Besten thue, vorerst in meiner jetzigen stellung zu bleiben und aus dieser heraus eine andere mir mehr zusagende, jedoch immer in und mit dem staate zu erstreben, freylich kann dabey spaur’s Wort von den zwey stühlen eintreffen. [mailand] 22. februar ich fange nach und nach an, an meinen zertrümmerten luftschlössern soviel wieder aufzubauen als gerade geht, nämlich in Betreff meiner reiseexpedi- tion, denn den Aufschub meiner Beförderung halte ich für einen Wespen- stich, zugefügt von wahrhaften insekten, der einem wohl ungeduld, Ärger und momentan üble laune, aber keinen eigentlichen schmerz verursachen kann. nun ich diesen ersten unwillen (der übrigens auch immer nur die Per- sonen und die form, nie die sache selbst betraf) überstanden habe, denke ich kaum mehr daran. Also hinsichtlich meiner reise habe ich gleichzeitig an den erzherzog stephan und an Breda geschrieben, beydes, um ersterem für seine verwen- dung zu meinen gunsten zu danken, ihn zu bitten, daß er mir diese un-
zurück zum  Buch „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“