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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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45118. Oktober 1843 baren koth auf den straßen. Jene schönen tag[e] benützte ich, um in der Stadt herum zu flaniren. von den merkwürdigkeiten der stadt habe ich bis nun gesehen: den Jardin des Plantes, das hôtel des invalides (leider kann man den ort, wo napoleons Asche ruht, nicht sehen, weil dort eben an seinem mausoleum gearbeitet wird), den louvre d.h. das museum im louvre, die Bildergallerie blieb unter meiner erwartung. doch gibt es darin eine unzahl rubens, und von italienischen meistern 2 herrliche saintes familles von raphaël, dann mehrere schöne Bilder von guido reni, dominichini, guercino, Andrea del santo, tizian etc. Auch sind ein Paar schöne murillo’s da. im rez-de chaus- sée ist eine große und sehr schöne sammlung von antiken statuen. interessant war mir der kolossale Begräbnißplatz Pére la chaise, eine Art von necropolis mit vielen berühmten männern, die da ruhen, die merk- würdigsten nahmen, so wie ich mich erinnere, sind moliére, la fontaine, foy, manuel, casimir Perier, massena, macdonald, mortier, lefévre, ser- rurier, suchet, kellermann, s. cyr, Barras, cambacérès, sieyes, talma, ney (der weder stein noch denkmal hat), gall, maret, martignac, Benja- min constant, dupuytren etc., wovon mehrere sehr schöne monumente ha- ben, endlich das uralte grabmal, worunter Abélard und héloïse ruhen. ganz besonders prachtvoll ist die neue kirche de la madelaine, vielleicht mit gold und Basreliefs überladen, jedoch der architektonische styl edel und schön, wiewohl mehr ein antiker tempel als eine katholische kirche. überhaupt gibt es hier sehr viele schöne gebäude, die aber in dem häu- sermeere hie und da zerstreut liegen, so sind, in so weit ich sie bis nun sah: das Palais Bourbon (die deputirtenkammer), das luxembourg (leider kann man jetzt das museum nicht sehen, da darin gearbeitet wird), die ecole de médicine und gegenüber die clinique, der louvre und besonders der große hof desselben mit dem denkmahle von lapérouse, die colonne vendôme und die gebäude, die sie umgeben, die colonne de Juillet auf der Place de la Bastille, die Paläste des conseil d’etat, der légion d’honneur, des gar- demeubles und des ministére de la marine, diese beyden letzteren auf der Place de la concorde (louis Xv. révolution), wo louis Xvi. enthauptet wurde, und welche überhaupt mit dem großen obelisk von luxor in der mitte, den 2 magnifiquen fontainen rechts und links, den vergoldeten säu- len mit den schiffsschnäbeln rings herum und der entourage von Bäumen (der Jardin des tuilieries auf der einen, die champs elysées auf der anderen seite) einen imposanten Anblick gewährt. Weiters bemerkenswerth sind die tuilerien, der Arc de triomphe davor auf der entsetzlich verunstalteten place du carrousel, die Bildsäule louis Xiv. auf der Place des victoires, die Prison-modéle de la roquette nach dem neuen system, die ich mir vornehme, genau zu untersuchen, die kirchen
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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