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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 612 -
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Tagebücher612 gebaute ist), ließ es untersuchen, hielt es so von einigen reisen zurück und verboth ihm endlich, an der hamburger landungsbrücke anzufahren!! so daß wir im strome halten und in Jollen ans land fahren mußten. Alvens- leben und veltheim begleiteten mich zum Boote, und catherine vom 1. Pa- villon erschien ganz verschämt, um mir ein Briefchen an Pepi Breuner in die hand zu drücken. die seereise war äußerst günstig und angenehm, eine menge tümmlers (delphine) begleitete uns, wir begegneten mehrern großen schiffen, darunter sloman’s miles mit Auswanderern, die uns ein lebewohl zuriefen. die elbe war voll schiffe aller nationen und aus allen theilen der Welt, und noch nie fand ich die ufer der elbe von Blankenese und neumüh- len angefangen mit ihren herrlichen villas und gärten so reitzend als ge- stern in der schönen Abendbeleuchtung. um 7 waren wir in hamburg und ich um 1/2 8 bei streit. heinrich heine ist nicht todt, es war ein anderer heine, der in der schweiz starb. campe hat mir einen Brief von laube gezeigt, welcher seine Biographie schreiben wollte und sich von campe einige notizen ausbath, ein komisches mißverständniß. kiel, 18. August Auch dießmahl ging mir die Zeit meines Aufenthaltes in hamburg sehr schnell vorüber. ich war viel bey campe, bey welchem ich alles nähere wegen des beabsichtigten 2. theiles verabredete. campe gab mir ein Buch betitelt: schattenseiten der österreichischen verwaltung,1 welches er eben gedruckt hat, es ist ein gutmüthiges wohlgemeintes machwerk, welches we- der schaden noch nützen wird. Weiters hat er ein Buch von schuselka über österreich unter der Presse, welches wie er und schuselka selbst mir sagten, sehr bitter seyn soll.2 schuselka scheint dieß sogar einigermaßen zu bereuen, denn er sagte mir, das Buch sey schon vor einem Jahre zu Jena unter den drückendsten verhältnissen geschrieben, und er werde darauf auch in einer vorrede aufmerksam machen. es ist überhaupt merkwürdig zu sehen, wie campe von allen seiten be- stürmt wird, und seine Bekanntschaft ist abgesehen von seiner lebhaften und originellen Persönlichkeit schon durch den innigen verkehr interessant, worin er mit allen schriftstellern des sogenannten jungen deutschlands steht, und über die er in Anekdoten etc. unerschöpflich ist. sein Briefwech- sel sollte wirklich einst herausgegeben werden, er zeigte mir manche eben erhaltene von heine, laube, daumer in nürnberg, edgar Bauer, der auf der 1 schattenseiten der österr. staats-verwaltung und gesellschaftl. Zustände (hamburg 1846), die Arbeit erschien anonym. 2 franz schuselka, österreichische vor- und rückschritte (hamburg 1847).
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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