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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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Tagebücher686 jouait très-serré, übrigens doch viel mehr sagte als er wollte, weil ich ihn immer und allein reden ließ, nicht sagen, welches die Ausdrücke des Pro- gramms seyen. Auch in die instruktionen des Pesther comitats wollen sie und zwar hier mit der größten klarheit und Bestimmtheit diesen Punkt auf- nehmen. dagegen verlangen sie, oder wenigstens Bathiany: daß von dem, am 4. dieses monats zu Pesth zu publicirenden, Programme Anlaß genom- men werde, im publicistischen Wege eine demonstration zu gunsten der magyarischen nationalität und die sache der opposition gemacht werde, denn die leute fürchten, daß, wenn bey uns das konstitutionelle Princip erstarken sollte, wir dieses zur erdrückung des magyarismus anwenden würden, die dummen germanisirungstiraden von schuselka & c. haben sie mißtrauisch gemacht. Weiter verlangen sie, daß diese verbindung zwi- schen uns und ihnen keine isolirte bleibe sondern fortdauere, zu welchem Zwecke Batthyány wünschte, mit einigen der hiesigen leaders in Berührung gebracht zu werden. Beydes sagte ich natürlich gerne zu, wiewohl mich die idee einer conferenz zwischen ungarn und oesterreichern etwas stutzig machte, car m’étant réservé la main haute dans cette affaire, weiß eigent- lich Keiner meinen ganzen Gedanken. Meine Wahl fiel daher auf Stifft (der übrigens eben abwesend war) und doblhoff, vielleicht in Zukunft kleyle und lamberg. da doblhoff gerade in Baden war, so fuhr ich denn hinaus, um mit ihm zu sprechen, und fand ihn weit über meine erwartung muthig und gut disponirt, er griff die sache mit großem eifer auf, meinte, er würde, z.B. mit schmerling, den er für besonders geeignet hält, einen Abstecher nach Pesth oder während des landtags nach Presburg machen, quasi eine demonstration etc. Auch stehe er dafür, daß, wenn der ungarische land- tag eine Adresse, motion etc. im obigen sinne durchbrächte, im hiesigen landtage eine öffentliche Anerkennungs- und freundschaftsadresse votirt werden würde etc. etc. Als ich nun Alles dieses Bathiany erzählte und ihm vorschlug, ihn nunmehr mit doblhoff zusammenzubringen, da retraitirte Batthyány plötzlich, meinte, er wolle lieber warten, bis er lazzi teleki oder sonst wen seiner Parthey mit sich hätte, er müsse morgen frühe abreisen etc. Am 10. oder 11. dieses monats wolle er mit ein paar freunden wieder her kommen, und dann könnte die entrevue statthaben. Am selben morgen hatte er noch zu Bethlen gesagt, er wolle noch ein paar tage bleiben, um mich mit deák, der eben hier war, bekannt zu machen. übrigens steckt al- lem Anscheine hinter diesem nur eine Weibergeschichte, nämlich caroline karoly, welche gerade um diese Zeit aus italien kam und sich ein paar tage mystérieusement éclipsirte. Jedenfalls aber sehe ich, daß ich mich in dieser sache mehr an teleki als an Bathiany halten muß, habe auch seitdem in diesem sinne gehandelt und warte nun, ob sie am 10. kommen werden. mein Jäger ist richtig von der hochlöblichen Polizey in sold genommen
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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