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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
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Tagebücher690 die ungarn kommen nicht, wenigstens vor der hand, sie haben mir aber das Programm zugeschickt. Zugleich ist in den grenzboten ein Aufsatz von Pulszky erschienen, worin ganz dasselbe gesagt wird, was Batthyany mir sagte, nämlich gegenseitige unterstützung, sie auf dem Wege der landtags- verhandlungen, wir durch die Presse.1 die regierung scheint über diesen neuen Streich, der sie an ihrer empfindlichsten Stelle trifft, den Verstand verloren zu haben, denn sie hat so eben die unbegreifliche Ungeschick- lichkeit begangen, den lithographen des Programms festsetzen und den stein wegnehmen zu lassen, nachdem tausende von Abschriften bereits verschickt waren, und der druck des Programms der regierungsparthey, welche eigentlich alle diese conferenzen und Programme zuerst hervorrief, indem sie dazu das Beyspiel gab, ganz frey gestattet wurde.2 daß sie dabey mich scharf beobachten, ist kein Zweifel, und es geht mir an den hals. ich habe einstweilen durch moering eine Brochure in der verabredeten Weise und einen Artikel für kuranda als Antwort auf den Pulszkyschen anferti- gen lassen und will selbst in diesen tagen ein paar Worte der Allianz an die Allgemeine Zeitung einschicken. ob sie es aufnimmt? cotta hat mir neulich einen unendlich verbindlichen Brief geschrieben: er wolle Alles thun, um mich zufrieden zu stellen, ich möchte mich nur ja nicht zurückziehen etc.3 mein Aufsatz über den 4. stand in niederösterreich ist in allen städtischen Archiven der Provinz hinterlegt worden.4 ich habe so eben einen ausführ- lichen Bericht über den hiesigen landtag an kolb gesendet und überhaupt in letzter Zeit viel gearbeitet, so daß ich nun au courant bin und alle Pro- vinzen absolvirt habe.5 Auch für die neue deutsche Zeitung habe ich einen längeren Aufsatz über unsere Zustände an lerchenfeld geschickt, denke aber nun vorerst zuzuwarten, wie sich diese Zeitung stellt, wenn ich nicht, 1 die grenzboten. Zeitschrift für Politik und literatur 6 (1847), i. semester, ii. Bd., 422–425: Ungarn und Oesterreich (Aus einem Privatbriefe an die Redaction); Von den Ufern der theiß, ungezeichnet. 2 es handelte sich um die im hinblick auf die deputiertenwahlen in den komitaten für den bevorstehenden landtag entworfenen Programme der konservativen und der ungarischen opposition. 3 der Brief v. 10.6.1847 ist nach einer kopie im cotta-Archiv gedruckt in rietra, Wirkungs- geschichte, 208f. 4 gemeint ist wohl Andrians Aufsatz die niederösterreichischen stände, datiert Wien 23. mai, in Allgemeine Zeitung v. 5.6.1847, Beilage 1243–1247. 5 Andrian veröffentlichte eine reihe von Artikeln über die landtagssitzungen in der Allge- meinen Zeitung, so am 30.5., 1199, und am 24.6., Außerordentliche Beilage 105 über den böhmischen landtag, am 15.6., Beilage 1324f. über den steirischen landtag, am 22.6., 1384 über die mährischen stände und abschließend am 27.6.1847, Beilage 1420–1422, datiert Wien 15. Junius über niederösterreich.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
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