Österreichische Fußballmeisterschaft 1918/19

Die Österreichische Fußballmeisterschaft 1918/19 wurde vom Niederösterreichischen Fußballverband ausgerichtet. Teilnahmeberechtigt waren ausschließlich Mannschaften der Stadt Wien und den umliegenden Vororten. Vereine aus den Bundesländern hatten keine Möglichkeit an der Meisterschaft teilzunehmen. Die Meisterschaft wurde mit zehn Vereinen ausgetragen, die in einem Herbst- und Frühjahrsdurchgang je neun Spiele absolvierten. Nachdem der Erste Weltkrieg 1918 beendet wurde, führte der Verband wieder die automatische Auf- und Abstiegsregelung ein. Aufstiegsberechtigt waren der Meister (First Vienna FC 1894) sowie der Vizemeister (SK Admira Wien) der 2. Klasse.

Wiener 1. Klasse

Den österreichischen Meistertitel holte sich zum bereits fünften Mal der SK Rapid Wien. Dahinter errang der SpC Rudolfshügel erstmals in der Vereinsgeschichte den Vizemeistertitel. Der Tabellenletzte, SC Wacker Wien konnte auf Grund der Aufstockung der ersten Klasse auf zwölf Vereine in der Liga verbleiben. Aus der 2. Klasse qualifizierten sich der Meister sowie der Vizemeister, das waren die Vienna und SK Admira Wien für die oberste Spielklasse.

Pl. Verein R S U N Tore Diff. Punkte
1. SK Rapid Wien 18 15 1 2 67-15 31
2. SpC Rudolfshügel 18 10 4 4 51-32 24
3. Wiener AC 18 8 7 3 42-26 23
4. Wiener Association FC 18 8 4 6 32-26 20
5. Wiener Sport-Club 18 8 3 7 25-38 19
6. Wiener Amateur SV 18 5 6 7 29-38 16
7. Floridsdorfer AC (M) 18 7 1 10 45-35 15
8. ASV Hertha Wien 18 5 2 11 34-52 12
9. 1. Simmeringer SC 18 4 4 10 29-63 12
10. SC Wacker Wien 18 2 4 12 20-49 8


Die Meistermannschaft SK Rapid Wien
Eduard Bauer, Josef Brandstetter, Max Cerny, Vinzenz Dittrich, Leopold Grundwald, August Kraupar, Heinrich Krczal, Richard Kuthan, Károly Nemes, Leopold Nitsch, Oswald, Gustav Putzendopler, Rudolf Rupec, Franz Schedivy, Schedivy II, Friedrich Stach, Willibald Stejskal, Ferdinand Swatosch, Josef Uridil, Gustav Wieser, Karl Wondrak
Trainer: Dionys Schönecker

Aufsteiger aus der 2. Klasse:

Wiener 2. Klasse A

In der eingleisig geführten 2. Klasse A spielten in dieser Saison neun Vereine in einem Herbst- und einem Frühjahrsdurchgang zu je acht Spielen um den Meistertitel. Erstmals seit Kriegsbeginn berechtigte der Meistertitel, sowie in dieser Saison auch der Vizemeistertitel, wieder zum Aufstieg in die oberste Klasse. Meister der 2. Klasse A wurde erstmals seit ihrem Wiedereinstieg in den österreichischen Verband im Jahr 1916 die Vienna. Dahinter platzierte sich Admira Wien an zweiter Stelle und konnte mit diesem Erfolg zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die 1. Klasse aufsteigen. Titelverteidiger SC Donaustadt, der aufgrund des sistierten Aufstiegs in den Vorjahren mehrmals als Meister in der zweiten Liga verbleiben musste konnte im Titelkampf nicht mitmischen und belegte nur den vierten Rang.

In die zweite Spielstufe aufgestiegen waren letzte Saison SC Ober-St. Veit und FC Sturm 1907. Beide Vereine belegten nur die letzten Ränge, konnten jedoch auf Grund einer Aufstockung der Spielklasse auf 15 Vereine in der Liga verbleiben.

Pl. Verein R S U N Tore Diff. Punkte
1. First Vienna FC 1894 16 74-16 28
2. SK Admira Wien 16 49-27 25
3. SC Hakoah Wien 16 32-24 21
4. SC Donaustadt (M) 16 43-23 21
5. Nußdorfer AC 16 30-41 14
6. SK Slovan Wien 16 43-42 12
7. SC Rot-Stern Wien 16 22-35 7
8. SC Ober-Sankt Veit (A) 16 22-63 7
9. FC Sturm 07 (A) 16 12-56 7


SC Rot-Stern Wien nahm nach der Saison wieder seinen traditionellen Vereinsnamen SC Red Star Wien an.

Aufsteiger:

Wiener Cup

Nachdem der Wiener Cup in der vergangenen Saison auf Grund der eigenmächtigen Spielverlegung der beiden Finalisten vom ÖFV nicht anerkannt wurde, kam es diesmal zu einer in allen Belangen regelkonformen Abwicklung aller Spiele. Erster (offizieller) Gewinner des Pokalbewerbs wurde die Mannschaft von Rapid Wien.

Viertelfinale

Semifinale

Beide Spiele wurden im Rahmen einer Doppelveranstaltung am WAC-Platz ausgetragen.

Finale

Das Finalspiel wurde vor 12.000 Zuschauern am WAF-Platz in Hütteldorf ausgetragen. Als Schiedsrichter fungierte Hugo Meisl. Rapid ging durch ein Tor von Pepi Uridil bereits in der siebten Minute in Führung. Uridil baute den Vorsprung in der 52. Minute auf 2:0 aus, ehe Rigo Kuthan in der 85 Spielminute den Endstand herstellte.

Aufstellungen der Finalmannschaften:

SK Rapid Wien:
Nemes, Dittrich, Schediwy, Putzendopler, Brandstätter, Nitsch, Bauer, Uridil, Kuthan, Swatosch, Wieser

Wiener Sport-Club
Sindermann, Teufel, Beer, Jordan, Lowak, Ranftl, Merz, Patek, Schmieger, Strnad, H.Kanhäuser