Gaisruck (Gemeinde Hausleiten)

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Gaisruck (Katastralgemeinde)
Historisches Wappen von Gaisruck
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Wappen
Verwaltungssprengel
Gaisruck (Gemeinde Hausleiten) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Korneuburg (KO), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Hausleitenf0
Koordinaten 48° 23′ 54″ N, 16° 3′ 40″ O48.39833333333316.061111111111188Koordinaten: 48° 23′ 54″ N, 16° 3′ 40″ Of1
Höhe 188 m ü. A.
Einwohner d. stat. Erh. 188 (31. Mai 2009)
Fläche 4,01 km²
Postleitzahl A-3464f1
Vorwahl +43/02265f1
Ortsvorsteher Otto Ruthnerf1
Offizielle Website
Plan von Gaisruck Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Lageplan
Karte
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM

Gaisruck ist ein Ort mit 188 Einwohnern im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich. Er wurde am 1. Jänner 1972 als Katastralgemeinde der Marktgemeinde Hausleiten eingegliedert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es wird vermutet, dass der Ort durch bayerisch/fränkische Siedler (ähnlich wie Pettendorf) angelegt wurde, die den Ortsnamen aus ihrer Heimat mitbrachten. So gibt es z.B. einen Ort Gaisruck in der Gemeinde Zachenberg im niederbayerischen Landkreis Regen. Fest steht, dass die Gegend um Gaisruck um 985/991 zum Passauer Lutz - den bischöflichen Besitzungen von der Donau bis zum Wagram gehörte. Um 1190 wird ein „Rudolfus de Geizrukke“ in einer Klosterneuburger Tradition erwähnt. Ein weiteres Dokument aus der Frühzeit des Dorfes berichtet, dass Heinrich, Domherr zu Passau und Dechant zu Tulln 1329 von Ulrich Storihand Klein- und Großzehent zu Hausleiten Gaisruck und Goldgeben kauft und es dem Spital in Tulln schenkt. Aus 1463 (so schreibt Msgr. Keck) hat sich ein Banntaiding (Dorfordnung) erhalten, nach der Gaisruck umwehrt war und zwei Falltore besaß. Der Ort lag am uralten „Plecketen-Weg“ (Ungarn - Passau) und der Nord-Süd-Verbindung BöhmenDonau. Im Lauf der Jahrhunderte erlangten – neben den Passauern Bischöfen - verschiedene Adelsgeschlechter Besitztum in Gaisruck. So haben die Ebersdorfer - denen der größte Teil des benachbarten Pettendorf gehörte- zu Beginn des 16. Jahrhunderts, 12 Höfe in ihrem Besitz. Wenig später werden die Hardegger neben Passau als Grundbesitzer genannt. Im 18. Jahrhundert ist Neuaigen (die Familie Enckevoirt) für einige Gaisrucker zuständig. Die wiederum verkauften an die Grafen Schönborn. Nach dem Rückzug der Passauer (Diözesanregulierung 1783), wurde Gaisruck 1803 gemeinsam mit Hausleiten und Oberolberndorf der neuen Herrschaft Stetten zugeschlagen. Am 9. Juli 1850 – nach der Aufhebung der Grundherrschaft - wird die Gemeinde Gaisruck, zu der die Dörfer Perzendorf und Zaina gehören, konstituiert. Im Jahre 1914 wird zwischen Hausleiten und Gaisruck entlang des Wagrams ein Militärlager errichtet, in dem zumeist polnische und ruthenische (ukrainische) Soldaten untergebracht waren. Kurz nach dem Krieg im Jahre 1920 zieht sich Gaisruck aus der gemeinsamen Gemeinde mit Perzendorf und Zaina zurück und bleibt bis zur 1971 erfolgten Eingemeindung in die Marktgemeinde Hausleiten selbstständiges Dorf.

Eine adelige Familie mit dem Namen Gaisruck die im 14. Jahrhundert aus der Schweiz kommend in der Steiermark und Kärnten einwanderte. Zu dieser Familie gehört Kardinal Karl Kajetan von Gaisruck (1769 – 1846) Erzbischof von Mailand. Dieses – im 19. Jahrhundert ausgestorbene – Adelsgeschlecht hat aber vermutlich nichts mit diesem Dorf zu tun - obwohl der Genannte in Passau studiert hat und dortselbst Weihbischof war.

Sehenswürdigkeiten

Die Marktgemeinde Hausleiten

Pettendorf Seitzersdorf-Wolfpassing Zissersdorf
Gaisruck HausleitenHausleiten Goldgeben
Perzendorf Zaina Schmida

Literatur

  • Alfred Auer, Herbert Fritz: Klein- und Flurdenkmale - sowie sonstige vom Menschen geschaffene Merkwürdigkeiten - in der Marktgemeinde und Pfarre Hausleiten „Marterlführer“. Edition Club Hausleiten, Hausleiten 2008, ISBN 978-3-902368-19-5.
  • Alfred Auer und Herbert Fritz: Die Dorfkapellen der Pfarre St. Agatha zu Hausleiten - „Dorfkapellenführer“; Edition Club Hausleiten; Hausleiten 2011
  • Hans Klinger: Der Maler Josef Kessler - Ein Beitrag zur Wiener Kunst der Spätromantik. Pfarre Döbling, Wien 2005.