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Essay zur Kultur Salzburgs#

Viele Jahrhunderte hindurch war Salzburg ein Zentrum europäischer Kunst und Kultur, vor allem für die Musik ist die Stellung des Landes international anerkannt. Der namentlich nicht näher bekannte "Mönch von Salzburg" (14. Jahrhundert) zählte mit seinen Liedern zu den populärsten Dichtern und Komponisten im Mittelalter. Zu den großen Leistungen des Orgelbaus gehört das Hornwerk des "Salzburger Stiers", eine 1502 geschaffene Walzenorgel auf der Festung Hohensalzburg.

Die Literatur brachte bereits im 9. Jahrhundert mit den "Carmina Salisburgensia", den Salzburger Annalen und der "Bekehrungsgeschichte der Bayern und Karantanen" ("Conversio Bagoariorum et Carantanorum") bedeutende Werke hervor.

Die Anfänge einer Schule und eines Skriptoriums reichen in die Zeit des ersten Erzbischofs Arno (785-821) zurück, das Domkapitel und die Abtei St. Peter verfügten über Bibliotheken und Klosterschulen. Unter Erzbischof Friedrich II. von Walchen (1270-84) hielt das gelehrte Recht in Salzburg Einzug. Der Arzt und Alchimist T. B. von Hohenheim, genannt Paracelsus, wirkte 1524/25 in Salzburg.
Bischof B. Pürstinger von Chiemsee zählte mit seinen Reformschriften zu den bedeutendsten Theologen des frühen 16. Jahrhunderts, J. von Staupitz, der Vorgesetzte und väterliche Freund M. Luthers, wirkte 1522-24 als Abt von St. Peter.
Nachdem erste Pläne zu einer Universitätsgründung im 15. und 16. Jahrhundert gescheitert waren, kam es 1617 zur Gründung eines Gymnasiums mit Promotionsrecht. 1622/23 wurde die Salzburger Benediktineruniversität gegründet ('Alma Mater Paridiana'), die zur theologischen, philosophischen und juridischen Fakultät 1804 ein Medizinstudium erhielt. (Nach über 150 Jahren wurde die nach ihrem Gründer benannte "Paris-Lodron-Universität Salzburg" 1962 mit einer Katholisch-Theologischen und einer Philosophischen Fakultät wiedererrichtet.)

Ein Großteil der aus Salzburg stammenden Meisterwerke der bildenden Kunst ist in alle Welt zerstreut (u.a. römische Mosaike aus Loig im Kunsthistorischen Museum in Wien, Goldgefäße des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau im Palazzo Pitti in Florenz). Unter Bischof Virgil (746/47-84) entstanden in Salzburg der berühmte Tassilokelch von Kremsmünster und das Cutbercht-Evangeliar. Der 772 geweihte Virgil-Dom übertraf an Größe das fränkische Nationalheiligtum Saint-Denis, das Rupertuskreuz brachte Virgil wohl selbst nach Salzburg. Im 9. Jahrhundert trugen Salzburger Architekten, Maler und Steinmetze ihre Kunst bis an den Hof des Slawenfürsten Priwina nach Mosapurc (Zalavár in Westungarn). Die Buchmalerei brachte bis ins frühe 16. Jahrhundert Spitzenleistungen hervor (Perikopenbuch des Kustos Pertholt aus dem 11. Jahrhundert, Antiphonar von St. Peter, Prunkbibeln und geprägte Lederschnitteinbände des U. Schreier).

Die Malerei fand in den Fresken der Stiftskirche Nonnberg (um 1150) einen ersten Höhepunkt, aber auch die älteren Wandmalereien der Stiftskirche Lambach (um 1080/90), die Fragmente in der Abteikirche Frauenchiemsee (um 1130) und die nahe verwandten Fresken von Pürgg in der Steiermark werden Salzburger Künstlern zugeschrieben. Im Spätmittelalter schufen die Maler C. Laib, R. Frueauf der Ältere und M. Pacher Tafelbilder für große Altäre. Nach den italienischen Malern in der Zeit des Manierismus und Frühbarock traten im Hochbarock die Lungauer Malerfamilie Lederwasch und J. M. Rottmayr hervor. Im Spätbarock und Rokoko schufen P. Troger und J. Zanusi sowie M. J. (der "Kremser") Schmidt Meisterwerke für die Stadt Salzburg. Zum bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts wurde H. Makart, im 20. Jahrhundert setzten A. Faistauer und O. Kokoschka, der die "Schule des Sehens" begründete, die Maltradition Salzburgs fort.

Meisterwerke der Plastik sind die romanischen Kruzifixe von Nonnberg und im Salzburger Museum Carolino Augusteum), bedeutend sind die romanischen Tympana vom Hauptportal der Nonnberger Stiftskirche, vom Südportal der Franziskanerkirche und vom Hauptportal der Stiftskirche St. Peter sowie der Löwe in der Siegmund-Haffner-Gasse. Nach den "schönen Madonnen" des "weichen Stils" im frühen 15. Jahrhundert (Maria Säul in St. Peter, Madonna im Franziskanerkloster) war H. Valkenauer am Ende des Mittelalters der wichtigste Bildhauer. Im Frühbarock wurde neben italienischen Künstlern H. Waldburger zum führenden Plastiker in Salzburg, den Residenzbrunnen (1626-61) baute vermutlich T. G. Allio.
In der Zeit des "österreichischen Barock" schufen B. Permoser und G. R. Donner Meisterwerke (Marmortreppe im Schloss Mirabell). Im 20. Jahrhundert fertigte J. Adlhart der Jüngere monumentale Arbeiten für St. Peter und das Festspielhaus an, von G. Manzù und T. Schneider-Manzell stammen die Domtore sowie Brunnen und Statuen.