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Tulln an der Donau#

Tulln an der Donau
Wappen von Tulln an der Donau
© Copyright Verlag Ed. Hölzel, Wien, für AEIOU.

Bundesland: Niederösterreich Tulln an der Donau, Niederoesterreich
Bezirk: Tulln, Stadt
Einwohner: 16.156 (Stand 2017)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 180 m
Fläche: 72,22 km²
Postleitzahl: 3425, 3430
Website: www.tulln.at


Tulln an der Donau: Portal der Stadtpfarrkirche., © Copyright Christian Brandstätter Verlag, Wien, für AEIOU.
Tulln an der Donau: Portal der Stadtpfarrkirche.
© Copyright Christian Brandstätter Verlag, Wien, für AEIOU.


Die am Südufer der Donau gelegene niederösterreichische Bezirkshauptstadt Tulln ist nicht nur als Wissensstandort, sondern auch als Garten-, Kunst und Donaustadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Die einmalige Kombination aus Freizeitparadies mitten in der Natur und modernem Standort mit national und international renommierten Veranstaltungen, Institutionen und Unternehmen macht Tulln für BürgerInnen, Gäste und Geschäftsreisende gleichermaßen attraktiv.

Tulln: die vitale Stadt der Gärten#

Keine andere Stadt hat sich dem Grün so verschrieben wie Tulln. Das Wechselspiel von Natur und Kultur verleiht der Stadt eine besondere Atmosphäre und Freizeitqualität: Tulln ist durchwoben von riesigen Au- und Grünflächen, die umfangreiche Freizeitmöglichkeiten bieten. 2008 eröffnete die GARTEN TULLN, die erste ökologische Gartenschau Europas. Umgeben ist die Dauereinrichtung vom Wasserpark Tulln, in dem man Auwald hautnah erleben kann. Tulln ist außerdem die Heimatstadt der jährlichen Internationalen Gartenbaumesse und hat bereits zahlreiche nationale und internationale Preise für seine Blumenpracht und Lebensqualität gewonnen.

Tulln: die blühende Stadt der schönen Künste#

Auf der Donaubühne, Europas größter Flussbühne, treten national und international bekannte KünstlerInnen im stimmungsvollen Ambiente direkt an der Donau unter freiem Himmel auf. Das Egon Schiele-Museum widmet sich den Anfängen des berühmtesten Sohnes der Stadt, der 1890 in Tulln geboren wurde. Schieles Geburtshaus am Bahnhof ist ab Juni 2013 für Gäste aufbereitet und ein Schiele-Weg durch Tulln führt ab 2014 auf den Spuren des Malers zu den Stationen seiner Kindheit in Tulln. Die Geschichte Tullns geht allerdings noch viel weiter zurück und hat zahlreiche Spuren im Stadtbild hinterlassen: Zur Zeit des Römischen Reiches diente Tulln als das Reiterkastell „Comagena“ der Sicherung des norischen Limes. Funde aus der Gründungszeit Tullns sind im Römermuseum zu bestaunen, die Überreste des ehemaligen östlichen Doppeltores „Porta Prinzipalis Dextra“ sind ganzjährig unter freiem Himmel zu sehen. Im rund 1200 entstandenen Nibelungenlied wird Tulln als Ort des Treffens von Hunnenkönig Etzel und Kriemhild besungen – eine Szene die am Nibelungenbrunnen an der Donaulände nachgebildet ist. Der romanische Karner (um 1240), die Minoritenkirche (1732-39), der Stadtturm (16. Jhdt.), zahlreiche gotische und barocke Gebäude und viele weitere Sehenswürdigkeiten machen Tulln zu einer Stadt voller Kunst- und Kulturschätze.

Tulln: die lebenslustige Stadt des Wassers#

Tulln liegt direkt am größten Strom Europas, der Donau. Der Donauradweg führt direkt durch die Stadt und bringt zahlreiche Touristen aus der ganzen Welt nach Tulln. Entlang der Donau ist die Donaulände als großzügiger Erholungsraum gärtnerisch prächtig gestaltet. Sie ist die Perlenkette der Stadt, die von der GARTEN TULLN über den Wasserpark bis zu den wichtigsten Museen und Freizeit- sowie Naherholungsmöglichkeiten führt.

Tulln: die richtungsweisende Stadt der Forschung#

Tulln positioniert sich mit dem Campus Tulln seit Jahren erfolgreich als moderner Wissensstandort der Biotechnologie. Dank der Zusammenarbeit von Ausbildung, Forschung und Wirtschaft herrscht großes Interesse an den international anerkannten Erkenntnissen des Campus Tulln. Auch die nö. Landesfeuerwehrschule, Europas modernstes Trainingszentrum für Feuerwehrleute, ist ein Garant für hochkarätige Ausbildung. Die Messe Tulln bietet das ganze Jahr hindurch attraktive Messen unterschiedlichster Fachgebiete. Gemeinsam mit den zahlreichen weiteren renommierten Einrichtungen und Unternehmen ist Tulln dadurch ein Zentrum des Geschäfts- und Kongresstourismus.

Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht, Arbeitsmarktservice, Finanzamt, Zollamt, Gesundheitsamt, Eich- und Vermessungsamt, Stromaufsicht und Schifffahrtspolizei, Straßenbauabteilung, Versuchsgarten der Forstlichen Bundesversuchsanstalt, Landwirtschaftliche Koordinationsstelle des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Bezirksbauernkammer, Gebietskrankenkasse, Krankenhaus, Niederösterreichische Rot-Kreuz-Zentrale, Psychosozialer Dienst, Caritas-Tagesheim, Kinderhaus (Volkshilfe), Lebenshilfe, Hilfswerk, Beratungsstelle für Erwerbslose, Zentrum der Niederösterreichischen Feuerwehren und des Zivilschutzes (Niederösterreichische Landes-Feuerwehrschule); Interuniversitäres Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie, Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium, Handelsakademie, Handelsschule, Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, landwirtschaftliche Fachschule, Krankenpflegeschule, Fachschule für Flugtechnik, Volkshochschule, Kunstwerkstatt, Stadtsaal, E.-Schiele-Museum, Stadtpark, Messegelände der Tullner Messe Ges. m. b. H., Jachthafen, Wasserpumpwerk, Umspannwerk, Flugplatz Langenlebarn mit Segelflughangar. Industrie und Gewerbe: Zuckerfabrik, Baugewerbe (unter anderem Betonfertigteile), Fenster- und Metallwarenerzeugung, Spezialmaschinenbau, Tierkörperverwertung.

Geschichte und Kunst#

Römisches Kastell "Comagena" und Stützpunkt der römischen Donauflotte, urkundlich 791, 1014 als "civitas" genannt, Stadtrecht erst 1270 verbrieft überliefert, im Nibelungenlied erwähnt, im Mittelalter wichtiger Gerichtsort und Handelsplatz, 1683 Sammelplatz des Entsatzheers für das belagerte Wien. - Pfarrkirche St. Stephan, romanische Pfeilerbasilika mit Doppelturmanlage (12. Jahrhundert), in der Gotik (Chor aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts) und im Barock (Türme) erneuert, romanische Wandgliederung und Westportal mit Halbfiguren in Rundbogennischen (13. Jahrhundert) erhalten, im Inneren barocke Altäre (1725-86), Rokokochorgestühl (um 1750) aus der Kartause Gaming, zahlreiche Grabdenkmäler (15.-18. Jahrhundert); spätromanischer Karner (um 1240), einer der schönsten in Österreich, von einer Wiener Bauhütte geschaffen, prächtiges Trichterportal, romanische Fresken (1873 überarbeitet); ehemalige Minoritenkirche (1732-39) mit reicher Bandelwerk-Stuckausstattung und einheitlicher spätbarocker Einrichtung sowie Minoritenkloster (heute Amtsgebäude); Stadtturm (16. Jahrhundert); Salzturm, im Kern spätrömisch; ehemaliges Dominikanerinnenkloster, Reste aus dem 17. Jahrhundert erhalten; ehemaliges Kapuzinerkloster (17. Jahrhundert); Dreifaltigkeitssäule (1695); Mariensäule (um 1700); im Kern gotische Bürgerhäuser mit spätgotischen Baudetails, barocken und historistischen Fassaden.

Weiterführendes#

Literatur#

  • O. Biack, Geschichte der Stadt Tulln, 1982
  • Österreichisches Städtebuch, Band IV, Teil 3, Die Städte Niederösterreichs, 1982
  • Stadtgemeinde Tulln (Hg.), 1200 Jahre Tulln, 1991
  • Stadtpfarre St. Stephan (Hg.), Kirchliche Bauwerke in Tulln, 1999

Stadtansicht
Stadtansicht
© Stadtamt Tulln a.d. Donau
Hautplatz
Hautplatz
© Stadtamt Tulln a.d. Donau
Römerturm
Römerturm
© Stadtamt Tulln a.d. Donau
Schiele-Museum
Schiele-Museum
© Stadtamt Tulln a.d. Donau
Nibelungenbrunnen
Nibelungenbrunnen.
Foto: Bwag. Aus: Wikicommons, unter CC BY-SA 3.0

4 Fotos: © Stadtamt Tulln a.d. Donau

Redaktion: P. Diem