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vom 18.05.2017, aktuelle Version,

Öko-Box

Öko-Box Sammelgesellschaft m.b.H.
Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Sitz Wien 4, Prinz-Eugen-Straße 18
Leitung Georg Matyk (Geschäftsführer)
Branche Verpackungsrecycling
Website oekobox.at

Öko-Box ist ein österreichisches Unternehmen zur stofflichen Wiederverwertung der weit verbreiteten, aus beschichtetem Karton bestehenden Einwegverpackungen für Getränke, die allgemein als Tetra-Pak bezeichnet werden. Es wurde 1991 gegründet.[1] Aufgrund einer seit 1. Jänner 2015 in Kraft getretenen Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes wurde die Öko-Box Mitte 2014 vollständig in die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) eingegliedert. Verpackungssammelsysteme müssen nun auf die gesamte Leichtverpackungsfraktion ausgelegt sein.[2]

Dem Konsumenten werden kostenlose Sammelkartons zur Verfügung gestellt, in denen die entleerten Verpackungen zur verwertenden Kartonfabrik der Firma Mayr-Melnhof Karton in Frohnleiten gebracht werden. Insbesondere seit der Übernahme durch die ARA wird dieses Sammelsystem allmählich zu Gunsten der Sammlung in der Gelben Tonne eingestellt.

Sammlung

Die Sammlung erfolgt über Haushaltsabholung und Sammlung in Altstoffsammelzentren. Die größeren, als Öko-Box bezeichneten Sammelkartons waren bis Ende November 2015 auf jedem Postamt Österreichs erhältlich und können dort noch bis Ende März 2016 portofrei eingesandt werden. Zusätzlich können sie bei sämtlichen Altstoffsammelzentren und Bauhöfen abgegeben werden, wo die Getränkekartons oft auch in Säcken gesammelt werden. Leere Boxen sind derzeit nur noch in den Wiener Filialen des Lebensmitteldiskonters Hofer erhältlich. Dort ist die Abgabe voller Schachteln allerdings nicht möglich. Die Ausgabe der Boxen in den Hofer-Filialen anderer Bundesländer wurde mit Ende September 2015 eingestellt. 2003 hatte die Öko-Box GmbH in ihrem Branchenbereich eine „monopolartige Stellung“.[3]

Haushaltssammlung

Die Haushaltsabholung wird beziehungsweise wurde in den einzelnen Bundesländern vielfach von sozialen Organisationen durchgeführt, welche dadurch benachteiligten und beeinträchtigten Menschen eine Arbeit bieten. Dafür wurde die Öko-Box auch schon ausgezeichnet. Die Haushalte werden zu regelmäßigen Terminen – üblicherweise alle drei Wochen – angefahren. Die Mitarbeiter sammeln dabei die vollen, vor den Haustüren beziehungsweise Gartentoren abgestellten, Boxen ein und stellen wieder leere Boxen zur Verfügung. Bei den Schachteln für die Haushaltssammlung handelt es sich um sogenannte Öko-Bags, welche etwas kleiner als die anderen Ökoboxen sind.

Bis Ende 2013 gab es in allen Bundesländern außer dem Burgenland vor allem in den Landeshauptstädten und weiteren größeren Gemeinden eine Haushaltssammlung. Diese wurde mit Jahresende 2013 in Oberösterreich eingestellt. Obwohl anfänglich betont wurde, dass durch den Zusammenschluss mit der ARA die Sammelsystematik erhalten bleibe, [2] wurde mit Jahresende 2014 die Haushaltsabholung in Vorarlberg, Tirol und der Steiermark, Ende Juni 2015 auch in Salzburg und schließlich Anfang 2016 in Kärnten eingestellt. In diesen Regionen werden Getränkekartons nun über die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack gesammelt. Derzeit gibt es eine Haushaltssammlung nur noch in Wien. Verantwortlich für die Abholung der Getränkekartons ist das Unternehmen redmail.

Als im Juli 2015 bekannt wurde, dass mit Jänner 2016 auch in Kärnten die Haushaltssammlung eingestellt werden soll, hoffte man bei der für die Sammlung beauftragten Organisation pro mente zur Erhaltung der Arbeitsplätze auf eine Fortführung des bestehenden Sammelsystems.[4] Es wurde jedoch nur eine Übergangslösung getroffen, sodass die Haushaltssammlung in Teilen Kärntens - wie der Landeshauptstadt Klagenfurt - noch bis Ende März 2016 fortgeführt wurde, während ab Jänner 2016 auch schon eine Sammlung über die Gelbe Tonne und den Gelben Sack möglich war. Die Einstellung der Sammlung in Innsbruck sorgte schon zuvor bei der Lebenshilfe Tirol, welche jahrelang dafür zuständig gewesen war, für Unmut. Die Lebenshilfe Tirol hatte dafür von der Stadt Innsbruck einst den Umweltschutzpreis verliehen bekommen.[5] Seitens der ARA wird für die Einstellung der Haushaltssammlung mit Effizienz- und Kostengründen argumentiert. So sei es für die Bürger einfacher, die Getränkekartons in der Gelben Tonne gemeinsam mit anderen Kunststoffverpackungen zu sammeln.[4]

Verwertung

In der Kartonfabrik werden die Verpackungen aufgelöst. Die Zellulose dient der Kartonerzeugung, das von der Beschichtung stammende Aluminium und Polyethylen wird verbrannt. Abhängig vom Verschmutzungsgrad sowie der Materialqualität wird der Zelluloseanteil auch bei der Sammlung über die Gelbe Tonne wiederverwertet.[6]

2012 wurden von Öko-Box knapp 7700 Tonnen Getränkekartons stofflich verwertet und weitere rund 7300 Tonnen thermisch verwertet.[7]

Einzelnachweise

  1. Interview mit Georg Matyk
  2. 1 2 umweltruf.de: Altstoff Recycling Austria AG übernimmt Öko-Box Sammelges. m. b. H... Artikel vom 24. Juni 2014, abgerufen am 7. August 2015
  3. Dagmar Hemmer, Andreas Höferl: Privatisierung und Liberalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU-15: Abfallwirtschaft. Hrsg.: Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung. Wien April 2003, S. 27 (PDF, 131 KiB).
  4. 1 2 kärnten.orf.at: Ökoboxen: pro mente verliert Arbeitsplätze. Artikel vom 29. Juli 2015, abgerufen am 7. August 2015
  5. tirol.orf.at: Ökobox fiel Rentabilität zum Opfer. Artikel vom 15. Februar 2015, abgerufen am 7. August 2015
  6. http://www.oekobox.at/sammlung_abholtage_ooe.shtml, abgerufen am 7. August 2015
  7. http://www.oekobox.at/recycling_statistik.shtml