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vom 13.04.2018, aktuelle Version,

Alois Grasmayr

Alois Grasmayr (* 28. März 1876 in Ried im Innkreis; † 11. März 1955 in Salzburg) war Lehrer, Hotelier und Schriftsteller.

Leben

Grasmayr wurde als Sohn eines Kleinbauern in Hohenzell bei Ried im Innkreis geboren. Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Salzburg war er hier als Lehrer, später auch im Pongau, im Innviertel und im steirischen Hochgebirge tätig. Grasmayr unternahm ausgedehnte Wanderungen und Fahrradreisen nach Italien und Skandinavien. Durch seine literarische und künstlerische Tätigkeit schloss er Bekanntschaft mit bedeutenden Literaten und Künstlern, u. a. Peter Rosegger, Gustav Frenssen oder Hermann Bahr.

1914 heiratete er Magda Mautner-Markhof (* 14. April 1881; † 22. August 1944) aus der Wiener Großindustriellenfamilie Mautner-Markhof und kam so zu einem beträchtlichen Vermögen. Er hatte vier Söhne.[1] Der älteste Sohn Klaus (Dr. phil, 1914–1998) wurde der Erbe, denn seine Brüder Gottfried und Peter (Dr. jur.) fielen im Zweiten Weltkrieg. Der jüngste Sohn starb bereits als Kind.

Seine Hochzeitsreise führte ihn nach Ägypten und in den Sudan. 1914/15 kaufte er in Salzburg das „Hotel Stein“ und das „Hotel Bristol“. Später noch die „Blaue Gans“ und das „Sternbräu“. Auf dem Mönchsberg 18 kaufte er in Salzburg 1915 ein weiteres Haus, das sich auszeichnete durch einen siebenstöckigen Turm mit drehbarer Kugel. In diesem Haus, der sog. Grasmayr-Villa, trafen sich u. a. Richard Billinger, Felix Braun, Stefan Zweig oder Rudolf Pannwitz. Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit Ludwig Praehauser.

sog. Grasmayr-Villa in Salzburg auf dem Mönchsberg

In der Zwischenkriegszeit führten ihn Reisen in die Vereinigten Staaten zum Studium des amerikanischen Schul- und Hochschulwesens. Während des Zweiten Weltkrieges war der überzeugte Pazifist wegen „Wehrkraftzersetzung“ inhaftiert.

Grasmayer verfasste zahlreiche Aufsätzen über seine Reisen, philosophische Abhandlungen, die ihn als Mythenforscher auswiesen, und vor allem einen Kommentar zu Goethes Faust („Faustfibel“), der aber im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen ist. In Salzburger Mundart schrieb er neben Volksstücken und Erzählungen auch sein wichtigstes Werk „Das Faustbüchl“. Teilweise schrieb er unter dem Pseudonym "Christoph Wegbauer"[2][3]

Alois Grasmayer lebte später mit der verwitweten Irmgard von Hebra zusammen, die er im Januar 1949 heiratete.[4] Er starb völlig überraschend am 11. März 1955 in seinem geliebten „Hotel Stein“.

Literatur

  • Adolf Haslinger; Peter Mittermayr (Hrsg.): Salzburger Kulturlexikon. 2001, Salzburg: Residenzverlag. ISBN 3-7017-1129-1.
  • Peter Walder-Gottsbacher: Nonntal – Innerer und Äußerer Stein in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1996, ISBN 90-288-6349-4.
  • Johann Aigner: Der Faust vom Mönchsberg: Erinnerungen an Alois Grasmayr, Salzburg, 1986.[5]

Ausgewählte Schriften

  • Grasmayr, Alois : Das Faustbüchl : Goethes Faust 1. und 2. Teil für den Alltag und in österreichischer Mundart erzählt und ausgelegt / erzählt und ausgelegt von Alois Grasmayr. 1949, Salzburg : Verlag "Das Silberboot".
  • Grasmayr, Alois : Vom Reichtum der Armut : Eine Autobiographie / Alois Grasmayr. Hrsg. von Johann N. Aigner und Franz Paul Enzinger. – 1. Auflage. 1990, Salzburg: Verlag der Salzburger Druckerei.
  • Christoph Wegbauer (Alois Grasmayr): Die sieben Berge der Bibel. Vorwort. 1. Der Berg Sinai. 2. Der Berg Nebo. 3. Der Berg der Versuchung. 4. Der Berg der Bergpredigt. 5. Der Berg Tabor. 6. Der Ölberg. 7. Der Calvarienberg. Die Stadt Gottes. Nachwort. Geschrieben Weihnachten 1943 in Gedenken an meine in Russland verlorenen Söhne. Salzburg, 1943.

Einzelnachweise

  1. beschluss_schiele20110330_1
  2. http://www.sbg.ac.at/slita/archiv/besta.htm#g
  3. Christoph Wegbauer (Alois Grasmayr): Die sieben Berge der Bibel. Vorwort. 1. Der Berg Sinai. 2. Der Berg Nebo. 3. Der Berg der Versuchung. 4. Der Berg der Bergpredigt. 5. Der Berg Tabor. 6. Der Ölberg. 7. Der Calvarienberg. Die Stadt Gottes. Nachwort. Geschrieben Weihnachten 1943 in Gedenken an meine in Russland verlorenen Söhne.
  4. http://www.leopoldmuseum.org/media/file/195_dossier_schiele_herbstbaum.pdf
  5. http://books.google.de/books?id=-ED0kQEACAAJ&dq=%22alois+grasmayr%22&hl=&source=gbs_api