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vom 17.05.2017, aktuelle Version,

Ampflwanger Bahn

Museumsbahn Ampflwanger Bahn
Streckenlänge: 10,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 19 
Minimaler Radius: 180 m
Westbahn
0,0 Timelkam 450 m ü. A.
Abzweig von der Westbahn
Anschlussbahn der Energie Ag
0,2 Timelkam Energie AG 450 m ü. A.
4,2 Aumühle
5,4 Puchkirchen
6,7 Wolfsdoppl
10,3 Ampflwang
10,4 Ampflwang Museum

Die Ampflwanger Bahn ist eine normalspurige Eisenbahnstrecke in Oberösterreich. Mit einer Länge von 11 km wurde sie als Industriebahn von der Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG genutzt, bis sie stillgelegt wurde. Seit 1996 wird die Strecke von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte als Museumsbahn betrieben.

Geschichte

Im Jahr 1920 wurde die Kohlenschleppbahn der „Industriebahn Timelkam – Ampflwang Ges.m.b.H.“, unter der Bauleitung der Gmundner Firma Stern & Hafferl, mit einer Spurweite von 600 mm errichtet. Die Strecke begann Kilometer 253,0 des Bahnhofs Timelkam und verließ die BBÖ-Trasse bei Kilometer 253,7. Nach einem großen Rechtsbogen wurde mittels einer 16 Meter langen Holzbrücke die Vöckla überquert, anschließend verlief die Trasse rund 11 Kilometer nordwärts nach Ampflwang. Der kleinste Radius betrug 75 Meter, die maximale Steigung 40 Promille, der höchste Achsdruck 3,5 t und die Höchstgeschwindigkeit war auf 15 km/h begrenzt. Als Triebfahrzeuge wurden ehemalige k.u.k. Heeresfeldbahn-Dampflokomotiven der Reihe R IIIc verwendet.

Da die Bahn allerdings schon nach wenigen Jahren an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt war, wurde sie im Jahr 1924 auf Normalspur umgebaut, wobei es hierbei einerseits zu einer Senkung der Steigung auf 19 Promille und der Vergrößerung der Kurvenhalbmesser auf 180 Meter kam sowie andererseits zu einem Umbau der Brücke über die Vöckla, welche durch eine Eisenkonstruktion mit einer Länge von 27 Metern ersetzt worden ist. Für den Zugdienst wurden zwei Dt-n2-Lokomotiven der Baureihe 178 eingesetzt (Nr. 1, 1399/1925 & Nr. 2, 1400/1925), sowie eine Dt-Dampflok von Hanomag mit der Fabriknummer 9976 und dem Baujahr 1925.

Am 2. Februar 1943 genehmigte der Reichsbahnbevollmächtigte der Bahnaufsicht, aufgrund der kriegsbedingten Einsparung der Kraftomnibuslinien, einen öffentlichen Verkehr auf der Bahnstrecke, wobei die Benützung auf Werkangehörige, Schwerbehinderte, Schüler sowie Beamte beschränkt war. Im Herbst 1944 wurde die Lok Nr. 1 an die OKA Timelkam verkauft, als Ersatz wurde eine Dt-h2-Dampflok der Lokomotivfabrik Floridsdorf mit der Nr. 3 in Dienst gestellt.

Landesausstellung 2006

Im Jahr 2006 fand die Oberösterreichische Landesausstellung Kohle und Dampf in Ampflwang statt. Die Bahnstrecke und mehrere historische Dampflokomotiven bildeten dabei, neben dem Bergbau in der Region Hausruck, einen der Schwerpunkte der Ausstellung. Zur Präsentation der Lokomotiven wurde ein 21-ständiger Ringlokschuppen errichtet, der seit Ende der genannten Landesausstellung das Herzstück des nun in Ampflwang betriebenen ständigen Eisenbahnmuseums darstellt.

Museumsbahn

Seit 1996 wird die Strecke von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte als Museumsbahn betrieben. Die Dampf/Dieselzüge verkehren zwischen der Station Timelkam Energie AG und Ampflwang. Da beide Stationen keine weiteren Gleise als das normale Streckengleis haben, findet die Lokbespannung in Timelkam Bahnhof und Ampflwang Museum statt. In Timelkam Energie AG kann die Erlebniswelt Energie besichtigt werden.

Literatur

  • Johann Kössner: Die Kohlebahnen im Hausruck. In: Eisenbahn 12/1960, Wien