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vom 29.07.2017, aktuelle Version,

Anger (Steiermark)

Anger
Wappen Österreichkarte
Wappen von Anger
Anger (Steiermark) (Österreich)
Anger (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Weiz
Kfz-Kennzeichen: WZ
Fläche: 53,84 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 15° 41′ O
Höhe: 479 m ü. A.
Einwohner: 4.165 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8184
Vorwahl: 03175
Gemeindekennziffer: 6 17 56
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Südtiroler Platz 3
8184 Anger
Website: www.anger.st
Politik
Regierungskommissär Hubert Höfler
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
13
4
4
13  4  4 
Insgesamt 21 Sitze

Lage der Marktgemeinde Anger im Bezirk Weiz
Albersdorf-PrebuchAngerBirkfeldFischbach (Steiermark)Fladnitz an der TeichalmFloingGasenGersdorf an der FeistritzGleisdorfGutenberg-StenzengreithHofstätten an der RaabIlztalLudersdorf-WilfersdorfMarkt HartmannsdorfMiesenbach bei BirkfeldMitterdorf an der RaabMortantschNaasPassailPischelsdorf am KulmPuch bei WeizRattenRetteneggSt. Kathrein am HauensteinSankt Kathrein am OffeneggSt. Margarethen an der RaabSankt Ruprecht an der RaabSinabelkirchenStralleggThannhausenWeizSteiermark Lage der Gemeinde Anger (Steiermark) im Bezirk Weiz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Anger ist eine im Bezirk Weiz gelegene Marktgemeinde des österreichischen Bundeslandes Steiermark mit 4165 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Im November 2012 wurde die Zusammenlegung der Gemeinden Anger, Baierdorf bei Anger, Feistritz bei Anger und Naintsch einstimmig beschlossen, die mit 1. Januar 2015 im Rahmen der Gemeindestrukturreform der Steiermark zur neuen Marktgemeinde Anger fusionierten.[1]

Geografie

Geografische Lage

Anger liegt an der Feistritz, etwa 40 km nordöstlich von Graz, 13 km nordöstlich der Bezirkshauptstadt Weiz und 10 km südlich von Birkfeld. Die Marktgemeinde reicht in den Naturpark Almenland.

Gemeindegliederung

Anger wird seit der Gemeindefusionierung 2015 in folgende Ortsteile gegliedert (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[2]):

  • Anger (813)
  • Ehemaliges Gemeindegebiet Feistritz bei Anger:
    • Oberfeistritz (766)
    • Viertelfeistritz (313)
  • Ehemaliges Gemeindegebiet Baierdorf bei Anger:
    • Baierdorf-Dorf (238)
    • Baierdorf-Umgebung (930)
    • Fresen (474)
  • Ehemaliges Gemeindegebiet Naintsch:
    • Naintsch (497)
    • Offenegg (110)

Die Marktgemeinde gliedert sich weiters in die sechs Katastralgemeinden: Anger, Baierdorf, Naintsch, Oberfeistritz, Offenegg und Viertelfeistritz.

Nachbargemeinden

Sankt Kathrein am Offenegg Birkfeld Pöllau
(Bez. Hartberg-Fürstenfeld)
Thannhausen Puch bei Weiz Floing

Geschichte

Anger war im 2. und 3. nachchristlichen Jahrhundert von den Römern besiedelt. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts dringen Slawen in die Steiermark ein. Der durch Anger fließende Fluss Feistritz heißt übersetzt „reißender Bach“ und deutet auf eine slawische Besiedlung hin.

Die Burg Waxenegg wird 1217 als „Wesseneck“ erstmals urkundlich erwähnt und ist der früheste urkundliche Beleg des gesamten Bereiches um Anger und auch des oberen Feistritztales.

Im März 1364 wird Anger selbst erstmals urkundlich erwähnt. Einige Jahre später, 1379, erhält die Kirche in Anger pfarrliche Rechte. Die Kirche selbst ist dem hl. Andreas geweiht. Im Jahr 1389 wird Anger erstmals als Markt bezeichnet.

Das heute noch zu besichtigende Steinpeisshaus oder Freihaus gelangt 1507 an die Freiherren von Teuffenbach zu Mayerhofen. Die zweite Kirche in Anger, die Vierzehn-Nothelfer-Kirche, wurde wohl bereits in vorreformatorischer Zeit errichtet, da die im Westportal eingemeißelte Jahreszahl darauf hin deutet.

1556 stehen im Markt Anger 23 Häuser. 1650 gibt es im Markt Anger 18 verschiedene Berufe wie bspw. Lederer, Leinweber und Hafner, Bäcker, Tuchmacher, Schmiede u. a. Im Jahr 1663 gelangt Waxenegg mitsamt den beiden Burgen und den Untertanen in den Besitz der Freiherrn und späteren Grafen von Webersberg, die ein Jahrhundert lang als Burg- und Herrschaftsinhaber fungieren. Die Familie der Werbersberg stirbt letztlich aus. Danach ersteigert Johann Graf Khevenhüller-Metsch die Herrschaft Waxenegg und zieht die Verwaltung nach Thannhausen.

Die Herrschaft von Waxenegg wechselt zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nachdem 1799 Karl August Fürst von Brentzenheim Besitzer der Herrschaft war, erwirbt 1806 Ferdinand Reichsfreiherr von Gudenus Waxenegg und das Steinpeißhaus in Anger.

1848 erfolgt die Aufhebung der Grunduntertänigkeit. Das macht Bauern und Bürger zu persönlich freien Eigentümern ihres Besitzes. Die Verwaltung übernimmt eine neu geschaffene Ortsgemeinde. Aus den Dorf- und Marktrichtern werden Gemeindevorsteher und Bürgermeister.

Im Jahr 1888 wird die Freiwillige Feuerwehr Anger gegründet; 1897 der „Angerer Musikverein“. Beide Verbände bestehen bis heute.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlangte Anger Bekanntheit als Sommerfrische, die von vielen Gästen, insbesondere aus Ungarn, besucht wurde. Zu den prominentesten Urlaubsgästen zählt der ungarische Musiker und Komponist Béla Bartók, der 1921 in Anger weilte. Der berühmteste Sommergast der Neuzeit ist die österreichische Fußballlegende Toni Polster.

1911 wurde die Feistritztalbahn in Betrieb genommen und die Region damit verkehrsmäßig erschlossen.

Mit 1. Jänner 2015 fusionierten die umliegenden Gemeinden Baierdorf bei Anger, Feistritz bei Anger und Naintsch mit Anger zu einer neuen Großgemeinde. Dadurch erhöhte sich die Gemeindefläche von vormals 1,97 km² auf 53,98 km². Die Bevölkerungszahl stieg von 829 auf 4.126 Einwohner, womit Anger sowohl flächen- als auch einwohnermäßig auf Platz 6 im Bezirk Weiz liegt.

Politik

Bürgermeister ist nach dem Rücktritt des seit 1995 amtierenden Josef Fetz der Kanzleileiter der Bezirkshauptmannschaft Weiz RR Hubert Höfler. Er wurde in einer Gemeinderatssitzung am 11. April 2006 einstimmig zum Bürgermeister gewählt.

Wappen

Das Marktwappen findet sich bereits auf einem Siegelstock des Jahres 1544 und zeigt auf rotem Grund eine stilisierte Linde auf einem Dreiberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptplatz Anger
Anger mit Burgruine Wachseneck um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
  • Pfarrkirche Anger (mit Jann-Orgel)
  • Vierzehnnothelferkirche[3]
  • Heimatmuseum Rauchstubenhaus
  • Freihaus Anger (Steinpeißhaus)

Freizeitangebote

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch Anger verläuft die Weizer Straße B 72 von Graz nach Krieglach und die Feistritztalbahn von Weiz nach Birkfeld.

Ansässige Unternehmen

Diverse Klein- & Mittelbetriebe bzw. diverse Nahversorger und Banken. Größere Betriebe haben sich um Anger in den Nachbargemeinden angesiedelt.

Tourismus

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Feistritztal, Floing, Puch bei Weiz und Stubenberg den Tourismusverband „Apfelland Stubenbergsee“. Dessen Sitz ist Stubenberg.[4]

Bildung

  • Neue Mittelschule Anger, Pädagogischer Panther 2007[5]
  • Volksschule Anger
  • Musikschule Birkfeld - Außenstelle Anger
  • Kindergarten Anger

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 2017: Herlinde Almer[6]
  • 2017: Alois Almer

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit Anger verbundene Persönlichkeiten

  Commons: Anger (Styria)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. September 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Anger und der Gemeinden Baierdorf bei Anger, Feistritz bei Anger und Naintsch, alle politischer Bezirk Weiz. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 14. Oktober 2013. Nr. 91, 28. Stück. S. 552.
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. Die vierzehn Nothelfer von Anger
  4. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 298. ZDB-ID 1291268-2 S. 623.
  5. Dr. Peter Härtel, Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft: Preisträger/innen 2007. Beitrag zur Preisverleihung an die Preisträger/innen des Pädagogischen Panthers 2007, Graz-Burg, Weißer Saal, 2. Juli 2007 (pdf, lsr-stmk.gv.at)
  6. http://www.kleinezeitung.at/steiermark/weiz/5205173/Angerer-Fruehling_Kulturfruehling-mit-zwei-neuen-Ehrenbuergern (abgerufen am 29. Juli 2017)