unbekannter Gast
vom 16.04.2018, aktuelle Version,

BORG Bad Aussee

Erzherzog Johann BORG Bad Aussee
Schulform Bundesoberstufenrealgymnasium
Gründung 1952
Adresse

Bahnhofstraße 150

Ort Bad Aussee
Bundesland Steiermark
Staat Österreich
Koordinaten 47° 36′ 1″ N, 13° 46′ 58″ O
Träger Republik Österreich
Schüler etwa 120[1]
Lehrkräfte etwa 30[2]
Leitung Eva Spielmann
Website Webpräsenz des Gymnasiums

Das Erzherzog Johann BORG Bad Aussee ist ein Bundes-Oberstufenrealgymnasium in der Stadtgemeinde Bad Aussee im Bezirk Liezen in der Steiermark.

Geschichte

Private Maturaschule

Die Schule[3] wurde am 6. November 1952 vom ehemaligen SS-Offizier Wilhelm Höttl als private Maturaschule für Jugendliche mit Schulschwierigkeiten gegründet.[4][5][6] Die Finanzierung dieser Privatschule – inoffiziell "Höttl-Schule" genannt[7] – erfolgte aus illegalem Kriegsgeld.[8] In den Jahren 1955 und 1956 eröffneten zwei Wohnhäuser für Internatsschüler. 1956 wurde die „Ausseer Privatmittelschule GesmbH“ gegründet sowie die Villa Margit als Schulgebäude für sieben Klassen eröffnet. Am 6. Juni 1956 erhielt die Schule schließlich das Öffentlichkeitsrecht.[9]

1960 bezog die private Mittelschule ein neu errichtetes Schulhaus im Bad Ausseer Ortsteil Obertressen-Praunfalk (hier war später die Otto-Körber-Hauptschule untergebracht, die heutige Neue Mittelschule Bad Aussee). Zu diesem Zeitpunkt hatte sie rund 400 Schüler, davon 320 Internatsschüler. Die Internatsschüler waren in neun verschiedenen Häusern untergebracht.[9] Zu den Schülern gehörten unter anderem Jochen Rindt[10], Niki Lauda[11], Helmut Marko[12], Harald Ertl[12], André Heller[10][13], Thomas Prinzhorn[10] und Peter Schachner-Blazizek[10].

Die Schulgründung sorgte für viel Kritik: Die Schule ermögliche eine billige Matura[6] für Kinder reicher Eltern[14] und Schulleiter Höttl würde Nazi-Kameraden als Lehrer beschäftigen[14][5] (André Heller bezeichnete die Schule als „Nazi-Reservat“).[5] Die Behörden reagierten und entzogen der Schule 1961 das Öffentlichkeitsrecht. Daraufhin gingen die Schülerzahlen stark zurück. Im Jänner 1964 folgte schließlich die Insolvenz.[9]

Oberstufen-Realgymnasium der Gemeinde

Nach dem Konkurs übernahm die Marktgemeinde Bad Aussee die Rolle des Schulträgers und führte den Betrieb weiter. Im darauf folgenden Jahr wurde der Schule wieder das Recht zur Abhaltung von Reifeprüfungen zuerkannt, und ab 28. September 1968 wurde mit dem Bau der Turnhalle in Obertressen begonnen. Im Jahr 1976 erhielt die Schule den Namen „Oberstufen-Realgymnasium Bad Aussee“.[9]

Oberstufen-Realgymnasium des Bundes

1978 wurde das ORG Bad Aussee von der Republik Österreich als Bundesschule übernommen und trägt seither die Bezeichnung „Bundes-Oberstufen-Realgymnasium“ (BORG). Seit dem Schuljahr 1984/85 hat die Schule ihren Sitz im damals neu errichteten Bad Ausseer Bundesschulzentrum. Am 11. September 1998 wurde die Institution nach Erzherzog Johann benannt und heißt seither „Erzherzog-Johann-BORG Bad Aussee“.[9] Das BORG Bad Aussee gliedert sich in einen naturwissenschaftlichen Zweig, einen bildnerischen Zweig und in einen Zweig mit dem Schwerpunkt Musik.[15]

Einzelnachweise

  1. Erzherzog Johann BORG Bad Aussee: Schüler. Abgerufen am 7. März 2018.
  2. Erzherzog Johann BORG Bad Aussee: Lehrer. Abgerufen am 7. März 2018.
  3. Der lange Weg des BORG Bad Aussee. Markus Weilbuchner auf meinbezirk.at, 7. Januar 2015.
  4. Ernst Kaltenbrunners Alpeninszenierung des Endes Totes Gebirge. In: Berliner Zeitung. Abgerufen am 7. März 2018.
  5. 1 2 3 Wie der US-Geheimdienst Ex-Nazis anheuerte und so die FPÖ-Gründung förderte. In: Profil. Abgerufen am 7. März 2018.
  6. 1 2 Steiermark: Umstrittenes Ehrenzeichen für einen Nazi. In: Der Standard. Abgerufen am 7. März 2018.
  7. 50. Maturatreffen der Höttl-Schule. In: Alpenpost. Abgerufen am 18. März 2018.
  8. Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges im Ausseerland. In: Alpenpost. Abgerufen am 18. März 2018.
  9. 1 2 3 4 5 Der lange Weg des BORG Bad Aussee. In: meinbezirk.at. Abgerufen am 7. März 2018.
  10. 1 2 3 4 André Heller "mit dem bösen Blut". In: Der Standard. Abgerufen am 7. März 2018.
  11. Weshalb das Auseer Land der Landstrich der Dichter ist. In: Augsburger Allgemeine. Abgerufen am 7. März 2018.
  12. 1 2 Austria Forum: Marko, Helmut. Abgerufen am 7. März 2018.
  13. Der österreicher James Dean. In: Datum, Nr. 78/2010 (Memento vom 25. April 2015 im Internet Archive)
  14. 1 2 Wilhelm Höttl: Schule der Wendigkeit. In: Die Presse. Abgerufen am 7. März 2018.
  15. Erzherzog Johann BORG Bad Aussee. Abgerufen am 7. März 2018.