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vom 01.10.2016, aktuelle Version,

Burgruine Schallenberg

Burgruine Schallenberg
Burgruine Schallenberg nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674 Topographia Austriae superioris modernae

Burgruine Schallenberg nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674 Topographia Austriae superioris modernae

Entstehungszeit: 1231 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgstall
Ständische Stellung: Ministeriale
Ort: Gemeinde Kleinzell im Mühlkreis
Geographische Lage 48° 28′ 16,7″ N, 13° 58′ 41″ O
Höhe: 434 m
Burgruine Schallenberg (Oberösterreich)
Burgruine Schallenberg

Die Burgruine Schallenberg ist eine abgegangene Höhenburg auf 434 m ü. A. in der Gemeinde Kleinzell im Mühlkreis im Bezirk Rohrbach von Oberösterreich. Schallenberg ist eine verfallene Rodungsburg, auf einer Felskuppe hoch über der Großen Mühl gelegen. Die Burg diente einst zur Kontrolle des Säumerweges direkt unterhalb der Burg und des Schiffsverkehrs der Großen Mühl, die damals schiffbar war.

Geschichte

Die Burg war Eigentum des Hochstiftes Passau und wurde vermutlich um 1231 erbaut. 1260 trat der Passauer Ministeriale Heinrich de sancto Ulrico in einer beurkundeten Seelgerätstiftung an das Kloster Wilhering auf und nannte sich in dieser Heinrich de Salchinberc. Die Sankt Ulricher behielten aber den Namen „von Schallenberg“ bei, obwohl sie um 1300 nicht mehr Lehensinhaber waren. 1308 tritt ein Christian von Urleugsb(p)erg auf Schallenberg auf. 1360 ging die Burg durch den Passauer Bischof Gottfried von Weißeneck als Pfand an Ulrich Leutzeneder. 1378 folgte in der Pfandschaft Dankwart Herleinsperger, dieser wurde auch durch den Passauer Bischof mit der Burg belehnt. 1428 kam die Herrschaft durch Kaspar von Schallenberg wieder an die Schallenberger. Im Familienbesitz blieb die Burg bis 1660. (Die Gruft der Schallenberger befindet sich in der dem hl. Josef geweihten Friedhofskapelle von Niederwaldkirchen.)

1440 wurde die Burg durch die Hussiten zerstört. Der Verfall der Burg dürfte dann unter Christoph von Schallenberg († 1542) eingesetzt haben; damals wurde der Gerichtssitz an das Schallenberger Hofamt zu Praitenfelden verlegt. Graf Christoph Ernst von Schallenberg verkaufte die Burg und den Gerichtssitz 1660 an den Grafen Otto von Seeau zu Helfenberg.

Burgruine Schallenberg heute

Bereits auf dem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674 wird Schallenberg als Ruine abgebildet, allerdings waren damals noch Mauern aufrecht. Heute ist hier noch eine durch zwei tiefe, aus dem Felsen geschlagene Abschnittsgräben gesicherte Anlage erkennbar. Mauerspuren sind noch vorhanden, und zwar völlig verwachsene Reste einer 2 × 3 Meter langen, ca. 1,5 Meter hohen, stehenden Mauer aus gut bearbeiteten Steinen.

Die Anlage ist seit 1982 wieder im Besitz der Familie Schallenberg. Die historisch bedeutende Anlage wurde unter Denkmalschutz gestellt. [1] Eine Planskizze der Burganlage ist vorhanden.[2]

Das Bauwerk ist nicht leicht zu finden, da der Weg nicht ausgeschildert ist. Fährt man von Kleinzell nach Apfelsbach, so zweigt nach 500 m nach links der Güterweg Ed ab; diesem muss man bis zum Seltenhofgut folgen. Von dort führt ein teilweise zugewachsener Fußweg durch den Wald zur Burgruine.

Literatur

  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  • Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Ober-Österreichisches Landesarchiv, Linz 2013.

Einzelnachweise

  1. Steingruber, 2013, S. 270.
  2. Burgruine Schallenberg