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vom 07.02.2017, aktuelle Version,

Café Diglas

Café Diglas, Außenansicht (März 2008)
Café Diglas, Innenansicht (März 2008)

Das Café Diglas ist ein traditionsreiches Wiener Kaffeehaus an der Wollzeile im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.

Geschichte

Die Familie Diglas ist bereits seit dem Jahr 1875 ein Teil der Wiener Gastronomielandschaft. Hans Diglas der II. führte einige Betriebe, unter anderem ein Restaurant im Türkenschanzpark, dessen erster Gast Kaiser Franz Joseph I. war. Die Söhne des geschäftstüchtigen Gastronomen, Franz und Hans Diglas, betrieben nach einem längeren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten ebenfalls verschiedene Lokale in Wien. Dazu zählten, das Casino Zögernitz, die Restauration am Maurer Hauptplatz, das Tabarin in der Ananagasse, oder die Restaurationen im Gänsehäuflbad.

1923 wurde von dem Brüderpaar im Haus Wollzeile 10 das Café Diglas gegründet. An dieser Stelle befand sich um die Jahrhundertwende das Café Royal und danach das Piccadilly.[1] Zu den Gästen des Café Diglas zählten zahlreiche Künstler und Politiker, unter anderem Franz Lehár, Karl Farkas, Heimito von Doderer und der junge O. W. Fischer. Nach einer Umgestaltung in den 1950er Jahren wurde es etwas stiller um das Diglas. Nachdem 1964 Hans Diglas III den Betrieb mit einer Vollkonzession als Café-Restaurant geführt hatte, ließ sein Sohn Hans Diglas IV das Lokal 1988 renovieren, um ihm sein ursprüngliches Erscheinungsbild als klassisches Wiener Kaffeehaus wiederzugeben.

Seit 1999 führt die Familie Diglas eine Filiale am nahe gelegenen Fleischmarkt, das Café Diglas unter Stammgästen das "Kleine Diglas genannt", dessen Patisserie das Stammhaus in der Wollzeile mit Mehlspeisen beliefert. An der Adresse Fleischmarkt 16 befand sich bereits seit 1875 eine Konditorei, ursprünglich Konditorei zum Weißen Kreuz genannt.

2016 kamen zwei weitere Betriebe hinzu, das Café Diglas im Schottenstift (früher: Café Haag) und die Meierei im Türkenschanzpark (wo bereits ab 1888 Hans Diglas der 2. das Café-Restaurant betrieb[2])

Einzelnachweise

  1. Felix Czeike (Hrsg.): Historisches Lexikon Wien. Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 534.
  2. Olaf Link: Geschichte(n) Wiener Kaffeehäuser. Königshausen & Neumann, Würzburg 2011, S. 50

Literatur