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vom 07.02.2020, aktuelle Version,

Cops (2018)

Filmdaten
Originaltitel Cops
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2018
Stab
Regie Stefan A. Lukacs
Drehbuch Stefan A. Lukacs
Produktion Arash T. Riahi,
Karin C. Berger
Musik Wolfgang Frisch,
Markus Kienzl,
Sofa Surfers
Kamera Xiaosu Han,
Andreas Thalhammer
Schnitt Julia Drack
Besetzung

Cops ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2018 von Stefan A. Lukacs mit Laurence Rupp in der Hauptrolle. Die Premiere erfolgte am 25. Jänner 2018 im Rahmen des Filmfestival Max Ophüls Preis, wo der Film in den Hauptwettbewerb eingeladen wurde und mit dem Publikumspreis Spielfilm sowie dem Preis für den gesellschaftlich relevanten Film ausgezeichnet wurde.[1][2] In Österreich wurde der Film im März 2018 auf Diagonale gezeigt, wo der Film ebenfalls mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.[3][4] Am 21. September 2018 kam der Film in die österreichischen Kinos.[2][5]

Handlung

Christoph „Burschi“ Horn ist ein bei der WEGA, einer Sondereinheit der österreichischen Polizei in Wien, in Ausbildung befindlicher ehrgeiziger Rekrut. Kampf und Gruppendruck zählen zu seinem Alltag. In vermeintlicher Notwehr schießt er mehrmals auf Harald Malinowski, einen mit einem Messer bewaffneten psychisch kranken Mann, der in der Folge verstirbt. Von seinen Kollegen, darunter sein Vorgesetzter Konstantin Blago, der sich dafür bedankt, ihm das Leben gerettet zu haben, sowie den Kameraden Toni Woschitz und Lukas Dörfler, wird er als Held gefeiert.

Christophs Arzt sowie sein Vater Heinz, der früher Kommandant der Polizeiinspektion am Karlsplatz war und nach einem Burnout als Fanbetreuer bei der Polizei arbeitet, legen ihm nach dem traumatischen Ereignis eine mehrwöchige Krankschreibung nahe. Christoph lehnt jedoch ab und versucht den Schein des starken Mannes zu wahren, um den Helden-Status bei seinen Kollegen nicht zu verlieren.

Bald darauf beginnt er an Trauma-Symptomen wie Flashbacks und Panikattacken zu leiden. Er möchte das Geschehene verdrängen und flüchtet sich immer öfter in Gewaltexzesse. So schlägt er beispielsweise bei einem Polizeieinsatz bei einem Fußballspiel auf einen Fan ein. Von seinem Vater wird er dafür kritisiert und als „Reserve-Rambo“ bezeichnet. Außerdem wird er gegenüber seiner Freundin Nicky Winter, die ebenfalls Polizistin in Ausbildung ist, aggressiv.

Bei der Tatrekonstruktion durch Chefinspektor Rudi Hofer kritisiert Bezirksinspektorin Marianne Kelch den Einsatz der WEGA, sie hätte die Situation bis zu deren Eintreffen vollkommen im Griff gehabt. Malinowski habe das Messer nach dem ersten Schuss fallengelassen. Christoph muss nach der Tatrekonstruktion medizinisch versorgt werden, sein Vorgesetzter Konstantin Blago lässt ihn daraufhin fallen und meint, Christoph habe nicht das Zeug zum WEGA-Mann. Christoph flüchtet sich daraufhin in den Alkohol.

Beim Begräbnis von Malinowski bezeichnet Bezirksinspektorin Kelch gegenüber Christoph den Einsatz als fahrlässige Tötung, während Christoph auf Nothilfe besteht. Sie gibt Blago die Schuld, dass die Situation eskaliert ist, er hätte die Tür zu Malinowski nicht aufbrechen dürfen und möchte das in ihrem Bericht an die Staatsanwaltschaft angeben. Christoph solle sich ihrer Aussage anschließen, nach ihrer Meinung solle Blago weg von der Straße. Nachdem ihm Christoph davon erzählt, nimmt ihn Blago wieder unter seine Fittiche und Christoph fährt wieder mit ihm auf Einsätze. Kelch wird in der Folge von einem maskierten Täter schwer verletzt, Christoph findet heraus, dass Toni Woschitz es war, der Kelch ins Koma geprügelt hatte, um seinen Vorgesetzten Blago zu schützen.

Nach der Angelobung und Ausmusterung wird WEGA-Polizist Christoph zu einem Einsatz gerufen, Polizistin Nicky ist bereits vor Ort. Eine Frau droht sich mit ihrem kleinen Kind aus dem Fenster eines Hochhauses zu stürzen. Nachdem Christoph versucht die Situation zu deeskalieren und beruhigend auf die Frau einredet, gelingt es ihm, das Kind zu retten, die Frau stürzt sich jedoch aus dem Fenster.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden im Juni und Juli 2017 statt, gedreht wurde in Wien. Unterstützt wurde der Film vom Österreichischen Filminstitut und dem Filmfonds Wien, beteiligt war der Österreichische Rundfunk. Produziert wurde der Film von Golden Girls Filmproduktion.

Für den Ton zeichnete Claus Benischke-Lang verantwortlich, für das Kostümbild Monika Buttinger und Gabriele Heinemann, für die Maske Birgit Beranek, für das Szenenbild Julia Oberndorfinger und Attila Plangger, für das Casting Lisa Oláh und für die Spezialeffekte Philip Kelch und Thomas Weilguny. Die Musik stammt von den Sofa Surfers.[2][6]

Bei diesem Film handelt es sich um das Langspielfilmdebüt des Regisseurs und Drehbuchautors Stefan A. Lukacs, der bereits 2012 im Kurzspielfilm Void, ebenfalls mit Laurence Rupp und Anton Noori, die Geschichte des von WEGA-Beamten misshandelten Asylwerbers Fall Bakary J. erzählte.[7][8]

Auszeichnungen und Nominierungen

Filmfestival Max Ophüls Preis 2018

  • Publikumspreis Spielfilm
  • Preis für den gesellschaftlich relevanten Film
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Schauspielnachwuchs (Nebenrolle) (Anna Suk)[9]

Thomas-Pluch-Drehbuchpreis 2018

  • Nominierung für den Hauptpreis und den Spezialpreis[10]

Diagonale 2018

  • Publikumspreis
  • Schauspielpreis für das gesamte Ensemble[11][3]

Internationales Filmfest Braunschweig 2018

  • Braunschweiger Filmpreis für die beste Newcomerin (Anna Suk)[12]

Österreichischer Filmpreis 2019[13][14]

Romyverleihung 2019

  • Nominierung in der Kategorie Bestes Buch Kinofilm (Stefan Lukacs)[15]

Kritik

„Cops“ erhielt vorwiegend positive Kritiken in den österreichischen Medien.

Christian Klosz vom Online-Filmmagazin „Film plus Kritik“ etwa meinte: „‚Cops‘ ist ein Film, den man im Englischen wohl mit dem Begriff ‚visceral‘ beschreiben müsste: Ein unterhaltsamer Schlag in die Magengrube, dabei reflektiert und klug, herrschende Zustände beschreibend und hinterfragend – ohne mit dem Zeigefinger belehren oder einfache Antworten liefern zu wollen. Die Wiener Spezialeinheit der Polizei, die WEGA, wird als – einer der letzten? – Horte des gepflegten Machoismus gezeichnet... doch wie immer ist übersteigerte Männlichkeit brüchig, liegen oft fragwürdige Motive hinter der rauen Fassade, ist der agile, aufgepumpte, stets einsatzbereite Körper das verkehrte Zerrbild zweifelnder, fragiler Psychen.“[16]

Einzelnachweise

  1. Filmfestival Max Ophüls Preis: Wettbewerb Spielfilm (Memento vom 5. April 2018 im Internet Archive). Abgerufen am 5. April 2018.
  2. 1 2 3 Österreichisches Filminstitut. Abgerufen am 3. Januar 2018.
  3. 1 2 Diagonale-Publikumspreis 2018. Abgerufen am 19. März 2018.
  4. Diagonale 2018: Cops. Abgerufen am 2. März 2018.
  5. orf.at: Film über Polizeigewalt ausgezeichnet. Artikel vom 29. Jänner 2018, abgerufen am 2. Februar 2018.
  6. Filmfonds Wien: Cops. Abgerufen am 3. Jänner 2018.
  7. derStandard.at: Kurzspielfilm über Bakary J.: Zuschauen, wo man lieber wegschauen will. Artikel vom 11. Dezember 2012, abgerufen am 28. Jänner 2018.
  8. diepresse.com: Die Wega im Filmvisier. Artikel vom 28. August 2017, abgerufen am 27. Jänner 2018.
  9. orf.at: Max-Ophüls-Preis: Polizeidrama „Cops“ dreifach geehrt. Artikel vom 27. Jänner 2018, abgerufen am 27. Jänner 2018.
  10. Thomas Pluch Drehbuchpreis 2018: Nominierungen/Jury/Preisverleihung. Abgerufen am 2. März 2018.
  11. orf.at: „Murer“ und Geyrhalter-Doku holen Hauptpreise (Memento vom 17. März 2018 im Internet Archive). Artikel vom 17. März 2018, abgerufen am 17. März 2018.
  12. Die Preisträger des 32. Internationalen Filmfestival Braunschweig. Artikel vom 10. November 2018, abgerufen am 13. November 2018.
  13. Österreichischer Filmpreis 2019: Nominierungen. Abgerufen am 6. Dezember 2018.
  14. Preisträger/Innen Österreichischer Filmpreis 2019. Abgerufen am 30. Jänner 2019.
  15. Kurier: Die Nominierungen der ROMY-Akademie 2019. Artikel vom 26. März 2019, abgerufen am 26. März 2019.
  16. Kritik: „Cops“. In: Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino. 19. September 2018 (filmpluskritik.com [abgerufen am 22. September 2018]).