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vom 28.01.2017, aktuelle Version,

Franz Juraschek

Franz (von) Juraschek (* 8. Juni 1895 in Wien; † 20. November 1959 ebenda) war ein österreichischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger.

Leben

Franz Juraschek, als Franz von Juraschek geboren, studierte in Wien Kunstgeschichte. Er war der Sohn des Statistikers Franz von Juraschek. [1] Nach seiner Promotion im Jahr 1918 arbeitete er im Auftrag des Bundesdenkmalamtes bis zum Jahr 1924. Anschließend war bis zum Jahr 1939 Verlagsleiter des Krystall-Verlages.[2]

Im Jahr 1939 übernahm er in Linz vom oberösterreichischen Landeskonservator Erwin Hain, der aus „rassischen Gründen“ zwangspensioniert wurde, dessen Position und war ab da an der Gauleitung Oberdonau unterstellt. Im Jahr 1938 suchte Juraschek um Aufnahme in die NSDAP an, diese wurde aber durch den knapp danach erfolgten Anschluss nicht mehr genehmigt.

Mit Gauleiter August Eigruber hatte er immer wieder Differenzen über die von der Kirche beschlagnahmten Güter und Klöster, die er im Gegensatz Eigrubers als Denkmäler erhalten wollte. Auf Grund dessen wurde Juraschek auch im Jahr 1942 gekündigt. Die Kündigung wurde aber mehrmals aufgeschoben, sodass er effektiv bis Kriegsende im Dienst bleiben konnte.

Die Ablehnung eines nochmaliges Ansuchen um Aufnahme in die Partei im Jahr 1944 obwohl er bis 1945 Mitgliedsbeiträge zahlte und sein Status nur als Parteianwärter, deutete er nach Kriegsende als politische Ablehnung Eigrubers und suchte daher um Befreiung von der Registrierungspflicht nach dem Verbotsgesetz an. Diese wurde allerdings 1947 abgelehnt.

Nach Kriegsende wurde er vom amerikanischen CIC kurz inhaftiert, aber nach 24 Tagen wieder freigelassen. Vom neuen oberösterreichischen Landeshauptmann Adolf Eigl wurde er sofort wieder in Dienst gestellt. Bis zum Jahr 1951 blieb er in Oberösterreich Landeskonservator, bis er nach Wien versetzt wurde, wo er auch die ganze Zeit über auch seinen alten Wohnsitz behielt. Im Jahr 1952 wurde Juraschek als Landeskonservator im Burgenland bestellt. Diese Tätigkeit übte er bis zu seinem Tod im Jahr 1959 aus. Juraschek wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Jurascheks Schwester Felicitas war die Mutter des Ökonomen Friedrich August von Hayek, weitere Geschwister waren noch die Schwester Greta und den Bruder Fritz.[1]

Publikationen (Auswahl)

  • Aufgaben der Denkmalpflege in Oberdonau, in: Jahrbuch des oberösterreichischen Musealvereines, Band 89, 1940, S. 267–278
  • Wege, die zur Martinskirche führen, in: Oberösterreichische Heimatblätter, Jahrgang 10, Heft 3/4, 1956, S. 84–94
  • Zur kunstgeschichtlichen Einordnung der Wandmalereien, in: Oberösterreichische Heimatblätter, Jahrgang 1, 1947, S. 41f
  • Das Werkmaß der karolingischen Martinskirche in Linz, in: Oberösterreichische Heimatblätter, Jahrgang 3, 1949, S. 155–162
  • Der langobardische Fuß und die vorkarolingische Martinskirche in Linz, in: Archäologia Austriaca, Heft 4, 1949, S. 132–139
  • Linz im 8. Jahrhundert, in: Jahrbuch der Stadt Linz 1949, Linz 1950, S. 265–280
  • Die Baugeschichte der Martinskirche im hohen und späten Mittelalter, in: Jahrbuch der Stadt Linz 1950, 1951, S. 373–404
  • Die frühesten Kirchen von Österreich, Vortrag zur Eröffnung des Kongresses, In: Beiträge zur Kunstgeschichte und Archäologie des Frühmittelalters. Akten zum VII. Internationalen Kongress für Frühmittelalterforschung, 21.–28. September 1958 in Graz und 1962 in Köln, S. 3–20 (betrifft auch die Martinskirche in Linz)

Literatur

  • Gian Pero Bognetti: In memoriam Franz von Juraschek, in: Christliche Kunstblätter 1960, S. 117ff.
  • Landeskonservator für Oberösterreich, Dozent Dr. Franz Juraschek †, in: Österreichische Hochschulzeitung Jahrgang 121, 1959
  • Erwin Hainisch, Herbert Mitscha-Märheim, Kurt Holter: Franz von Juraschek †, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege, Jahrgang 14, 960, S. 28f
  • Norbert Wibiral: Franz Juraschek zum Gedenken, in: Oberösterreichischer Kulturbericht 1960, Folge 24, Linz 1961
  • Zwölf Jahre Denkmalpfleger in Oberösterreich, Landeskonservator Dr. Franz Juraschek. In: Oberösterreichische Nachrichten Nr. 57, 1951

Einzelnachweise

  1. 1 2 Hayek on Hayek: an autobiographical dialogue abgerufen am 7. Jänner 2011
  2. Krystall-Verlag, Eintrag in: Murray/Hall: Österreichische Verlagsgeschichte 1918 bis 1938, Wien 1984, Online 2009.