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vom 30.01.2017, aktuelle Version,

Franz Rotter (Bildhauer)

Franz Rotter (* 27. Oktober 1910 in Komárom, Ungarn; † 6. September 1989 in Cuxhaven) war ein deutscher Bildhauer.

Leben

Rotters Gottsucher vor der Dionysiuskirche (Bremerhaven-Lehe)

In Österreich-Ungarn war Rotters Vater Stadtkommandant von Komorn. Franz Rotter besuchte in Prag die Realschule. Von 1928 bis 1934 studierte er an der Prager Kunstgewerbeschule. Nach fünf Jahren als freischaffender Bildhauer war er dort ab 1939 Assistent. Als Professor leitete er die Abteilung „Angewandte Bildhauerei und Metallbearbeitung“.[1] Viele seiner frühen Bildwerke sind verschollen. Von ihnen existieren noch Fotos, die in Alben chronologisch geordnet sind. Rotters idealisierender Stil nahm klassizistische und expressionistische Elemente auf. Er näherte sich dem Realismus, schuf aber zugleich abstrakte Arbeiten.[2]

Als Deutscher war er in der Dritten Tschechoslowakischen Republik von 1945 bis 1948 interniert. Danach verhalfen ihm Bekannte zu einer Anstellung in Cuxhavens Industrie. Als Hockeyspieler fand er Freunde. Er erhielt ein eigenes Atelier und konnte wieder als freier Künstler arbeiten. In Cuxhaven stehen Dutzende seiner Werke an Schulen, Kirchen, Sportstätten, Banken, Gebäuden der Fischereiindustrie und der Post. Er schuf ein Mahnmal der Vertreibung und die Dreiteilige Form, ein Symbol für die Deutsche Teilung und die Berliner Teilung. Sein Wunsch, dass „die Kugel sich wieder zu einem Ganzen schließen möge“, begann in seinem Sterbejahr in Erfüllung zu gehen.[2]

Als er wegen einer Krankheit mit der bildenden Kunst pausieren musste, wandte er sich der Malerei, der Zeichnung und der Collage, später auch dem Linolschnitt zu. Er porträtierte Josef Keilberth, Helmuth Thierfelder, Hans Christoph Seebohm, Alfons Goppel, Hans Lipinsky-Gottersdorf und andere. Er engagierte sich in der Künstlergilde Esslingen und im Berufsverband bildender Künstler. Im BbK war er über 20 Jahre Vorsitzender für den Regierungsbezirk Stade und Mitglied im Landesvorstand Hannover. Ebenfalls über 20 Jahre leitete er die Landesgruppe Niedersachsen der Eßlinger Künstlergilde, für deren Mitglieder er das Künstleratelier in Kugelbake errichtete. Er war Mitglied des Adalbert-Stifter-Vereins und Senator der Halkyonischen Akademie in Salò am Gardasee.[1]

Ehrungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Munzinger
  2. 1 2 Kulturportal West–Ost