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vom 05.01.2017, aktuelle Version,

Jamtalhütte

Jamtalhütte
DAV-Hütte Kategorie I
Jamtalhütte
Jamtalhütte
Lage Jamtal; Tirol, Österreich; Talort: Galtür
Gebirgsgruppe Silvretta
Geographische Lage: 46° 53′ 11″ N, 10° 10′ 35″ O
Höhenlage 2165 m ü. A.
Jamtalhütte (Tirol)
Jamtalhütte

Besitzer DAV Sektion Schwaben
Erbaut 1882
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Sommersaison: Ende Juni bis Anfang Oktober
Wintersaison: Mitte Februar bis Anfang Mai
Beherbergung 122 Betten, 60 Lager, 12 Notlager
Winterraum 12 Lager
Weblink www.jamtalhuette.at
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV

Die Jamtalhütte ist eine Hütte der Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins, die auf 2165 m ü. A. rund 15 km von Galtür entfernt im Jamtal (Silvretta) gelegen ist. Sie ist insbesondere im Frühjahr ein beliebter Stützpunkt für Skitourengänger. Klassische Tourenziele ab der Hütte sind der Augstenberg, die Jamspitzen, das Fluchthorn und die Dreiländerspitze. Es kommt in der Skitourensaison immer wieder zu Überfüllungen. Die Selbstversorgereinheit steht nicht ständig zur Verfügung.

Geschichte

Jamtalhütte um 1894

Die Hütte wurde 1882 erbaut und war zunächst unbewirtschaftet. Sie hatte zunächst insgesamt zehn Schlafplätze, nach Erweiterungen 1897[1] und 1907 wurde wegen des aufkommenden Skitourismus der zwanziger Jahre eine umfassende Modernisierung 1929–32 durchgeführt, dabei wurde auch eine Trinkwasserleitung und Stromversorgung verlegt. Zwischen 1939 und 1945 besetzte der Zollgrenzschutz die Hütte zwecks Bewachung der nahen Schweizer Grenze und errichtete ab 1942 eine Hochgebirgsschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen die Hütten des Deutschen Alpenvereins unter alliierter Verwaltung; 1955 erfolgte die Rückgabe der Hütte an die Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins. Bis 1958 wurde die Hütte durch Tragtiere oder Zugpferde versorgt, später durch Kleinschlepper oder Geländefahrzeuge. Und bis 1962 wurden im Winter die Versorgungsgüter auf Skiern hinaufgebracht, erst dann gab es Fahrzeuge, die auch auf Schnee eingesetzt werden konnten. Von 1958 bis 1961 wurde ein zweites Gebäude durch den Güglinger Architekten Heinz Rall an die bestehende Hütte hinzugebaut, der so genannte Robert-Leicht-Bau, der bis heute besteht. Zwischen 1978 und 1979 wurden die alten Hüttenteile abgebrochen und neugebaut, einschließlich neuer Wasserver- und entsorgung. Nach den Beschädigungen durch Lawinen 1999 wurde die Hütte umfassend repariert und lawinensicher gemacht.

Lawinenunglück 1999

Am 22. Februar 1999 wurde die Hütte durch zwei Staublawinen stark beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Einen Tag später, am 23. Februar 1999, starben durch die verheerende Lawinenkatastrophe von Galtür 31 Menschen, unter ihnen die beiden Hüttenwirtinnen Hildegard und Edith Lorenz.

Am 28. Dezember 1999 ereignete sich unweit der Jamtalhütte ein weiteres Lawinenunglück, bei dem neun Deutsche starben. Eine von Bergführern des DAV Summit Club geführte Gruppe wurde auf dem Rückweg vom Rußkopf von einer Lawine erfasst. 14 Personen wurden verschüttet, neun konnten nur noch tot geborgen werden.

Literatur und Karten

  • Dieter Buck: 125 Jahre Jamtalhütte - Von der Pionierhütte zum Ausbildungsstützpunkt. In: DAV Panorama. Nr. 3, Juni 2007, ISSN 1437-5923, S. 72–76 (PDF, 647 kB).

Einzelnachweise

  1. H(ugo) Gerbers (Red.): Touristisches. Schutzhütten. (…) Die aus Anlaß der feierlichen Eröffnung (…). In: Dillinger’s Reise- und Fremden-Zeitung, Nr. 28/1897 (VIII. Jahrgang), 1. Oktober 1897, S. 7, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dil.