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vom 10.05.2017, aktuelle Version,

Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß (* 14. Mai 1954 in Salzburg) ist ein österreichischer Schriftsteller. Er lebt als Essayist, Kritiker und Herausgeber der Zeitschrift „Literatur und Kritik“ in Salzburg.

Karl-Markus Gauß in Salzburg, Oktober 2013. von Kurt Kaindl

Leben

Karl-Markus Gauß entstammt einer donauschwäbischen Familie, sein Vater war der Verleger und Volkskundler Adalbert Karl Gauß.[1] Er studierte Germanistik und Geschichte in Salzburg und trat schon früh durch literarische Essays hervor, die er zunächst vor allem im Wiener Tagebuch veröffentlichte. Als Herausgeber betreute er gemeinsam mit Ludwig Hartinger die (nicht abgeschlossene) Werkausgabe Ernst Fischers im Frankfurter Sendler Verlag.

Seit 1991 ist Gauß als Herausgeber und Chefredakteur der Literaturzeitschrift Literatur und Kritik tätig. Gauß' Themen spiegeln sich auch in dieser Zeitschrift wider. Daneben schreibt er für überregionale deutschsprachige Tageszeitungen, unter anderem für Die Zeit, FAZ, Neue Zürcher Zeitung, Salzburger Nachrichten und Die Presse.

Ende 2006 wurde Gauß als Mitglied in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. 2007 erhielt er das Ehrendoktorat der Philosophie der Salzburger Universität.

Werk

Gauß zeichnet sich vor allem durch seine Essays aus. Er bezieht in ihnen Stellung für eine menschliche Welt; sehr prägnant und stilistisch versiert hebt er die verschiedenen Paradoxien und Perversionen des modernen Lebens hervor, ohne dabei in Kulturpessimismus zu verfallen. Immer wiederkehrendes Thema ist die Annäherung an Nationale Minderheiten und Ethnien (beispielsweise Arbëreshe, Aromunen, Gottscheer-Deutsche, Roma, Sepharden von Sarajevo und Sorben). Weitere Themen sind Mittel- und Südosteuropa. Diese Regionen hat Gauß für seine Bücher vielfach bereist, häufig gemeinsam mit dem Fotografen Kurt Kaindl.

Seine Reisereportagen befassen sich mit kulturellen Begegnungen, dem Austausch mit Intellektuellen und Schriftstellern genauso wie mit Menschen auf der Straße und in Gasthäusern. Sowohl in seinen Essays wie auch in den Reiseberichten und Journalen stellt Gauß in Österreich oft wenig bekannte mittel- und osteuropäische Schriftsteller vor.

Auszeichnungen

Werke

Herausgeberschaft

  • Ernst Waldinger: Noch vor dem jüngsten Tag. Ausgewählte Gedichte und Essays. Otto Müller Verlag, Salzburg 1990 ISBN 3-7013-0799-7
  • Das Buch der Ränder - Prosa. Lektüren aus einem nahfernen Europa. Anthologie. Wieser Verlag, Klagenfurt 1992 ISBN 3-85129-065-8
  • Theo Waldinger: Zwischen Ottakring und Chicago. Stationen. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993 ISBN 3-7013-0852-7
  • Karl-Markus Gauß und Ludwig Hartinger (Herausgeber): Das Buch der Ränder - Lyrik. Anthologie. Wieser Verlag, Klagenfurt 1995 ISBN 3-85129-128-X
  • Karl-Markus Gauß und Till Geist (Herausgeber): Der unruhige Geist. Rudolf Geist - Eine Collage. Otto Müller Verlag, Salzburg 2000 ISBN 3-7013-1011-4
  • Ivo Andrić: Die verschlossene Tür. Erzählungen. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2003 ISBN 3-552-05262-3

Literatur

  Commons: Karl-Markus Gauß  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stefan Teppert: Gauß, Adalbert Karl in der Ostdeutschen Biographie (Kulturportal West-Ost)
  2. Feierliche Verleihung des Georg Dehio-Buchpreises 2006 an Karl-Markus Gauß und Thomas Urban am 29. November 2006 im Atrium der Deutschen Bank in Berlin-Mitte In: Deutsches Kulturforum östliches Europa vom 29. November 2006
  3. Karl-Markus Gauß erhält Auszeichnung der Stadt Salzburg. In: Der Standard vom 21. November 2013
  4. Die GRÜNEN Salzburg: Ehrenzeichen des Landes Salzburg für Karl-Markus Gauß vom 25. April 2014
  5. Michael Girke: Kleine Schriften von Karl-Markus Gauss: Überall ist Weltmitte. Rezension. In: Neue Zürcher Zeitungvom 29. Juli 2014, abgerufen 9. April 2015