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vom 12.04.2018, aktuelle Version,

Kurd Gottlob von Knobelsdorff

Kurd Gottlob von Knobelsdorff, auch Karl Gottlob von Knobelsdorff (* 26. Juni 1735 in Kossar; † 24. Februar 1807 in Berlin) war ein preußischer Generalmajor und Kommandant der Festung Stettin.

Leben

Herkunft

Er entstammte dem Uradelsgeschlecht von Knobelsdorff und war der Sohn von Johann Friedrich von Knobelsdorff (* 1693; † 27. Juni 1760 in Berlin), preußischem Oberforstmeister und Erbherrn auf Kunow, Bobersberg und Kuckedel, und dessen Ehefrau Wilhelmine Charlotte, geborene von Kalkreuth aus dem Hause Ogersitz (* 23. März 1705 in Ogersitz; † 29. März 1761 in Berlin). Sein Bruder August Rudolf (1727–1794) wurde ebenfalls preußischer General, sein Bruder Alexander sogar Generalfeldmarschall.

Militärkarriere

Knobelsdorff kam 1749 als Page zum preußischen König Friedrich II. Am 30. November 1752 kam er als Fähnrich in das Infanterieregiment „Prinz Heinrich“ mit Patent vom 11. November 1752. Am 2. Oktober 1756 wurde er Sekondeleutnant, bevor er in den Siebenjährigen Krieg zog. Knobelsdorff kämpfte bei Prag, Kolin, Roßbach, Leuthen und Torgau. In dieser Zeit wurde er am 7. Februar 1758 Premierleutnant und am 9. Januar 1762 Stabskapitän.

Am 29. Mai 1765 wurde er Kapitän und Kompaniechef. Als solcher nahm er am Bayrischen Erbfolgekrieg teil. Am 24. Mai 1781 wurde Knobelsdorff Major und am 15. Juni 1785 als Kommandeur in ein Grenadierbataillon versetzt. Am 13. August 1790 wurde er Oberstleutnant und kam am 24. Mai 1791 als Kommandeur in das Depotbataillon des Infanterieregiments „von Tiedemann“. Etwas später am 14. Juni 1791 wurde er zum Oberst befördert. Am 20. Juli 1792 kam er dann als Kommandeur zum Depotbataillon des Infanterieregiments „Kronprinz“.

Am 4. August 1797 wurde er zum Kommandanten der Festung Stettin mit einem Gehalt von 1100 Talern ernannt. Am 2. September 1798 stieg er zum Generalmajor auf. Als die Franzosen im Vierten Koalitionskrieg auf Stettin vorrückten, kapitulierte Stettin unter dem Gouverneur Generalleutnant Friedrich Gisbert Wilhelm von Romberg am 30. Oktober 1806. Zuvor hatte sich in einem Kriegsrat kein Offizier entschieden gegen die Übergabe der Stadt ausgesprochen; Knobelsdorff als Kommandant der Festung Stettin hatte ebenso wie der Kommandant des Forts Preußen, Generalmajor Bonaventura von Rauch, der Übergabe zugestimmt. Knobelsdorff wurde inaktiv gestellt und am 1. Dezember 1806 ohne Abschied entlassen.

Er starb am 24. Februar 1807 in Berlin und wurde am 28. Februar 1807 auf dem Garnisonsfriedhof beigesetzt.

Familie

Knobelsdorff heiratet 1765 in Spandau Karoline Helene von Oppen († 1780). Das Paar hatte folgende Kinder:

  • Heinrich Alexander Karl (* 14. März 1764; † 4. Oktober 1807 in Kulm), preußischer Major a. D.
∞ Sophie Frederike Johann von Knobloch (* 23. Juni 1766; † 22. Februar 1798) aus dem Haus Pessin
∞ 1. November 1798 Luise von Lobenthal (* 18. November 1768; † 26. Dezember 1839)

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 6. März 1786 in Nauen Wilhelmine Friederike Sophie von Kropff (* 1. August 1755; † 19. Mai 1835). Aus dieser Ehe gingen folgende weitere Kinder hervor:

∞ 1. Mai 1815 Alexandra von Gäfertsheim (* 22. Juni 1796; † 6. September 1828)
∞ 23. August 1830 Ulrike Eleonore von Hünerbein (* 26. Februar 1804; † 17. August 1832), Cousine, Tochter von Friedrich Heinrich Karl von Hünerbein
∞ 2. Oktober 1834 Auguste von Beust (* 19. Juli 1810; † 12. Mai 1887)
  • Karl Wilhelm August Ernst Emil (* 22. Juli 1792; † 28. November 1877), Oberst ∞ 18. Oktober 1823 Klara Müllner (* 11. Juli 1805; † 27. Mai 1883), Eltern von Wilhelm von Knobelsdorff

Literatur