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vom 21.11.2015, aktuelle Version,

Kurhaus Meran

Das Kurhaus Meran: links der neue Trakt, rechts der alte
Kuppel des Kurhauses

Das teils im 19. und teils im frühen 20. Jahrhundert errichtete Kurhaus Meran ist ein herausragendes Beispiel der Kurarchitektur in der Südtiroler Stadt Meran. Die Vollendung des Kurhauses an der Passer-Promenade markierte den Höhe- und Schlusspunkt der Umgestaltung Merans in eine Kurstadt. Das Bauwerk dient heute als Veranstaltungszentrum.

Geschichte

Der ältere Trakt des Kurhauses wurde 1873 nach Plänen des Architekten Ludwig Förster erbaut. Bereits wenige Jahre nach seiner Vollendung wurden zwei Wettbewerbe zur Errichtung eines neuen Kurhauses an der Stelle des alten ausgeschrieben. Zu den teilnehmenden Architekten zählten u. a. Wilhelm Kürschner, Marcel Kammerer, Max Langheinrich und Musch & Lun. Den Zuschlag erhielt schließlich Friedrich Ohmann, der zusammen mit dem Baumeister Pietro Delugan von 1912 bis 1914 das „neue Kurhaus“ errichtete. Allerdings verhinderte der Erste Weltkrieg die Vollendung des Bauprojekts, sodass der neue Trakt direkt an den weiterhin erhaltenen alten Trakt angebaut wurde.

Baubeschreibung

Der ältere Trakt aus dem 19. Jahrhundert bedient sich eines historistischen Stilinventars. Sein zentraler Spiegelsaal ist heute als „Pavillon de Fleurs“ bekannt.

Gruppe tanzender Mädchen über dem Mittelrisalit

Der neue Trakt hingegen ist ein Jugendstil-Bau. Das große Eingangsfoyer wird durch eine Kuppel nach oben abgeschlossen. Zur Passer-Promenade hin ist er durch einen konvex gebogenen Mittelrisalit mit Säulen und Balkonen sowie einer über dem Dreiecksgiebel stehenden Skulptur tanzender Mädchen ergänzt. Der „Große Kursaal“ besteht aus drei Längsschiffen, von denen das mittlere von einem Tonnengewölbe überspannt ist. Ausgestattet ist der neue Trakt durch Arbeiten des Malers Rudolf Jettmar, der den Bau mit blumenstreuenden Wesen, weiblichen Genien und dem Sieg der Sonne über den Winter ausschmückte.

Literatur

  • Renate Abram: Das Kurhaus Meran: ein Blick in die Geschichte der Kurstadt. Tappeiner, Lana 1999, ISBN 88-7073-273-8
  • Leo Andergassen: Südtirol. Kunst vor Ort. Athesia, Bozen 2002, ISBN 978-8882661113, S. 102.
  • Tiziano Rosani (Hrsg.): 100x Kurhaus: 1914–2014. La Fabbrica del Tempo, Bozen 2014
  Commons: Kurhaus Meran  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag im Monumentbrowser auf der Website des Südtiroler Landesdenkmalamts
  • Kurhaus Meran auf atlas.arch.bz.it