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vom 07.05.2017, aktuelle Version,

Leeberg (Großmugl)

Leeberg in Großmugl (2016)

Der Leeberg Großmugl in der Marktgemeinde Großmugl im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich ist ein unter Denkmalschutz stehendes Hügelgrab (lateinisch tumulus, Plural tumuli).

Der im Grundriss runde Leeberg liegt auf einer Höhe von 265 m ü. A. und ragt 16 m aus der ihm umgebenden flachen Ebene. Damit gehört er zu den größten Grabhügeln Mitteleuropas. Der Ortsname der Marktgemeinde Großmugl stammt von Grassemugl, großer Mugel, Grabhügel, bezugnehmend auf das weithin sichtbare Hügelgrab. Auf der Spitze des Hügels steht ein Kreuz.

Der Tumulus wurde während der Hallstattkultur angeschüttet[1] und noch nicht wissenschaftlich geöffnet.

Der Hügel besteht aus Löss bzw. Lösslehm.[2] Aufgrund der Steilheit und Trockenheit seiner Hänge konnte und kann der Leeberg nicht landwirtschaftlich genützt werden. Auf seiner Oberfläche entwickelten sich deshalb wertvolle pannonische Trockenrasen. Im Österreichischen Trockenrasenkatalog wurden diese als regional bedeutend eingestuft und stellen eine artenreiche Insel in der heute ausgeräumten Ackerlandschaft dar. Der Tumulus trägt auf seiner Kuppe einen Walliserschwingel-Pfriemengras- und auf seinen Hängen einen Quecken-Trockenrasen. An manchen Stellen dominiert die Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe). Es muss jedoch eine Zerstörung durch Dünger- und Biozideinwehung von den umliegenden landwirtschaftlichen Intensivbewirtschaftungen befürchtet werden.[3]

Siehe auch

  Commons: Tumulus Großmugl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesdenkmalamt: Dehio Niederösterreich nördlich der Donau, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2
  2. Geologische Bundesanstalt (Hrsg.): Geologische Karte von Niederösterreich 1 : 200 000, Niederösterreich Nord, Wien 2002
  3. Wolfgang Holzner et al.: Österreichischer Trockenrasenkatalog. „Steppen“, „Heiden“, Trockenwiesen, Magerwiesen: Bestand, Gefährdung, Möglichkeiten ihrer Erhaltung., in: Grüne Reihe des Bundesministeriums für Gesundheit und Umweltschutz, Band 6, Wien 1986, ISBN 3-900-649-065, S. 120, Objekt ÖK40/9