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vom 03.01.2017, aktuelle Version,

Lidia Menapace

Lidia Menapace (2006)

Lidia Menapace (* 3. April 1924 in Novara als Lidia Briscia) ist eine Politikerin und Publizistin, die als „Grande dame“ des italienischen Feminismus gilt.[1]

Menapace, die sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs der Resistenza angeschlossen hatte, absolvierte an der Università Cattolica in Mailand ein Studium der Literaturwissenschaft, das sie 1945 abschloss. Nach ihrer Heirat mit dem Arzt Nene Menapace zog sie nach Bozen. Dort kandidierte sie 1964 erfolgreich auf der Liste der Democrazia Cristiana für den Regionalrat Trentino-Südtirol und konnte damit als erste Frau neben Waltraud Gebert-Deeg in den Südtiroler Landtag einziehen. Von 1965 bis 1969 war sie als Landesrätin für soziale Fürsorge und Gesundheit im Kabinett Magnago II Mitglied der Südtiroler Landesregierung. Ihre Zuwendung zum Marxismus und Teilnahme an der Gründung der linken Tageszeitung Il Manifesto kosteten Menapace ihre Karriere als Dozentin an der Università Cattolica und führten zum Bruch mit der Democrazia Cristiana. Gleichzeitig begannen ihr Engagement in der Studentenbewegung und ihre rege Publikationstätigkeit. 1972 veröffentlichte sie das vielbeachtete Buch Per un movimento politico della liberazione della donna, mit dem sie eine führende Rolle im italienischen Feminismus einnahm.[1] Die parteipolitische Aktivität der gläubigen Christin verlagerte sich ins linke Spektrum, u. a. gehörte sie der Democrazia Proletaria an. In den 80er-Jahren war Menapace Mitglied des Gemeinderats der Stadt Rom. Von 2006 bis 2008 vertrat sie als Senatorin den Partito della Rifondazione Comunista im italienischen Parlament.

Publikationen (Auswahl)

  • Per un movimento politico della liberazione della donna. Verona 1973
  • Economia politica della differenza sessuale. Rom 1987
  • Nonviolenza. Le ragioni del pacifismo. Rom 2004, ISBN 978-8881125883 (Lidia Menpace beschreibt zusammen mit Fausto Bertinotti und Marco Revelli die notwendige Abkehr des Kommunismus/Sozialismus von der Vorstellung einer gewaltsamen Revolution und die Hinwendung zum Pazifismus)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Siglinde Clementi: Die sanfte Revolution. In: Gottfried Solderer (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert in Südtirol. Autonomie und Aufbruch. Band IV: 1960–1979, Edition Raetia, Bozen 2002, ISBN 88-7283-183-0, S. 117.