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vom 14.12.2018, aktuelle Version,

Lore Brunner

Lore Brunner (* 2. Oktober[1] 1950 in Mölbling;[2]17. Juli 2002 in Berlin) war eine österreichische Theaterschauspielerin.

Leben

Lore Brunner erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz.

Am Stadttheater Basel debütierte sie 1973 mit sensationellem Erfolg in der Rolle der Christine in Arthur Schnitzlers Liebelei. Sie ging dann 1975 ans Staatstheater Stuttgart zum berühmten Peymann-Ensemble und spielte dort neben vielem anderen die Titelrolle in Kleists Käthchen von Heilbronn.  

Ab 1979 spielte sie am Schauspielhaus Bochum, wo sie bis 1986 blieb. Sie spielte u. a. die Marie in Büchners Woyzeck, Warja in Der Kirschgarten von Tschechow und die Solorolle Max Gericke in Jacke wie Hose, einem für sie geschrieben Stück ihres Lebenspartner Manfred Karge, das 1982 uraufgeführt wurde. Mit dieser einer ihrer Paraderollen gastierte sie jahrelang in aller Welt. In 23 Lesungen stellte sie 1981 dem Bochumer Publikum Karl Kraus’ umfangreiches Drama Die letzten Tage der Menschheit vor.  

1986 ging Lore Brunner  ans  Burgtheater in Wien und spielte u. a. Die Mutter von Brecht und Medea von Jahnn. 1989 spielte sie zusammen mit Tilda Swinton Puschkins Mozart und Salieri in der Inszenierung von Manfred Karge, die alternativ in Deutsch und Englisch in Wien, Berlin und London gezeigt wurde.

In den Jahren 1986/87 gastierte sie im Schauspielhaus Köln. Die spielte Frau John in Gerhard Hauptmanns Die Ratten, die Yvette in Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder und die Medea von Hans Henny Jahnn.

Ab Mitte der 1990er Jahre war sie als freischaffende Künstlerin tätig und trat u. a. in Zürich, Paris, Weimar, Genf, London und Berlin auf. Mit dem Merlin-Ensemble Wien gab sie zahlreiche Gastspiele mit Die Geschichte vom Soldaten von Ramuz / Stravinsky.

Lore Brunner starb 2002 an einem Krebsleiden. Ihr Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.

Lore Brunners Nichte ist die Schauspielerin Eva Brunner.

Theaterrollen (Auswahl)

Basler Theater (1973–75)

Stuttgarter Theater (1975–79)

Schauspielhaus Bochum (1979–86)

Schauspielhaus Köln (1986–88)

Burgtheater Wien (1986–93)

Kunstfest Weimar (1993–94)

Berliner Ensemble

CDs

Literatur

Einzelnachweise

  1. Geburtsdatum laut Filmportal.de, Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart (1986) und Manfred Brauneck, Wolfgang Beck (Hrsg.): Theaterlexikon 2, rowohlts enzyklopädie, 2007. mehrwissen.info nennt den „2. Jänner 1950“ als Geburtsdatum.
  2. Als Geburtsort wird von allen diesen Quellen „Möbling“/Kärnten genannt. Wahrscheinlich ist Mölbling gemeint.