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vom 23.02.2018, aktuelle Version,

Maria Schmolln

Maria Schmolln
Wappen Österreichkarte
Wappen von Maria Schmolln
Maria Schmolln (Österreich)
Maria Schmolln
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau am Inn
Kfz-Kennzeichen: BR
Fläche: 34,47 km²
Koordinaten: 48° 8′ N, 13° 13′ O
Höhe: 557 m ü. A.
Einwohner: 1.433 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 42 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5241
Vorwahl: 07743
Gemeindekennziffer: 4 04 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Maria Schmolln 64
5241 Maria Schmolln
Website: www.maria-schmolln.at
Politik
Bürgermeister: Wilfried Gerner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
11
4
4
11  4  4 
Insgesamt 19 Sitze

Lage der Gemeinde Maria Schmolln im Bezirk Braunau am Inn
AltheimAspachAuerbachBraunau am InnBurgkirchenEggelsbergFeldkirchen bei MattighofenFrankingGeretsbergGilgenberg am WeilhartHaigermoosHandenbergHelpfau-UttendorfHochburg-AchHöhnhartJegingKirchberg bei MattighofenLengauLochen am SeeMaria SchmollnMattighofenMauerkirchenMiningMoosbachMoosdorfMunderfingNeukirchen an der EnknachOstermiethingPaltingPerwang am GrabenseePfaffstättPischelsdorf am EngelbachPolling im InnkreisRoßbachSt. Georgen am FillmannsbachSt. Johann am WaldeSt. Pantaleon (Oberösterreich)St. Peter am HartSt. RadegundSt. Veit im InnkreisSchalchenSchwand im InnkreisTarsdorfTreubachÜberackernWeng im InnkreisOberösterreich Lage der Gemeinde Maria Schmolln im Bezirk Braunau am Inn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Blick auf Maria Schmolln
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Maria Schmolln ist eine Gemeinde mit 1433 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Braunau am Inn im Innviertel in Oberösterreich. Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen. Die Gemeinde ist vor allem durch ihre Wallfahrtskirche bekannt.

Geografie

Maria Schmolln liegt auf 557 m Höhe im Süden des Innviertels inmitten der Ausläufer des Kobernaußerwaldes.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 22 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aicheck (26)
  • Bachleiten (23)
  • Breitenberg (57)
  • Bucheck (81)
  • Großenaich (36)
  • Gstocket (1)
  • Haslau (80)
  • Höh (50)
  • Leitnerseck (50)
  • Maria Schmolln (320)
  • Michlbach (47)
  • Oberfeld (30)
  • Oberminathal (16)
  • Perneck (18)
  • Schnellberg (24)
  • Schweigertsreith (54)
  • Sollach (145)
  • Thannstraß (35)
  • Unterfeld (46)
  • Unterminathal (143)
  • Utzeneck (40)
  • Winkelpoint (51)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Oberminathal, Schnellberg und Schweigetsreith.

Wappen

Das Wappen zeigt auf silbernem Grund einen grünen Nadelbaum auf einem Hügel, darauf ein goldenes Mariagramm, das Name und Bedeutung des Wallfahrtsortes charakterisiert.

Geschichte

Mit der Errichtung der großen Wallfahrtskirche in den Jahren 1860 bis 1863 bildete sich um das Gotteshaus herum eine Siedlung, die mit der Zeit immer größer wurde. Ende 1898 wurde Maria Schmolln eine selbständige Gemeinde.

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals „Innbaiern“) zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. 2006 wurde ein Stolperstein für den von den Nationalsozialisten ermordeten Franziskanerpater Ludwig Seraphim Binder verlegt.

Geschichte der Wallfahrt

Der Überlieferung nach hängte 1735 der Bauer Michael Priewasser zum Gedenken an seinen verschollenen Sohn ein Marienbild an einen Baum. Vorbeigehende sollten dadurch bewegt werden, für seinen Sohn zu beten. Bereits 1784 wurde auf Grund der wachsenden Popularität des Ortes eine hölzerne Kapelle errichtet, die aber 1810 auf behördlichen Befehl abgerissen werden musste. Weil aber das Marienbild weiterhin von der Bevölkerung verehrt wurde, baute man 1850 wieder eine Holzkapelle. Es entstand eine Jausenstation, durch Rodung kamen Bauernansiedlungen und der Ort wuchs. Die Bewohner errichteten in Eigenregie die heutige Wallfahrtskirche, die mitsamt dem Franziskanerkloster und der Volksschule 1863 eingeweiht wurde. 1880 wurde anstelle der Holzkapelle die jetzige Gnadenkapelle nordseitig angebaut.

Politik

Der Gemeinderat von Maria Schmolln hat insgesamt 19 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 4 SPÖ und 4 FPÖ.

Bürgermeister
  • seit ? Wilfried Gerner (ÖVP)

Bildung

Im Zuge der Errichtung der Wallfahrtskirche in den Jahren 1860 bis 1863 wurde ein Schulhaus gebaut, das 1861 eröffnet wurde. In Maria Schmolln gibt es heute einen Kindergarten sowie eine Volksschule, in der durchschnittlich 70 – 100 Schüler unterrichtet werden.

Alten- und Pflegeheim Maria Rast

Das Alten- und Pflegeheim „Maria Rast“ existiert bereits seit 1884 und wird von den Franziskanerinnen Vöcklabruck betrieben. Im Jahr 2002 wurde das Heim um einen neuen Gebäudekomplex mit 3 Stockwerken und 80 Betten erweitert. Das neue Heim identifiziert sich besonders durch seine moderne Architektur. Im alten Gebäude wurden mehrere Wohnungen für betreutes Wohnen eingerichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wallfahrtskirche Maria Schmolln

Der Innenraum der Wallfahrtskirche vor 1962
Chorraum der Pfarrkirche mit dem von Rudolf Millonig entworfenen Hauptaltar

Am 18. Juni 1860 wurde der Grundstein für die heutige Wallfahrtskirche gelegt, die 1863 feierlich eingeweiht wurde. Die Kirche ist im Rundbogenstil erbaut, hat eine Länge von 42 Metern und eine Breite von 15 Metern.

1867 wurde Maria Schmolln eine eigene Pfarre, seitdem gilt der Ort als wichtigster Wallfahrtsort des Innviertels. Da sich die Seitenkapelle mit dem Marienbild als zu klein erwies, wurde 1880/81 nach den Plänen des Künstlers und Franziskanerpaters Johannes Maria Reiter eine größere Gnadenkapelle errichtet. Im Boden der Kapelle zeigt eine Glasplatte den Standort des Baumes, an dem der Bauer das Marienbild befestigte.

Im Jahr 1949 wurden die Glocken, die im Zweiten Weltkrieg konfisziert wurden, durch ein neues Geläute (Töne: C, Es, G, B) ersetzt. 1962 wurde die reichhaltige historistische Ausstattung des Kirchenraums vollständig entfernt und die polychrome Dekorationsmalerei weiß übertüncht. 1992 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung und Neugestaltung des Innenraums. Haupt- und Nebenaltäre entwarf und fertigte der Tiroler Bildhauer Rudolf Millonig nach Themen aus dem Glaubensbekenntnis.

Franziskanerkloster

Bald nach der Errichtung der Wallfahrtskirche bemühte sich Bischof Franz Joseph Rudigier um Ordensleute zur seelsorglichen Betreuung der Pilger. So kamen 1864 die ersten Franziskaner der Tiroler Provinz nach Maria Schmolln. Auf Grund des starken Aufblühens der Wallfahrt wurde 1871 das ursprüngliche Priesterhaus ausgebaut, sodass zehn Franziskaner im Kloster wohnen konnten. Sie nahmen sich um die Wallfahrer an und betrieben auch Seelsorgsarbeit in den umliegenden Gemeinden.

Im Jänner 1941 wurde das Kloster unter der Nationalsozialistischen Herrschaft aufgehoben. Es durften nur mehr zwei Priester für die Pfarrseelsorge in Maria Schmolln bleiben und das Gebäude wurde unter anderem als Kinderferienlager genützt. Im August 1945 wurde das Kloster wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben. Im September 2014 wurde die Niederlassung in Maria Schmolln von den Franziskanern aufgegeben. Seither wird der Wallfahrtsort von einem Weltpriester betreut.

Vereine

In Maria Schmolln sind mehr als 20 Vereine aktiv, u. a. die Goldhaubengruppe, der Imkerverein, die Musikkapelle Maria Schmolln, u. v. a.

Union

Die AAG Union Raiba Maria Schmolln wurde am 23. Juli 1949 gegründet. In den Sektionen werden Fitness, Judo, Langlauf, Ski alpin/Snowboard, Stocksport, Bogenschießen und Tennis betrieben. Außerdem besitzt der Wallfahrtsort ein Freibad und einen Schilift.

Theater

Seit 1991 ist die Theatergruppe Lampenfieber in Maria Schmolln tätig. In regelmäßigen Abständen führt die Gruppe, die sich hauptsächlich aus Maria Schmollnern zusammensetzt, im Sportsaal beziehungsweise an anderen Orten, z. B. im Klostergarten diverse Stücke (Komödien, Dramen etc.) auf.

Zechkameradschaften

Ziel der Zechen ist die Aufrechterhaltung gewisser Brauchtümer wie Landler tanzen, Maibaum aufstellen, Maschkerer, Palmbaumbinden etc. In Maria Schmolln gibt es mit der Zeche Michlbach und der Zeche Schweigertsreith zwei aktive Zechkameradschaften.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Waldfest: Die Veranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr am Sportplatz von Maria Schmolln findet meistens in den Monaten Juni oder Juli statt und dauert drei Tage (Freitag bis Sonntag).
  • Schmollner Adventmarkt: Am 1. Adventwochenende des Jahres findet am Ortsplatz von Maria Schmolln ein Adventmarkt statt, der von ortsansässigen Vereinen (Goldhauben, Sportunion usw.) organisiert wird.
  • Maschkerer: Am Tag vor der letzten Rauhnacht, am 5. Jänner, ziehen maskierte "Passen" von Haus zu Haus. Die Zechen Schweigersreith und Michlbach pflegen das "Maschkerergehen" seit mehr als 200 Jahren. In den letzten Jahren haben sich in der Gemeinde immer mehr Kindergruppen zusammengeschlossen, die es den großen Zechen nachmachen.

Galerie

Literatur

  • Florentin Nothegger, Wallfahrtsort Maria-Schmolln, Maria Schmolln 1963

Der Wallfahrts- und Kirchenführer (Auflage jeweils 5.000 Stück) wird für jede Neuauflage überarbeitet und auf Gegenwartsstand gebracht. P.H.R.

  • Matthias Eisterer: Wallfahrtsbüchlein für den Gnadenort Maria Schmolln in Ober-Österreich (Innviertel), St.-Norbertus-Druckerei, Wien, 1896
  • Peter Janßen: MARIA-SCHMOLLN Erinnerungsbilder, Herausgeber: Carl Heinz Kurz, Verlag Zum Halben Bogen, Göttingen 1987

(Erinnerungen P. Janßens an seine Evakuierung in dem Wallfahrtsort während des Krieges von 1943 - 1945)

Ehrenbürger

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. ottovonhabsburg.org abgerufen am 6. Juli 2011
  Commons: Maria Schmolln  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien