Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 03.06.2020, aktuelle Version,

Michael Mitterauer

Michael Mitterauer (* 12. Juni 1937 in Wien) ist ein österreichischer Wirtschafts- und Sozialhistoriker.

Leben

Michael Mitterauer besuchte zunächst das Wiener Schottengymnasium. Nach einem Studium der Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Wien wurde er 1960 mit dem höchstmöglichen Studienerfolg („sub auspiciis praesidentis rei publicae“) promoviert. Seine Dissertation wurde unter dem Titel „Karolingische Markgrafen im Südosten“ veröffentlicht. Nach Forschungsaufenthalten, u. a. in München, habilitierte er sich 1969 im Fach Wirtschafts- und Sozialgeschichte und wurde 1971 zum außerordentlichen und 1973 zum ordentlichen Professor auf das neu geschaffene Ordinariat Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien berufen. Der auch volksbildnerisch stark engagierte Gelehrte wurde 2003 emeritiert. Mitterauers Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Forschungsschwerpunkte

Zu Mitterauers hauptsächlichen Forschungsgebieten zählen:

Ein besonderes Anliegen war und ist Mitterauer die populare Autobiografik und der seit Anfang der 1980er Jahre vorgenommene Aufbau der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen im Rahmen seines Instituts. Aus letzteren Aktivitäten ist mittlerweile eine Buchreihe („Damit es nicht verloren geht“) von über 60 Titeln erwachsen, die sich speziell der Geschichtserfahrung ländlicher und städtischer Unterschichten widmet.

Mitgliedschaften

Er ist seit 1955 Mitglied der katholischen Studentenverbindung KÖStV Austria Wien im ÖCV sowie seit 1958 der KÖHV Neostadia Wiener Neustadt und seit 1990 ÖKaV Theresiana Wiener Neustadt.[1]

Ehrungen und Auszeichnungen

Für seine Forschungen wurden Mitterauer zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen und Mitgliedschaften zugesprochen. Ihm wurden der Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften (1996), der Wilhelm-Hartel-Preis (2003) und der Große Leopold-Kunschak-Preis (2004) verliehen. Mitterauer wurde 2004 der Preis des Historischen Kollegs (Deutscher Historikerpreis) für sein Buch Warum Europa? zu gesprochen. Damit erhielt erstmals ein österreichischer Wissenschaftler den Preis des Historischen Kollegs.[2] Ihm wurde die Ehrendoktorwürde der Universität Blagoevgrad[3] und 2007 auch der Universität Salzburg verliehen.[4] Ebenfalls 2007 erhielt er das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Im Jahr 2010 erhielt er das Goldene Doktordiplom der Universität Wien.[5] Zu seinen Ehren wurde 2002 erstmals der von Bund, Gemeinde Wien und Institut gestiftete Michael-Mitterauer-Preis für Gesellschafts- Kultur- und Wirtschaftsgeschichte an junge Historiker vergeben.

Schriften (Auswahl)

  • Karolingische Markgrafen im Südosten, fränkische Reichsaristokratie und bayerischer Stammesadel im österreichischen Raum, 1963[6]
  • Zollfreiheit und Marktbereich, 1969[7]
  • Grundtypen alteuropäischer Sozialformen. Haus und Gemeinde in vorindustriellen Gesellschaften, 1979[8]
  • Markt und Stadt im Mittelalter. Beiträge zur historischen Zentralitätsforschung, 1980[9]
  • Ledige Mütter. Zur Geschichte illegitimer Geburten in Europa, 1983[10]
  • Sozialgeschichte der Jugend, 1986[11]
  • Historisch-anthropologische Familienforschung. Fragestellungen und Zugangsweisen, 1990[12]
  • Familie und Arbeitsteilung. Historisch-vergleichende Studien, 1992[13]
  • Ahnen und Heilige. Namengebung in der europäischen Geschichte, 1993[14]
  • Familie im 20. Jahrhundert. Tradition, Probleme, Perspektiven, 1997 (Hg.)[15]
  • Dimensionen des Heiligen. Annäherungen eines Historikers, 2000[16]
  • Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs, 2003[17]
  • Pisa. Seemacht und Kulturmetropole (gem. m. John Morrissey) Essen, 2004.
  • Parlament und Schura. Ratsversammlungen und Demokratieentwicklung in Europa und der islamischen Welt (Wiener Vorlesungen 144), Picus Verlag Wien, 2009.
  • Sozialgeschichte der Familie. Kulturvergleich und Entwicklungsperspektiven (Basistexte Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 1), Braumüller Wien, 2009.
  • Traditionen der Namengebung. Namenkunde als interdisziplinäres Forschungsgebiet, Böhlau Wien, 2011.
  • Historische Verwandtschaftsforschung, Böhlau Wien, 2013.
  • St. Jakob und der Sternenweg. Mittelalterliche Wurzeln einer großen Wallfahrt, Böhlau Wien, 2014.

Literatur

  • Martin Lhotzky: Europas Sonderweg. Dem Historiker Michael Mitterauer zum Achtzigsten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Juni 2017, Nr. 134, S. 13.

Einzelnachweise

  1. Gesamtverzeichnis des ÖCV 2004, IV - 364.
  2. Wichtigster deutscher Historikerpreis an Michael Mitterauer, Universität Wien 12. Juli 2004
  3. Doctor honoris causa
  4. Die Ehrendoktoren an der Paris-Lodron-Universität Salzburg
  5. Verleihung des Goldenen Doktordiploms an Michael Mitterauer
  6. Karolingische Markgrafen im Südosten
  7. Zollfreiheit und Marktbereich
  8. Grundtypen alteuropäischer Sozialformen
  9. Markt und Stadt im Mittelalter, 1980
  10. Ledige Mütter
  11. Sozialgeschichte der Jugend
  12. Historisch-anthropologische Familienforschung
  13. Familie und Arbeitsteilung
  14. Ahnen und Heilige
  15. Familie im 20. Jahrhundert
  16. Dimensionen des Heiligen
  17. Europa?


Zeigt übrigens sehr deutlich, die Überlegenheit des Austria-Forums, wo ausgewiesene Experten arbeiten, gegenüber der Wikipedia Methode, da Laien wissenschaftliche Leistungen vor allem im Bereich der Kulturwissenschaften kaum erkennen können, da deren Forschungsergebnisse so wie in der Physik auch zunächst abstrakt sind...

-- Glaubauf Karl, Donnerstag, 12. Februar 2015, 07:21


Das Forum enthält auch eine Werkpublikation im Volltext, sodass einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Werk M.s nichts im Wege steht.Die hier begonnene Methode der Publizierung von wiss. Texten ist in hohem Maße geeignet Dissertationszeiten enorm zu verkürzen.

Das zeitaufwendige Ausleihen von Büchern oder die Bearbeitung vor Ort in einer Bibliothek entfällt dadurch.

-- Glaubauf Karl, Donnerstag, 12. Februar 2015, 08:26


Gerade im Bereich der für Maturanten verpflichtenden vorwissenschaftlichen Arbeiten könnte eine enorme Chance für das Austria-Forum liegen, da Lehrbücher nicht geeignet sind, in das System und die Methode wissensschaftlichen Denkens und Arbeitens einzuführen, sondern lediglich Sachverhalte übermitteln, die eher rasch überholt sein können, etwa im Bereich der politischen Bildung und der Geschichtswissenschaft.

Vermittelt sollten nämlich Grundtatsachen der Menschheitsentwicklung werden, wie etwa die Tatsache, dass der Wiener Kongress vor exakt zweihundert Jahren damit begann, durch einen Beschluss auf englisches Betreiben, endlich den arabischen Sklavenhändlern in Afrika das Handwerk zu legen, um nur ein gegenwartsrelevantes Beispiel zu nennen.

12% der US-Amerikanischen Bevölkerung stammen auch heute noch von Negersklaven ab, worauf Grundprobleme der Gesellschaft basieren. Erinnert werden sollte also nicht der Wiener Kongress an sich, sondern seine gegenwartsrelevanten Beschlüsse im Sinne historisch exakt belegbarer Fakten. Der "Kurier" brachte kürzlich einen beachtlichen Beitrag zur Sklaverei, der auch keinen Zweifel daran lässt, wer die Sklavenhändler waren, die die Vereinigten Staaten so grundlegend umgestalteten, dass das bis heute ein gravierendes Problem ist..In einzelnen Ländern wurde übrigens die Sklaverei erst 1963 abgeschafft, in gar nicht so wenigen soll es sie noch heute geben. flucht der jungen Leute nach Amerika kam In Europa war sie in Form der Leibeigenschaft ein Hauptgrund dafür, dass es vor 1848 zu einer regelrechten flucht nach Amerika kam.

Der artige Erkenntnisse können aber von Wikipedia nicht vermittelt werden, da den Autoren weitestgehend die hermeneutischen Prämisseb fehlen, weshalb WP k e i n e Grundlage für vorwissenschaftliche Maturaarbeiten sein kann, das Austria-Forum aber nicht nur schon sondern unbedingt...

-- Glaubauf Karl, Donnerstag, 12. Februar 2015, 09:27


Corr.: Die Sklaverei in Form der Leibeigenschaft bis 1848 war der Hauptgrund dafür, dass so viele junge Leute nach Amerika in die neue Welt flüchteten, dass sogar wesentliche Teile der unteren österreichischen Gentry massiv für deren Abschaffung eintraten, was aber Kaiser und Kirche nicht zuließen, die gesamteuropäische Revolution von 1848 war die Folge, eine neue Phase der europäischen Geschichte begann...

-- Glaubauf Karl, Donnerstag, 12. Februar 2015, 09:34


Um nicht im abstrakten stecken zu bleiben, sei ein Beispiel für eine vorwissenschaftliche Arbeit über Mitterauer genannt: "Der Europa-Begriff bei Michael Mitterauer - Historische Grundlegung, Problematik und rezente politikwissenschaftliche Relevanz".

Könnte natürlich auch Diplomarbeit sein, der Maturant würde aber dadurch veranlasst, Mitterauer-Auswahl zu lesen und unter Anleitung auszuarbeiten...milde Beurteilung erforderlich, da Arbeit hogen analytischen Aufwand er fordert...

-- Glaubauf Karl, Donnerstag, 12. Februar 2015, 10:10