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vom 27.10.2017, aktuelle Version,

Miller zu Aichholz (Familie)

Wappen derer von Miller zu Aichholz 1691
Epitaph des Ferdinand Miller von Aichholz an der Friedhofsmauer der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Lana

Die Familie der Ritter von Miller zu Aichholz ist eine österreichische Industriellen- und Gelehrtenfamilie, die besonders in der ausgehenden Donaumonarchie große Bedeutung hatte.

Geschichte

Die Familie Miller stammt ursprünglich aus der Schweiz und lässt sich in verschiedenen Berufen bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen. Als ältestes belegbares Familienmitglied gilt Jacob Müller aus Zürich, der Mitte des 13. Jahrhunderts lebte. Als Gefolgsleute des Herzog Leopolds von Österreich, musste die Familie die Schweiz verlassen. Die eigentliche Stammreihe beginnt mit Augustin Miller, jüngsten Sohn des Tiroler Kanzlers.[1]

1669 heiratete Johann Miller die Erbin des Ansitz Aichholz bei Lana Anna Prunner. 1691 wurde die Familie von Kaiser Leopold I. mit dem Prädikat von Aichholz in den Adelsstand erhoben.[2] Sie erwarben auch den Ansitz Larchgut. Um 1700 zog die Familie von Lana nach Cles im Nonstal um.

Josef von Miller (1797–1871), Sohn des Franz von Miller aus Cles, schaffte im 19. Jahrhundert den Aufstieg vom Drogisten zum Großindustriellen. Er erwarb Rohrzucker-Raffinerien in Wien und war geschäftlich auch in Böhmen und Schlesien sowie in Triest tätig. Aufgrund seiner Leistungen wurde der Adel der Familie stufenweise erhöht: Sie hieß seit 1856 Miller zu Aichholz, seit 1860 von Miller zu Aichholz und seit 1865 Ritter von Miller zu Aichholz. 1862 ließ er am Heumarkt in Wien zwei Wohnpalais erbauen, die in Teilen noch im Eigentum seiner Nachfahren sind.

Josef Miller war mit der Belgierin Marie Flore d’Heur verheiratet und hatte 15 Kinder. Von ihnen waren besonders bedeutend:

Weitere Familienmitglieder

  • Eugen von Miller zu Aichholz (1878–1963), Unternehmer, Sohn von Viktor (1845–1910), der die Münzsammlung seines Vaters 1913 dem staatlichen Münzkabinett stiftete.
  • Heinrich Ritter von Miller zu Aichholz, Industrieller, erwarb 1894 das Jagdschloss Esterházy in Hütteldorf (Wien), das seither Miller-von-Aichholz-Schlössel genannt wird; die Familie musste es aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1938 wieder verkaufen.

Wappen

1691: Quadrierter Schild. 1. Und 4. von Rot und Silber gespalten mit einem Mühlrad in verwechselten Farben. 2. Und 3. In Silber ein gekrönter roter Greif einwärts. Auf dem Helm der Greif wachsend mit silbern, rot gespaltenem Mühlrad in den Krallen. Die Decken sind rot-silbern.[2]

Besitzungen

Siehe auch

Literatur

  Commons: Miller zu Aichholz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Franz X. Woeber: Die Miller von und zu Aichholz: Eine genealogische Studie. Gerold & Company, 1898 (google.de [abgerufen am 27. Oktober 2017]).
  2. 1 2 Otto Titan v. Hefner: „Der Adel der gefürsteten Grafschaft Tirol“, in J. Siebmacher's großes Wappenbuch, Bd. IV, 1. Abteilung, Verlag Bauer & Raspe, Nürnberg 1857. Namensindex und Wappentafeln S. 12