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vom 04.06.2022, aktuelle Version,

Miller zu Aichholz (Familie)

Wappen derer von Miller zu Aichholz 1691

Die Familie der Ritter von Miller zu Aichholz ist eine österreichische Industriellen- und Gelehrtenfamilie, die besonders in der ausgehenden Donaumonarchie große Bedeutung hatte.

Geschichte

Das Geschlecht beanspruchte eine sonst unbelegte Abstammung auf Jakob Müller aus Zürich, welcher König Rudolf I. 1274 zum Ritter schlug. Das im 13. und 14. Jahrhundert einflussreiche Rittergeschlecht der Mülner, ist Anfang des 15. Jahrhunderts erloschen.[1] Die eigentlich Stammreihe beginnt mit Augustin Miller,[2] der im Engadiner Krieg nach Tirol zog. Durch seine Frau Elisabeth von Helmstorf erhielt er umfangreiche Besitzungen in Lana. 1669 heiratete Johann Miller die Erbin des Ansitz Aichholz bei Völlan Anna Prunner. In Lana erwarb die Familie auch den Ansitz Larchgut. 1691 erhob Kaiser Leopold I. die Brüder Johann, Ferdinand und Michael Miller, Söhne eines 1683 bei der Zweiten Wiener Türkenbelagerung gefallenen Hauptmanns, aus Lana mit dem Prädikat von Aichholz in den erblichen Reichsadelsstand mit Wappenbesserung.[3][4] Um 1700 zog die Familie nach Cles im Nonstal um. In der Zeit als Tirol unter bayerischer Herrschaft stand erfolgte die Aufnahme in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern.[5]

Josef von Miller zu Aichholz, Sohn des Franz von Miller zu Aichholz aus Cles, schaffte im 19. Jahrhundert den Aufstieg vom Drogisten zum Großindustriellen. Er erwarb Rohrzucker-Raffinerien in Wien und war geschäftlich auch in Böhmen und Schlesien sowie in Triest tätig. Aufgrund seiner Leistungen wurde der Adel der Familie stufenweise erhöht: Sie hieß seit 1856 Miller zu Aichholz, seit 1860 von Miller zu Aichholz und seit 1865 Ritter von Miller zu Aichholz. 1862 ließ er am Heumarkt in Wien zwei Wohnpalais erbauen, die in Teilen noch im Eigentum seiner Nachfahren sind. Josef Miller war mit der Belgierin Marie Flore d’Heur verheiratet und hatte 15 Kinder. Heinrich von Miller zu Aichholz erwarb 1894 das Jagdschloss Esterházy in Hütteldorf (Wien), das seither Miller-von-Aichholz-Schlössel genannt wird; die Familie musste es aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1938 wieder verkaufen. Nach dem österreichischen Adelsaufhebungsgesetz von 1919 heißt die Familie heute in Österreich amtlich Miller-Aichholz.

Wappen

Wappen der Ritter von Miller zu Aichholz (1865)

1649: In von Rot und Silber gespaltenen Schild ein vierspeichiges Mühlrad verwechselter Farbe. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein von Rot und Silber gespaltenes Mühlrad.[6]

1691: Quadrierter Schild. 1. und 4. von Rot und Silber gespalten mit einem Mühlrad in verwechselten Farben. 2. und 3. in Silber ein gekrönter roter Greif einwärts. Auf dem Helm der Greif wachsend mit silbern, rot gespaltenem Mühlrad in den Krallen. Die Decken sind rot-silbern.[3]

1865: Das gemehrte Wappen zum österreichischen Ritterstand zeigt im ersten Feld das Stammwappen der Züricher Müllner, auf die sich die Miller zu Aichholz zurückführen: in Schwarz ein vierspeichiges goldenes Mühlrad, und im Feld 4 das Wappen der Müller von Friedberg, das dem Stammwappen der Züricher Müllner in gewechselten Farben entspricht. Felder 2 und 3 beziehen sich auf sas Wappen von 1691. Auf dem Schild zwei Helme: der erste der Helm der Müllner in Zürich, der zweite wie 1691.[6]

Besitzungen

Persönlichkeiten

Grüfte der Familien Miller von Aichholz und Sommaruga am Meidlinger Friedhof in Wien
Epitaph des Ferdinand Miller von Aichholz an der Friedhofsmauer der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Lana
  • Josef von Miller zu Aichholz (1797–1871) österreichischer Großindustrieller.
  • Vinzenz von Miller zu Aichholz (1827–1913) übernahm die Firma des Vaters Josef.
  • August von Miller zu Aichholz (1829–1899) schrieb ein 1907 publiziertes Lebensbild des Vaters unter dem Titel "Esse quam videri" (Mehr sein als scheinen).
  • Eugen von Miller zu Aichholz (1835–1919) war Industrieller und Kunstsammler; er ließ 1877–80 das Wiener Palais Miller-Aichholz in der Prinz-Eugen-Straße 28 errichten (1919 verkauft, 1961 abgerissen).
  • Viktor von Miller zu Aichholz (1845–1910), war Chemiker und Großindustrieller sowie Kunstsammler und Wohltäter; er besaß die Villa Miller-Aichholz in Gmunden, wo ihn oft sein Freund Johannes Brahms besuchte.
  • Eugen von Miller zu Aichholz (1878–1963), Unternehmer, der die Münzsammlung seines Vaters Viktor 1913 dem staatlichen Münzkabinett stiftete.
  • Heinrich Ritter von Miller zu Aichholz, Industrieller, erwarb 1894 das Jagdschloss Esterházy in Hütteldorf (Wien), das seither Miller-von-Aichholz-Schlössel genannt wird.

Siehe auch

Literatur

Commons: Miller zu Aichholz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Deutsche Litteraturzeitung. Weidmannsche Buchhandlung, 1894 (google.com [abgerufen am 3. Juni 2022]).
  2. Franz X. Woeber: Die Miller von und zu Aichholz: Eine genealogische Studie. Gerold & Company, 1898 (google.de [abgerufen am 16. Februar 2022]).
  3. 1 2 Otto Titan v. Hefner: „Der Adel der gefürsteten Grafschaft Tirol“, in J. Siebmacher's großes Wappenbuch, Bd. IV, 1. Abteilung, Verlag Bauer & Raspe, Nürnberg 1857. Namensindex und Wappentafeln S. 12
  4. Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland: herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten. Manz, 1865 (google.com [abgerufen am 20. April 2022]).
  5. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches adels-lexicon: im vereine mit mehreren historikern. Voigt, 1865 (google.com [abgerufen am 20. April 2022]).
  6. 1 2 Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band IX, Band 116 der Gesamtreihe, Limburg an der Lahn 1998, S. 72 f.


Georg Miller-Aichholz (1928 -2014), ein Urenkel von Josef(1871+) und Enkel von Heinrich, war Architekt, plante für die Caritas Wiederaufbauprojekte im Iran und in Argentinien, für die Austroplan Stahlwerke in Venezuela und Marokko, für die VAMED (Voest Alpine Medical) große Krankenhausprojekte in Singapur, Malaysien und Rußland. Frucht seines Kunstgeschichtestudiums ist das Magistralwerk über das Palais Rothschild

-- Unbekannt, Donnerstag, 29. Juni 2023, 18:46

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Johannes Brahms war in dieser Villa in Gmunden am Traunsee (Österreich) bei der mit ihm befreundeten Familie Miller zu Aichholz von 1890 bis 1896 oftmals zu Gast. Heute beherbergt dieses Gebäude eine Volksschule, die den Namen dieses großen Komponisten trägt. Eigenes Werk Pendragon
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Grüfte der Familien Miller von Aichholz und Sommaruga am Meidlinger Friedhof in Wien Eigenes Werk GuentherZ
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Gartenseitige Ansicht des Miller-Aichholz-Schlössl (Seminarhaus des „Europahauses Wien“) in Hütteldorf , ein Bezirksteil des 14. Wiener Gemeindebezirks Penzing . Im 2. Viertel des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach als Jagdschloss errichtet. Im Jahre 1894 kaufte Dr. Heinrich Miller zu Aichholz die Schlossanlage und verkaufte sie 1938 an den deutschen Staat. Nach dem Krieg ging das Schloss in das Eigentum der Republik Österreich über und wurde der Österreichischen Jungarbeiterbewegung zur Verfügung gestellt, die es gemeinsam mit dem im Park errichteten Neugebäuden als „Europahaus“ betreibt und hier Tagungen, Seminare und kulturelle Veranstaltungen abhält. Eigenes Werk C.Stadler/Bwag
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Diese Datei zeigt das Baudenkmal mit der Nummer 15620 in Südtirol. Eigenes Werk ManfredK
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Wappen derer von Miller zu Aichholz 1691. Kupferstich in Konrad Tyroff: Wappenbuch des gesammten Adels des Königreichs Baiern , Band VII, Nürnberg 1824, Tafel 27. Konrad Tyroff
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Wappen derer Ritter von Miller zu Aichholz (österreichischer Ritterstand 1865). Wappengrafik Ernst August Krahl, Heraldiker (1858–1926)
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Palais Miller-Aichholz at Am Heumarkt 11 in Vienna. Eigenes Werk Gryffindor
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Datei:Palais Miller-Aichholz Am Heumarkt 11.jpg