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vom 23.10.2017, aktuelle Version,

Rudolf Fußi

Rudolf „Rudi“ Fußi (* 10. Juli 1978) ist ein österreichischer PR-Berater, Moderator, Unternehmer, politischer Aktivist und Kabarettist.

Politik

Seine ersten politischen Erfahrungen sammelte Fußi bei der Jungen ÖVP, aus der er aber 1998 austrat. Danach engagierte er sich zunächst bei der liberalen FPÖ-Abspaltung Die Demokraten, die mit Richard Lugners Partei Die Unabhängigen eine Wahlplattform gebildet hatten. Als Parteivorsitzender der Demokraten initiierte er 2002 das „Volksbegehren gegen Abfangjäger“. Es war mit 624.807 Unterschriften (10,7 % der Wahlberechtigten) höchst erfolgreich, die Eurofighter wurden allerdings dennoch angeschafft. Nach dem völligen Misserfolg bei den Nationalratswahlen 2002 (0,05 %) löste sich die Partei de facto auf bzw. ist seitdem nicht mehr aktiv.[1]

Im März 2003 trat Rudolf Fußi der SPÖ bei. 2006 organisierte er für die Partei mit „Fairness-TV“ den Bewegtbild-Teil des Wahlkampfes für die (erfolgreiche) Nationalratswahl 2006. Nachdem der von ihm sehr geschätzte Alfred Gusenbauer 2008 von Werner Faymann als Parteichef abgelöst wurde, entfernte sich Fußi mehr und mehr von der Parteispitze. Anfang 2010 begründete er die Initiative „SPÖ-Linke“, die u. a. von Ex-Sozialminister Erwin Buchinger unterstützt wurde und von der Parteiführung ein deutlicheres Eintreten für linke Positionen und ein Ende der „Großen Koalition“ forderte.[2] Im Februar 2012 erklärte er in einem öffentlichen Brief seinen Austritt aus der SPÖ und kritisierte dabei Politik und Führungsstil Faymanns sowie Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas scharf.[3]

Öffentlichkeitsarbeit

Beruflich war Fußi von 2006 bis 2009[4] CEO des börsennotierten Internet-TV-Dienstleisters webfreetv.com, 2010 dann PR-Chef des österreichischen Hedgefonds Superfund und Berater des Gründers und Eigentümers Christian Baha. Danach „Kommunikations- und PR-Chef für Zentral- und Osteuropa“ des schwedischen Konzerns Electrolux. 2012 gründete er mit zwei Partnern die auf Unternehmens- und politische Kommunikation spezialisierte PR-Agentur mindworker.at, deren Geschäftsführer er ist. Im Oktober 2012 übernahm die Agentur, medial vielbeachtet, die Beratung des Team Stronach[5], wobei sich Fußi auch inhaltlich in die Partei eingebracht haben dürfte[6], die Zusammenarbeit wurde jedoch größtenteils im April 2013 wieder beendet.

Am 6. Oktober 2017 wurde bekannt, dass Fußi während der Silberstein-Affäre, anlässlich der Nationalratswahl 2017, eine Ex-Mitarbeiterin von Tal Silberstein die für diesen in der SPÖ-Zentrale Übersetzungen durchführte, über WhatsApp massiv unter Druck gesetzt hatte.[7]

Fernsehsendung

Seit Ende Mai 2017 moderiert er die Talkshow Fußi will streiten auf dem Sender Puls 4.[8]

Einzelnachweise

  1. "Im Nachhinein ist man immer klüger", Der Standard, 5. Juli 2004. Abgerufen am 12. Mai 2013.
  2. SPÖ-Linke: "Partei geht Richtung Abgrund", Die Presse, 28. Jänner 2010. Abgerufen am 12. Mai 2013.
  3. Parteiaustritt als überfällige Reaktion auf die Politik der Faymann-SPÖ, Der Standard, 11. Februar 2012. Abgerufen am 12. Mai 2013.
  4. Rudolf Fußi scheidet bei webfreetv.com aus, Der Standard, 8. September 2009. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  5. Medienarbeit: Fußis Agentur berät Team Stronach, Die Presse, 29, Oktober 2012. Abgerufen am 12. Mai 2013.
  6. Lebenskünstler, Profil, 9. April 2013. Abgerufen am 12. Mai 2013.
  7. Kanzlerberater bombardiert Kronzeugin per WhatsApp. Kronen Zeitung, 7. Oktober 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017.
  8. Rudi Fußi streitet mit Gernot Blümel: „Inhalte waren keine dabei“