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vom 11.03.2017, aktuelle Version,

Sonne International

Sonne-International
Rechtsform Organisation für Entwicklungszusammenarbeit
Gründung 2002
Gründer Erfried Malle
Sitz Wien
Aktionsraum Äthiopien, Bangladesch, Indien, Myanmar
Schwerpunkt Armutsbekämpfung durch Bildungs-, Gesundheits-, Einkommensschaffungs- und Aufklärungsprogramme
Methode Förderung von Bildungsprojekten lokaler Organisationen, Basisgrundversorgungsprogrammen, Unterstützung durch Selbsthilfeprogramme
Motto Für die Kinder dieser Welt
Website www.sonne-international.org

Sonne International (Support Organisation For Non-Formal Needed Education) ist ein 2002 gegründeter Verein mit Sitz in Wien. Die Hilfsorganisation unterstützt Ausbildungsprogrammen, medizinische Versorgung und ländliche Entwicklungsprojekte in Afrika und Asien. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt vor allem auf der Aus- und Weiterbildung junger benachteiligter Menschen.

Schwerpunktländer sind Äthiopien, Bangladesch, Indien und Myanmar. Seit 2006 ist Sonne International Träger des Österreichischen Spendengütesiegel, seit 2009 können Spenden an Sonne-International steuerlich abgesetzt werden.

Obmann und Gründer ist Erfried Malle, der gemeinsam mit der Ärztin Susanne Prügger die Organisation aufbaute. 2011 wurde Malle für sein Engagement als „Österreicher des Jahres für humanitäres Engagement“ im Rahmen der ORF-Presse-Gala Austria‘11 ausgezeichnet.[1]

Zurzeit betreibt der Verein 68 Schulen und 4 Tagesheime für Kinder und Jugendliche in allen vier Schwerpunktländern, in denen rund 7000 Schüler ausgebildet werden. Gesamt werden mit den Projekten von Sonne International ungefähr 35.000 Menschen pro Jahr erreicht (Stand Mai 2015).

Leitbild

Der Verein setzt sich für eine Welt ein, in der alle Menschen über Zugang zu Bildung, Ausbildung, sauberem Wasser, gesunder Nahrung, medizinischer Versorgung und Einkommen verfügen. Mit diesem Ansatz will der Verein Armut verringern und die Lebensbedingungen benachteiligter Menschen nachhaltig verbessern, um ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Geschichte

Die „Vision“ von Erfried Malle und Susanne Prügger, benachteiligten und verarmten Menschen in den Slums von Bangladesch zu helfen, wurde 2002 mit der Vereinsgründung von Sonne International in Wien in die Tat umgesetzt. Nachhaltige und eigenständige Entwicklung zu fördern, waren von Anfang an das Leitmotiv des Vereins. Die erste Projektumsetzung war der Aufbau einer medizinischen Ambulanz in einem Armenviertel in Bangladesch. Im Jahr 2003 folgten ein handwerkliches Trainingszentrum für Jugendliche in Dhaka und ein Jahr später der Bau von zehn Schulen in entlegenen Dörfern in Bangladesch, im Grenzgebiet zu Myanmar. In den folgenden Jahren wurden die regionalen Tätigkeitsbereiche um Äthiopien und Myanmar erweitert. Seit 2009 ist Sonne International in Bangladesch als internationale Nichtregierungsorganisation unter dem Namen „Sonne International Bangladesh“ offiziell registriert. Seit 2015 als lokale NGO in Myanmar unter dem Namen „Sonne Social Organisation“ eingetragen.

Strategie und Projektschwerpunkte

Der Verein verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der sich auf die gesamte Lebenssituation von jungen Menschen und benachteiligten Gesellschaftsgruppen konzentriert. Ziel von Sonne International ist es, lokale Strukturen aufzubauen und zu unterstützen, die sich mit Bildungs- und Ausbildungsaktivitäten beschäftigen und darauf abzielen, durch eigenständiges Einkommen ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Alle Projekte werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen und Zweigstellen von Sonne International durchgeführt. Dadurch werden Eigenständigkeit, Nachhaltigkeit und Notwendigkeit aller Aktivitäten garantiert.

Vier Projektschwerpunkte
  1. Stärkung der Lebensbasis: Gesundheitsprojekte, Wasserversorgung, Grundversorgung, Katastrophenhilfe
  2. Alphabetisierung, Bildung: Grundschulbildung, informelle und alternative Schulbildung, Patenschaften für Schulkinder
  3. Handwerkliche Ausbildung und Einkommensschaffung
  4. Aufklärungsarbeit: Frauen- und Demokratieförderung, Hygiene- und Gesundheitsaufklärung, Bildungsberatung, Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

Sonne-Projekte weltweit

Äthiopien

Die Organisation betreibt seit 2005 Projekte in der Afar-Region. Die Zusammenarbeit findet mit der lokalen Partnerorganisation Afar Pastoralist Development Association statt, deren primäre Zielgruppe die semi-nomadisch lebenden Viehhirten (Pastoralisten) sind. Die Projektschwerpunkte zielen auf Bildung (mobile Alphabetisierung, informelle Schulbildung und weiterführende Bildung für begabte Schüler), Gesundheit (medizinische Basisversorgung, Hilfe für werdende Mütter), Aufklärung (Hygiene, Weibliche Genitalverstümmelung) und Wasserversorgung (Wasserspeicher, Brunnenausbau) ab. Die Projektgebiete befinden sich in den Zonen 3 und 4 in den Bezirken (Woredas) Gawaani, Guula, Uwwa, Awra und Chifra.

Bangladesch

Bangladesch ist das erste Land, in dem der Verein mit seinen eigenen Projekten tätig wurde (2002). Die Organisation ist in Bangladesch als internationale NGO registriert und beschäftigt über 80 lokale Mitarbeiter im Land. Das in Dhaka eingerichtete Koordinationsbüro ist für die Abwicklung aller lokalen Projekte verantwortlich. Die Projektgebiete liegen in den Chittagong Hill Tracts und in der Region Sherpur. Kinder und Jugendliche aus ethnischen Minderheiten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen zählen zur Hauptzielgruppe. Mit dem Konzept von vielen kleinen Dorfschulen bekommen Kinder, die in weit entfernten Regionen leben, eine Chance auf Schulbildung. Die Organisation betreibt seit 2004 elf Dorfvolksschulen in den Chittagong Hilltracts, seit 2008 acht weitere im Distrikt Sherpur / Jhenaigati sowie seit 2009 ein Schülerheim im Distrikt Bandarbarn / Alikadam. 2015 wurde eine Hauptschule in Alikadam und eine in Jhenaigati errichtet. Seit 2014 erhalten alle Schüler eine medizinische Basisversorgung. An beiden Standorten wurden handwerkliche Ausbildungsstätten für marginalisierte Jugendliche (vor allem Frauen) in Betrieb genommen, in denen Schneiderei-, Weberei- und Computerausbildungen angeboten werden.

Indien

Seit 2012 engagiert sich der Verein im Bundesstaat Bihar, im Distrikt Gaya an den drei Standorten Bakrour, Sujata und Basari mit Bildungsprojekten. In Bakrour wurde 2012 ein von dem österreichischen Arzt Fridolin Stögermayer 1999 ins Leben gerufene Schulprojekt übernommen. Erstmals erhalten in diesem Gebiet Kindern – aus der untersten Kaste (Dalits) – eine Schulbildung. Seitdem betreut und vergrößert die Organisation dieses Schulprojekt kontinuierlich. Im Projektgebiet bietet Sonne International seit Oktober 2014 für 270 Schüler ein umfangreiches Sportprogramm an. Durch Selbstverteidigungskurse (Karate) – vor allem für Mädchen – soll ein wesentlicher Beitrag zur Konfliktprävention sowie gegen sexuelle Belästigungen und Übergriffe geleistet werden.

Myanmar

Der Verein engagiert sich seit 2008 in Myanmar, wo die Zusammenarbeit mit einem lokalen Team vor Ort stattfindet. 2015 wurde die lokale NGO SONNE-Social Organisation (SSO) in Myanmar offiziell gegründet. Zu den Projektregionen zählen Yangon und Umgebung, das Deltagebiet des Ayeyarwaddy und der Chin State. Sonne International unterstützt Projekte von lokalen Partnerorganisationen. Der Fokus aller Projekte liegt auf Bildung, Ausbildung, medizinischer Versorgung und Integration ethnischer Minderheitengruppen und Randgruppen. Seit 2008 gibt es eine Tagesbetreuungsstätte für Straßenkinder, in der Kinder kostenlos eine tägliche Mahlzeit, medizinische Versorgung sowie Betreuung und Ausbildung erhalten. In mehreren Trainingseinrichtungen bekommen marginalisierte Jugendliche Handwerksausbildungen zur Einkommensgenerierung in den Bereichen Schneiderei, Korbflechterei, Fahrradreparatur und Computertraining. Im Dorf Nga Pyaw Kyaun (NPK-Dorf) errichtete und betreibt die Organisation eine Schule für 420 Dorfkinder. Ein medizinischer Notfallfond ermöglicht allen begünstigten Kindern eine medizinische Basisversorgung.

Finanzierung und Förderung

Der eigenständige Verein finanziert sich durch Kooperationen mit Privatunternehmen, Firmen, Stiftungen, Sponsoren, öffentlichen Fördergebern, Patenschaften, Mitgliedsbeiträgen und privaten Spenden finanziert. Projektpaten übernehmen entweder die Grund- oder die Co-Finanzierung eines Projektes. Erst wenn die finanzielle Unterstützung gegeben ist, kann eine Umsetzung ermöglicht werden. Geldspenden sind in Österreich und Deutschland seit dem 1. Januar 2009 steuerlich absetzbar.

Auszeichnungen

NGO des Jahres 2005

Sonne International wurde mit dem 3. Platz bei der Wahl zur „NGO des Jahres 2005“ von Glocalist ausgezeichnet.

Spendengütesiegel

Seit 2006 ist die Organisation mit dem Spendengütesiegel ausgezeichnet. [2]

Woman Award 2010

2010 wurde Susanne Prügger, Mitbegründerin des Vereins, mit dem „Woman Award“ der österreichischen Zeitschrift WOMEN in der Kategorie „Soziales Engagement International“ ausgezeichnet.

Österreicher des Jahres 2011

Am 26. Oktober 2011 wurde im Zuge der ORF Pressegala Austria‘11 der Obmann von Sonne International Erfried Malle als „Österreicher des Jahres“ für humanitäres Engagement ausgezeichnet.

Einzelnachweise

  1. Bildung ist die Basis in den Niederösterreichische Nachrichten Woche 44/2011
  2. https://www.osgs.at/organisationen/sonne-international