unbekannter Gast
vom 25.11.2017, aktuelle Version,

Versöhnungsfonds

Der Österreichische Fonds für Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit (kurz auch Versöhnungsfonds) bestand von 2000 bis 2005 und leistete freiwillige Zahlungen an Zwangsarbeiter auf dem Gebiet des heutigen Österreich während der Zeit des Nationalsozialismus.

Am 27. November 2000 trat das Versöhnungsfonds-Gesetz in Kraft. Mithilfe des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes in Bad Arolsen, der Landesarchive der österreichischen Bundesländer, der Versicherungsanstalten, der Gedenkstätte Mauthausen im Innenministerium und mittels eines mehrsprachigen Fragebogens wurden die Namen der damaligen Opfer recherchiert.

Bis 31. Dezember 2005 haben rund 132.000 Menschen weltweit Leistung aus diesem Fonds erhalten, und es wurde eine Gesamtsumme von 439.254.087 Euro in den Fonds gespeist.[1] Ausgezahlt wurden 352,6 Millionen Euro. Mit 31. Dezember 2005 wurde der Versöhnungsfonds geschlossen. Zahlungen an Opfer der NS-Zwangsarbeit sind somit nicht mehr möglich.

Aus Restmitteln des Versöhnungsfonds wurde u.a. der Zukunftsfonds der Republik Österreich dotiert, der wissenschaftliche und pädagogische Projekte zur Aufarbeitung des NS-Regimes und zur Förderung von Toleranz und Achtung der Menschenrechte finanziert.

Publikation

  • Hubert Feichtlbauer: Zwangsarbeit in Österreich: 1938-1945. Fonds für Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit: späte Anerkennung, Geschichte, Schicksale. Braintrust, Verl. für Weiterbildung, Wien 2005, ISBN 3-901116-21-4.
  • Dieter Bacher – Stefan Karner (Hg.): Zwangsarbeiter in Österreich 1939–1945 und ihr Nachkriegsschicksal. Studienverlag, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7065-5217-2
  • Stefan Karner (u.a.): Schweres Erbe und „Wiedergutmachung“. Bilanz der Regierung auf dem Gebiet der Restitution
  • Hermann Rafetseder: NS-Zwangsarbeits-Schicksale. Erkenntnisse zu Erscheinungsformen der Oppression und zum NS-Lagersystem aus der Arbeit des Österreichischen Versöhnungsfonds. Eine Dokumentation im Auftrag des Zukunftsfonds der Republik Österreich. Wiener Verlag für Sozialforschung in EHV Academicpress GmbH, Bremen 2014, ISBN 978-3-94469-028-5 Text als PDF online verfügbar im Forum OÖ Geschichte

Einzelnachweise

  1. Bilanz