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vom 22.06.2017, aktuelle Version,

Wundschuh

Wundschuh
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wundschuh
Wundschuh (Österreich)
Wundschuh
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 12,89 km²
Koordinaten: 46° 56′ N, 15° 27′ O
Höhe: 322 m ü. A.
Einwohner: 1.598 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8142
Vorwahl: 03135
Gemeindekennziffer: 6 06 56
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Kirchplatz 6
8142 Wundschuh
Website: www.wundschuh.at
Politik
Bürgermeister: Karl Brodschneider (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
11
2
1
1
11  2  1  1 
Von 15 Sitzen entfallen auf:

Lage der Gemeinde Wundschuh im Bezirk Graz-Umgebung
Deutschfeistritz Dobl-Zwaring Eggersdorf bei Graz Feldkirchen bei Graz Fernitz-Mellach Frohnleiten Gössendorf Gratkorn Gratwein-Straßengel Hart bei Graz Haselsdorf-Tobelbad Hausmannstätten Hitzendorf Hitzendorf Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Kumberg Laßnitzhöhe Lieboch Nestelbach bei Graz Peggau Raaba-Grambach Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Seiersberg-Pirka Semriach Stattegg Stiwoll Thal Übelbach Premstätten Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Graz Steiermark Lage der Gemeinde Wundschuh im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Wundschuh, Zentrum mit Dorfwirt, Kirche und Gemeindeamt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Innenansicht mit Altar der Pfarrkirche „hl. Nikolaus“.
Der Pfarrhof steht unter Denkmalschutz.
Das Neuschloss in Wundschuh südöstlich des Ortsgebiets.
Das Westportal der Umfriedung des Schlosses.

Wundschuh ist eine österreichische Gemeinde in der Steiermark, im Bezirk Graz-Umgebung mit 1598 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) auf einer Fläche von 12,89 km².

Geografie

Geografische Lage

Wundschuh liegt im Grazer Becken am Kaiserwald. Die Gemeinde befindet sich ca. 12 km südlich der Landeshauptstadt Graz. Im Westen des Gemeindegebietes befinden sich der Forster Teich, der Neuteich, der Wundschuhteich, der Poniglteich und der Menissteich.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden (Fläche 2015) Kasten 614,42 ha und Wundschuh 674,10 ha sowie aus folgenden Ortschaften (Einwohner 1. Jänner 2015[1]):

  • Forst (125)
  • Gradenfeld (175)
  • Kasten (385)
  • Ponigl (111)
  • Wundschuh (749)

Nachbargemeinden

Premstätten Premstätten Kalsdorf bei Graz
Dobl-Zwaring Werndorf
Dobl-Zwaring Wildon Wildon

Geologie

Wundschuh liegt gemeinsam mit seiner Nachbargemeinde Kalsdorf und der ehemaligen Gemeinde Weitendorf im Einzugsgebiet ehemaliger Vulkane, die im Miozän vor ca. 10 Mio. Jahren aktiv waren. Sie sind an der Erdoberfläche nicht erkennbar, aber bei einer Bohrung wurde bereits in einer Tiefe von 33 bis 35 m das vulkanische Gestein Andesit gefunden.[2] Es wird dem Vulkan von Kalsdorf zugerechnet.[3]

Geschichte

Die erste Kirche in Wundschuh dürfte um 1100 gebaut worden sein. Das Gemeindegebiet gehörte zur Herrschaft von Neuschloß. Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850.

Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark. 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Historische Landkarten

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist Karl Brodschneider (ÖVP).

Weiters gehören Vizebürgermeister Karl Scherz (ÖVP) und Gemeindekassier Barbara Walch (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[4]

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010 2005 2000
Stimmen % Mandate St. % M. St. % M. St. % M.
ÖVP 677 67 11 719 72 12 606 63 10 574 66 11
SPÖ 096 09 01 227 23 03 290 30 04 186 22 03
FPÖ 112 11 01 056 06 00 060 06 01 099 12 01
Die Grünen 127 13 02 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlbeteiligung 80 % 84 % 82 % 81 %

Wappen

Die Gemeinde Wundschuh erhielt mit Wirkung vom 1. Juli 1965 das Recht zur Führung eines Gemeindewappens verliehen.
Beschreibung des Wappens: In einem grünen Schild ein silberner, mit einer schwarzen, goldgekrönten, rotbezungten Schlange belegter Pfahl, der beiderseits von einem silbernen, aus dem Schildrand wachsenden Fichtenbaum begleitet wird.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Pyhrn Autobahn A 9 tangiert das Gemeindegebiet im Osten und ist über den Vollanschluss Wundschuh (exit 197) erreichbar. Die ebenfalls Nord-Süd-orientierte Grazer Straße B 67 von Graz nach Leibnitz ist circa drei Kilometer entfernt, liegt östlich der Autobahn und ist über mehrere diagonal verlaufende Straßen angebunden.

Der nächstgelegene Bahnhof liegt circa drei Kilometer ostsüdöstlich in Werndorf an der Südbahn mit stündlichen S-Bahn-Verbindungen nach Graz und Leibnitz.

Am Ostrand von Werndorf fließt die Mur nach Süden, die vom Murradweg begleitet wird.

Der Flughafen Graz liegt circa sieben Kilometer nördlich.

Wirtschaft

Der Ort ist von Landwirtschaft geprägt.

Im hügeligen bewaldeten Westen liegt der Wundschuhersee, ein Badesee mit überwiegend von Wohnwagen genutzten Camping. Der See ist nur ein kleiner Teil der sich nach Norden erstreckenden Wundschuher Teiche, die 1442 angelegt wurden und zum Gut Neuschloß gehören.[5]

Zwei andere Badeseen, Schwarzlsee und Copacabana liegen jeweils etwa circa sechs Kilometer nördlich.

Im Herbst 2015 ging ein Verteilzentrum des Lebensmitteldiskonters Lidl in Betrieb.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das Bauernmuseum Erlebnishof Reczek ist das größte seiner Art in Österreich und zeigt alte Geräte, Maschinen und Gefährte.

Pfarrkirche

Die Kirche ist dem Hl. Nikolaus, dem Patron der Schiffbrüchigen, geweiht. Sie war eine Filialkirche der Pfarre Hengsberg, 1785 wurde sie selbst zur Pfarre erhoben. Die Kirche wurde 1912–1915 in Formen des Barock neu gebaut, von einem spätgotischen Bau sind nur Fundamente des Turms erhalten, wo ein Stein mit 1497 datiert ist. Die barocke Einrichtung stammt aus der alten Kirche. Am Pfarrhof aus 1881 ist ein Römerstein eingemauert, eine Mariensäule stammt aus 1863.[6]

Bauwerke

Schloss Neuschloss ist ein barocker Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts südöstlich von Wundschuh. 1265 wurde bereits ein Hof des Landesfürsten dort genannt, unter Kaiser Friedrich III. wurde die Anlage gemeinsam mit den Fischteichen bei Wundschuh umgestaltet und war von 1643 bis 1780 im Besitz der Grafen von Dietrichstein, diese Besitzer bauten die Anlage zum Neugeschloß aus. Der ursprünglich zweigeschoßige Bau wurde danach noch zwischen 1804 und 1809 um eine dritte Etage erweitert. Seit 1805 gehört Neuschloss den Grafen des Enffans d’Avernas.[7]

Sonstiges

Wundschuh hat einen Fußballverein, den USV Wundschuh, welcher aktuell in der Gebietsliga Mitte spielt.

Brauchtum

Seit 13. September 2009 findet alle zwei Jahre die Veranstaltung „Wurmschachern“ statt.

  Commons: Wundschuh  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. H(aymo) Heritsch, H(elmut) Höller, K(urt) Kollmann: Steirisches- Tertiär- und Vulkangebiet. In: Exkursion III/7, Grazer Bergland, Oststeirisches Tertiär- und Vulkangebiet. Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien. 57. Band 1964, Heft 1. Seite 367.
  3. Peter Slapansky, Reinhard Belocky, Heinz Fröschl, Peter Hradecky, Peter Spindler: Petrographie, Geochemie und geotektonische Einstufung des miozänen Vulkanismus im Steirischen Becken (Österreich). In: Abhandlungen der Geologischen Bundesanstalt. Band 56 Heft 1. Wien 1999. Geologie ohne Grenzen. Festschrift 150 Jahre Geologische Bundesanstalt. Seite 421. ISBN 3-85316-004-2. ISSN 0378-0864.
  4. Gemeinde Wundschuh: Gemeinderat (abgerufen am 21. April 2015)
  5. http://www.wundschuh.at/system/web/default.aspx?menuonr=220018873 Website der Gemeinde Wundschuh > Freizeit / Vereine > Neuschloß, abgerufen 29. August 2015.
  6. Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch - Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll. Wien 1982. ISBN 3-7031-0532-1. Seite 626.
  7. Dehio Handbuch, Seite 328.