sylvia k. kummer • isabelle stalzer • fritz pumm#
(Symbolisches Denken)#
11. September 2026, Gleisdorf#
von Martin KruscheDer „Archipel“ hat in Gleisdorf jene dem Publikum zugewandten Räume nicht als fixe eigene Residenzen. Deren Erhalt würde Ressourcen fressen, die wir zur Entwicklung und Umsetzung unserer Vorhaben brauchen.
Wir sind im Außen daher Gäste. Die vormalige k-k. Poststation ist eine dieser Locations, die wir tageweise nutzen dürfen. Im „Zeit.Raum“ sind wir schon seit Jahren zu Gast und sorgen alle 14 Tage für einen neuen Inhalt.
Dort liegt auch der „Einraum“ nahe, wozu es im Kunstkontext eine lebhafte Vorgeschichte gibt. Nun also wieder derlei Aktivitäten. Wir haben mit Nikolaus Eberstaller und Fritz Pumm einen kleinen Rundgang durch Gleisdorfs Stadtzentrum gemacht.
Kunstwerke sind Kommunikationsangebote; vielleicht auch Appelle. Wer dann etwa „Was soll das bedeuten?“ fragt, legt damit eine eigene Kuriosität offen. Es gibt keine Notwendigkeit, Kunstwerke prinzipiell auf rationale Art zu entschlüsseln, um so etwas wie einen „verläßlichen Inhalt“ zu finden.
Das hat einen simplen Grund. Wir denken nie bloß in Worten, sondern auch in Bildern, in Gefühlen, mitunter in Klängen. Die textgestützten Vorgänge machen nur einen Teil unserer kognitiven Ereignisse aus. Es geht bei all dem immer und vor allem auch um Wahrnehmungserfahrungen.
Das ist übrigens der eigentliche Sinn des Wortes Ästhetik. (Das altgriechische Aisthesis bedeutet Wahrnehmung.) Wenn Sie also Kunstwerke betrachten, dann lassen sie sich vorrangig auf das Potential des symbolischen Denkens jener Person ein, die das Werk geschaffen hat.
Das kann auch mit einer rationalen Erzählung oder mit einer konkreten Mitteilung zu tun haben, muß es aber nicht. Genau deshalb haben wir Menschen unsere Fähigkeit zum Kunstschaffen entwickelt und verfeinert. Genau deshalb hat uns die Evolution diese Fähigkeit über Jahrtausende behalten lassen.
Wir erweitern dadurch unsere Möglichkeiten im Dialog mit uns selbst und in der Verständigung mit unseren Mitmenschen. Welche Kraft der Erlebnisse darin liegen kann, ist einfach zu finden, wenn man sich auf Kunst - diesen Kosmos der Wahrnehmungserfahrungen - intensiver eingelassen hat.
Es ereignet sich wie mit jeder Art der Geschmacksbildung. Unsere Grundausstattung erweitert und vertieft sich erst, wenn wir nicht Richtung Grobschlächtigkeit gehen, sondern wenn wir die Vielfalt, die Kontraste, die Wiedersprüche und die Irritationen suchen. Das ist vermutlich so, weil alle unsere Sinne erlahmen, wenn sie keine Anregungen erhalten.
- kummer • stalzer • pumm: Malerei und Objekte (Ausstellung)
Unsere Räume in Gleisdorf#
- Der Einraum (Eine archipelische Zone)
- Der Kulturraum (Eine archipelische Zone)
- Der Zeit.Raum (Dialog, Struktur und Erzählung: Ein Ensemble.)



